Mediation

MediationDie Mediationsarten

Grob unterschieden werden die geläufigen Mediationsverfahren in systemische (lösungsorientierte) und transformative Mediation.

 

Die systemische Mediation

Im Rahmen einer systemischen Mediation werden Konflikte in einem größeren Zusammenhang betrachtet. Unterschieden wird zwischen Aktualkonflikten, die sich auf einen bestimmten Bereich beziehen und Konfliktmustern. Bei Konfliktmustern handelt es sich um in Schüben oder Wellen auftretende Konfliktsysteme, die häufig von Emotionen dominiert werden und sich dadurch eigenständig aufrecht erhalten. Zu finden sind diese Konfliktsysteme in der Regel in Bereichen mit hoher Intimität wie etwa zwischen Paaren, Partnern und Familienmitgliedern. Dabei läuft die Kommunikation im Konflikt meistens ähnlich ab, während die Anlässe für den Konflikt unterschiedlich sein können.

In Aktualkonflikte kann ein Mediator durch gängige Strategien der Konfliktlösung verhältnismäßig leicht intervenieren. Bei Konfliktmustern hingegen erfordert dies ein systemisches Know-how, da sich Lösungsmöglichkeiten nur durch eine übergeordnete Sichtweise finden lassen.

Bei der systemischen und lösungsorientierten Mediation arbeiten die Mediatoren mit der Gestaltung von Regeln, Visionen und Rollen. Sie geben Raum für Fehler, fehlende Effektivität sowie Querdenken, um von gewohnten Handlungs- und Denkmustern abzulenken. Dadurch wird eine Basis für kreative Neugestaltungen geschaffen, die den Konflikt lösen können.

 

Die transformative Mediation

Bei der transformativen Mediation rückt in Anlehnung an Mahatma Gandhis Weisheit „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt“ der geistige Klimawechsel im Umgang miteinander in den Fokus. Bei der transformativen Mediation wird demnach der Mensch selbst in den Mittelpunkt gerückt, um dessen humane Fähigkeiten, Selbstwert und Ausdruck zu stärken.

Diese Stärkung (Empowerment) dient dazu, dass die Konfliktparteien selbst in die Lage versetzt werden, ihren Anteil am bestehenden Konflikt zu erkennen sowie die Bedürfnisse und Gefühle der jeweils anderen Partei in ihre Entscheidungen mit einzubeziehen (Recognition). Dadurch können sie sowohl sich selbst als auch den Konflikt wandeln – also transformieren. Aus dem Konflikt wird eine Erkenntnis- und Kraftquelle, die persönliches Wachstum und soziale Weiterentwicklung ermöglicht.