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Corona-Exil – Tipps und Tricks zur Konfliktvermeidung

Liebe Leserinnen und Leser!

Die Corona-Pandemie hält die Welt in Atem. Wir dürfen, müssen und sollen alle zu Hause bleiben, was sehr wichtig ist und auch an dieser Stelle auch betont werden soll. Denn das starke Einschränken sozialer Kontakte dient unserem und dem gesundheitlichen Schutz anderer Menschen. Unterbrechen wir die drastisch schnelle und dynamisch agierende Infektionskette, hilft dies dabei, die Verbreitung des Virus einzudämmen und der Wissenschaft Zeit zu schenken, Wege aus der Corona-Krise zu finden. Das alles haben Sie aber wahrscheinlich schon 100 Mal gelesen oder gehört. Und eigentlich geht es mir in meiner Funktion als Mediator auch um ein anderes Thema, nämlich dem anschwellenden Konfliktpotenzial im Corona-Exil:

Im Moment befinden sich viele von uns im Home-Office. Die Kinder sind ebenfalls zu Hause, weil sie nicht mehr in die Schule oder den Kindergarten dürfen. Ausgangssperren, Quarantänen und der Wegfall gewohnter Freizeitaktivitäten schlagen aufs Gemüt. Für viele ist dies eine ungewohnte Situation. Zusätzlich sind wir alle verängstigt, beunruhigt und bedrückt. Wir haben Angst und Sorge um die Gesundheit unserer Lieben und auch um unsere eigene. Zusätzlich wissen wir nicht, wie es beruflich und finanziell weiter geht. Das alles geht an Substanz und Nerven, weshalb wir gestresst und gereizt reagieren können. „Hockt“ über Wochen die ganze Familie auf einem Haufen, kann es deutlich schneller zu Streit und Zankereien kommen.

Besondere Herausforderungen erfordern kreative Lösungen

Familie im Corona-ModusEs kann sein, dass die Menschen sich noch über einen längeren Zeitraum zu Hause aufhalten müssen. Es kann sogar sein, dass sich die bisher eingeleiteten Maßnahmen noch verschärfen und weitere Ausgangssperren verhängt werden.

Wer jetzt ein Haus oder eine große Wohnung mit Balkon oder Garten hat, schätzt sich besonders glücklich. Dann ist nämlich in der Regel auch etwas mehr Raum vorhanden, um sich innerhalb der Familie auch einmal aus dem Weg zu gehen und gleichzeitig frische Luft zu schnappen. Kleine Auszeiten sind wichtig, um Stress abzubauen.

Wer das Gefühl hat, ständig auf Hochtouren zu fahren, sollte sich ein paar Minuten Zeit für sich selbst nehmen. Fünf Minuten mit einer Tasse Kaffee auf dem Balkon oder ganz in Ruhe auf der Couch mit Kopfhörern das Lieblingslied hören, kann schon ein kleines Wunder bewirken. Wichtig ist, dass sich die anderen Familienmitglieder dabei an die Spielregeln halten: Jeder hat das Recht auf eine kleine Auszeit und sollte dann auch nicht gestört werden! Regeln wie diese sollten klar kommuniziert werden, was auch Kinder betrifft. Ab etwa dem Grundschulalter sind Kinder durchaus in der Lage, Verständnis für Mama oder Papa aufzubringen, wenn sie mal fünf Minuten Ruhe brauchen.

Eine weitere Alternative, die sich auch für Kinder anbietet, ist Indoor-Sport. Weil wir auf Fitness im Studio oder Aktivitäten in Sportvereinen verzichten müssen, bedarf es auch hier eines physischen Ausgleichs. Platz für etwas Gymnastik, Yoga oder den alten Hometrainer aus dem Keller sollte eigentlich überall verfügbar sein. Wenn das Gemüt hochkocht, lässt sich der Stress auf diese Weise einfach wegradeln. Und um das Positive aus der Situation zu schöpfen, kann auch darüber nachgedacht werden, mit etwas Neuem anzufangen. Im Internet gibt es zuhauf Tutorials und Videos, die Indoor-Trainings präsentieren. Vielleicht findet sich so auch eine neue Lieblings-Sportart.

Sinnvolle Beschäftigungen für alle

Papa (Mama) macht Home-Office, Mama (Papa) ist mit dem Haushalt und den Kindern beschäftigt. Die Kinder haben Aufgaben aus dem Kindergarten und der Schule bekommen, die es zu beaufsichtigen gilt. Und trotzdem bleibt viel ungenutzte Zeit übrig, da viele normale Freizeitaktivitäten einfach wegfallen.

Hier gilt es, kreativ zu werden oder auch einmal Langeweile zuzulassen. Und eigentlich gibt es doch immer Dinge, für die bislang nie ausreichend Zeit war. Zum Beispiel das Buch, das schon so lange ungelesen im Regal steht, oder die noch nicht fertiggestellte Bastel- oder Handarbeit. Vielleicht ist jetzt aber auch die richtige Zeit für den Frühjahrsputz mit anschließender Dekoration, die eine fröhlichere Stimmung in die vier Wände bringt? Wer noch Material findet, kann natürlich auch Malerarbeiten und andere Renovierungsarbeiten auf den Plan rufen und sich tatkräftig von den Kindern dabei unterstützen lassen. Denn eines ist klar: Kinder hassen Langeweile! Zwar müssen die Jüngeren unter uns auch lernen, mit „Stillstand“ umzugehen, aber das muss schließlich nicht unbedingt heute sein.

Kleine Kinder lassen sich gerne motivieren und anregen. Malen, Basteln, Heimwerken und unter Aufsicht auch Kochen oder Backen; erlaubt ist in diesen Tagen, was funktioniert. Wir müssen in dieser Situation als Eltern nicht immer perfekt sein. Eltern sind in der Regel keine Pädagogen und auch keine Lehrkräfte. Deshalb sind jetzt auch zwischendurch und wohldosiert Kindersendungen und Kinderfilme erlaubt, wenn Spielplatz & Co. schon ausfallen. Ein schlechtes Gewissen sollte niemand deswegen haben.

Und wer gar nicht mehr weiß, wie er die Zeit totschlagen soll: Niemand ist mit diesem Problem allein, was unzählige Videos auf den verschiedenen Plattformen beweisen. Man kann sich ruhig von anderen inspirieren lassen, welche Aktivitäten in der Sicherheit des eigenen Zuhauses die Langeweile vertreiben können.

Richtig und klar kommunizieren

Wenn zu Hause kontinuierlich alle beisammen sind, kommt es häufig zu Missverständnissen und Unklarheiten. Damit diese aber nicht in Streit ausarten, muss zwischendurch tief Luft geholt und der Kommunikation mehr Beachtung geschenkt werden:

  • Achten Sie darauf zielführend zu kommunizieren. Vor dem Gespräch sollte Ihnen klar sein, was Sie erreichen möchten. So lenken Sie automatisch die Unterhaltung in die richtige Richtung, was übrigens auch für Telefonkonferenzen oder Online-Meetings im Home-Office gilt. Wer sich über ein Familienmitglied ärgert, nutzt im Idealfall die direkte Ansprache. Es bringt zum Beispiel nichts, sich über den Teenager bei der Ehefrau zu beschweren, was vielleicht sogar zu einem neuen Konflikt inklusive Erziehungsvorwürfen führt. Besser ist es, das Gespräch mit dem Teenager zu suchen, um gemeinsam das Ärgernis aus der Welt zu schaffen.

  • Beziehen Sie Ihr Gegenüber ins Gespräch ein. Ein gutes Gespräch ähnelt einem ausgeglichenen Ballspiel. Statt Monologe zu führen, sollte jeder zu Wort kommen dürfen. Dazu gehört auch, dass man einander zuhört und seinem Gegenüber Wertschätzung entgegenbringt. Fragen Sie nach der Meinung oder Sichtweise Ihres Gegenübers, um zu zeigen, wie wichtig er/sie Ihnen ist und Sie Verständnis für die Situation aufbringen. Denn das tut gerade in schweren Zeiten besonders gut!

  • Agieren Sie höflich und freundlich. Klar gelten innerhalb einer Familie ganz andere „Benimmregeln“ als außerhalb der vertrauten Umgebung. Aber dennoch ist es auch eine Form der Wertschätzung, bei Gesprächen und Unterredungen ein freundliches und zuvorkommendes Verhalten an den Tag zu legen. Das entspannt die ganze Situation ungemein. Dabei sollte das obligatorische „Danke!“ und „Bitte!“ nicht vergessen werden, wobei ein zusätzliches Lächeln oder ein „das ist nett von dir!“ beim Gegenüber für Freude und gute Stimmung sorgt.

Und gute Stimmung ist wohl das, was wir im Moment eigentlich alle am Nötigsten haben, oder?

Bis zum nächsten Mal! Passen Sie bitte auf sich auf und bleiben Sie gesund.

Mediation am Arbeitsplatz
Richtige Kommunikation – weniger Konflikte

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