„Du bist doch sauer.“ – „Nein, bin ich nicht.“ Solche Situationen kennt vermutlich fast jeder. Ein Mensch sagt, es sei alles in Ordnung, während sein Gegenüber überzeugt ist, an seiner Stimme, seinem Gesicht oder seinem Verhalten etwas ganz anderes zu erkennen. Vielleicht stimmt dieser Eindruck. Vielleicht aber auch nicht.
Menschen zeigen nicht immer, was sie fühlen. Sie können Gefühle bewusst für sich behalten, versuchen, sich nichts anmerken zu lassen, oder selbst noch nicht genau wissen, was gerade in ihnen vorgeht. Gleichzeitig neigen wir dazu, aus dem sichtbaren Verhalten anderer auf deren inneres Erleben zu schließen. Genau hier liegt die Schwierigkeit: Zwischen dem, was wir beobachten, und dem, was ein anderer Mensch tatsächlich empfindet, bleibt eine Lücke.
