Glossar Mediation

TOA

BegriffDefinition
TOA

Der mit „TOA“ abgekürzte Täter-Opfer-Ausgleich wird häufig auch als Mediation im Strafrecht beschrieben.

Der Täter-Opfer-Ausgleich stellt gem. §§ 155 a, 155 b StPO (Strafprozessordnung) und § 46 a StGB (Strafgesetzbuch) ein außergerichtliches Verfahren dar, bei dem Täter auf der Grundlage eines kommunikativen Prozesses dem Opfer Wiedergutmachung anbietet und leistet. Notwendig sind dabei umfassende Bemühungen seitens des Täters, die Verantwortung für die Tat zu übernehmen, einsichtig zu sein und Schäden ausgleichen zu wollen. Durch den Täter-Opfer-Ausgleich soll eine Aussöhnung erfolgen, die auch den bestehenden Konflikt (Tat) beseitigt.

Grundsätzlich kann ein Täter-Opfer-Ausgleich bei jeder Straftat durchgeführt werden. In der Regel werden diese jedoch insbesondere bei Delikten wie

  • Beleidigung
  • Körperverletzung
  • Hausfriedensbruch
  • Nötigung
  • Diebstahl
  • Betrug
  • Unterschlagung
  • Sachbeschädigung
  • unbefugter Gebrauch eines Fahrzeuges

in Betracht gezogen. Die infrage kommenden Straftaten befinden sich regelmäßig in der Mitte von schwerer Kriminalität und Bagatellsachen.

Sowohl vom Täter als auch vom Opfer kann ein Täter-Opfer-Ausgleich in jedem Stadium des Strafverfahrens angeregt werden, was im Anschluss von Gericht und Staatsanwaltschaft überprüft wird. Grundvoraussetzung ist jedoch, dass insbesondere das Opfer mit der Durchführung eines Täter-Opfer-Ausgleichs einverstanden ist. Gegen den Willen des Opfers darf kein Täter-Opfer-Ausgleich durchgeführt werden. Hiervon überzeugt sich der Mediator oder neutrale Dritte vorab in Einzelgesprächen.

Nach der Zustimmung durch Durchführung und Anzeige der Gesprächsbereitschaft beginnt der kommunikative Prozess zwischen Täter und Opfer, der von einem Mediator oder neutralem Dritten begleitet und geleitet wird. In den Gesprächen muss der Täter den Sachverhalt und die Tat zugeben. Im Idealfall sollte der Täter seine Tat nicht beschönigen, bagatellisieren oder das Opfer in seiner Position in Abrede stellen. Der Täter muss im Täter-Opfer-Ausgleich Verantwortung übernehmen und dies auch zeigen, da das Verfahren ansonsten keinen Sinn machen würde.

Wichtiger Bestandteil des Täter-Opfer-Ausgleichs ist die Wiedergutmachung. Eine Wiedergutmachung muss vom Täter ernsthaft angestrebt, angeboten und durchgeführt werden. In Betracht kommt neben der Entschuldigung und dem Geständnis insbesondere Schmerzensgeld, Schadensersatz oder auch die Leistung sozialer Arbeit.

Ist der Täter-Opfer-Ausgleich erfolgreich verlaufen, wird er vom Mediator bzw. neutralen Dritten schriftlich dokumentiert und der zuständigen Staatsanwaltschaft oder dem Gericht übermittelt.

Ein erfolgreich durchgeführter Täter-Opfer-Ausgleich kann zu einer Strafmilderung oder sogar zur Einstellung des Strafverfahrens gegen den Täter führen. Täter können durch einen Täter-Opfer-Ausgleich ein Verfahren abmildern und von den Gesprächen profitieren, die in der Zukunft dazu motivieren, nicht mehr straffällig zu werden. Dem Opfer kann ein Täter-Opfer-Ausgleich dabei helfen, die Tat besser zu verarbeiten.

Der Täter-Opfer-Ausgleich ähnelt dem Mediationsverfahren, fokussiert sich jedoch in der Zielsetzung auf Aussöhnung und Wiedergutmachung. Mediatoren benötigen eine modulare Ausbildung zur Durchführung von Täter-Opfer-Ausgleichen.

 

Zugriffe - 110

© 2023 Frank Hartung » Ihr Mediator bei Konflikten in Familie, Erbschaft, Beruf, Wirtschaft, Nachbarschaft und Schule «  

🏠 06844 Dessau-Roßlau, Albrechtstraße 116    ☎ 0340 530 952 03

 

Please publish modules in offcanvas position.