
| Begriff | Definition |
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| Emotionen | Emotionen gehören zum menschlichen Erleben. Freude, Angst, Ärger, Trauer oder Überraschung können beeinflussen, worauf wir achten, wie wir eine Situation bewerten und wie wir darauf reagieren. Was genau unter einer Emotion zu verstehen ist, wird in der Wissenschaft allerdings unterschiedlich beschrieben. Eine einzige, allgemein anerkannte Definition gibt es nicht. In vielen wissenschaftlichen Ansätzen werden Emotionen als Vorgänge verstanden, an denen mehrere Komponenten beteiligt sind. Dazu können das subjektive Erleben, die Bewertung einer Situation, körperliche Veränderungen, Ausdruck und Verhalten sowie Handlungsimpulse gehören. Je nach wissenschaftlichem Ansatz werden diese Komponenten unterschiedlich beschrieben und gewichtet.
Wie entstehen Emotionen?Emotionen entstehen nicht allein durch das, was geschieht. Auch die Wahrnehmung und Bewertung einer Situation, frühere Erfahrungen, Erwartungen und die Bedeutung eines Ereignisses für den jeweiligen Menschen können eine Rolle spielen. Deshalb können zwei Menschen auf dieselbe Situation emotional sehr unterschiedlich reagieren. Was für den einen bedrohlich erscheint, kann der andere als Herausforderung erleben; eine Bemerkung, die einen Menschen verletzt, lässt einen anderen möglicherweise weitgehend unberührt. Wie Emotionen genau entstehen, erklären verschiedene wissenschaftliche Theorien unterschiedlich. Manche Ansätze betonen stärker die Bewertung einer Situation, andere körperliche Prozesse oder das Zusammenspiel verschiedener Komponenten. Emotionale Vorgänge lassen sich deshalb weder auf eine einzige Ursache noch auf ein einfaches „Emotionszentrum“ im Gehirn reduzieren.
Was passiert im Körper bei Emotionen?Emotionale Vorgänge können mit körperlichen Veränderungen verbunden sein. Herzschlag, Atmung, Muskelspannung oder Hautleitfähigkeit können sich verändern, und manche Reaktionen werden unmittelbar wahrgenommen: das Herzklopfen vor einem schwierigen Gespräch, ein flaues Gefühl im Magen oder eine spürbare Anspannung. Solche körperlichen Reaktionen sind jedoch nicht eindeutig einer bestimmten Emotion zugeordnet. Ein schnellerer Herzschlag kann beispielsweise mit Angst zusammenhängen, aber ebenso mit Freude, Aufregung oder körperlicher Anstrengung. Körperliche Veränderungen sind damit ein möglicher Bestandteil emotionalen Erlebens, aber kein zuverlässiger „Gefühlsmesser“.
Emotion und Gefühl – ist das dasselbe?Im Alltag werden die Begriffe Emotion und Gefühl häufig gleichbedeutend verwendet. Auch in der Wissenschaft gibt es keine durchgehend einheitliche Abgrenzung. In manchen Modellen bezeichnet „Emotion“ den umfassenderen Vorgang, zu dem beispielsweise Bewertungen, körperliche Reaktionen, Ausdruck und Handlungsimpulse gehören können. Als „Gefühl“ wird dann insbesondere das subjektiv erlebte und bewusste Empfinden bezeichnet. Diese Unterscheidung ist jedoch nicht in allen wissenschaftlichen Ansätzen gleich. Für das Verständnis von Emotionen ist vor allem wichtig, dass subjektives Erleben, körperliche Reaktionen und sichtbarer Ausdruck miteinander zusammenhängen können, aber nicht identisch sein müssen.
Kann man Emotionen an Mimik und Körpersprache erkennen?Gesichtsausdruck, Stimme, Gestik und Körperhaltung können Hinweise auf emotionales Erleben geben. Sie erlauben jedoch keine eindeutige Übersetzung nach dem Muster „dieser Gesichtsausdruck bedeutet diese Emotion“. Derselbe Ausdruck kann in unterschiedlichen Situationen verschiedene Ursachen haben, und Menschen können Gefühle unterschiedlich deutlich zeigen oder ihren Ausdruck bewusst beeinflussen. Wir können deshalb beobachten, wie sich Mimik, Stimme oder Verhalten verändern, sollten Beobachtung und Interpretation aber auseinanderhalten. Ob sich hinter einem sichtbaren Ausdruck tatsächlich eine bestimmte Emotion verbirgt, lässt sich daraus allein nicht sicher bestimmen. Ausführlicher beschäftigt sich damit der Beitrag Echte und verdeckte Emotionen.
Welche Bedeutung haben Emotionen in Konflikten?In Konflikten können Emotionen beeinflussen, worauf Menschen ihre Aufmerksamkeit richten, wie sie Aussagen verstehen und welche Bedeutung sie dem Verhalten des anderen geben. Ärger, Angst, Enttäuschung oder Verletzung können deshalb für den Verlauf eines Konflikts bedeutsam sein. Gleichzeitig müssen starke Gefühle nicht offen sichtbar werden. Das macht einen Unterschied zwischen Wahrnehmung und Interpretation wichtig. Wer glaubt, bereits zu wissen, was der andere fühlt oder warum er sich auf eine bestimmte Weise verhält, kann mit seiner Einschätzung richtigliegen – muss es aber nicht. Wer nachfragt, gibt dem anderen die Möglichkeit, selbst zu beschreiben, wie er eine Situation erlebt und was sie bei ihm ausgelöst hat.
Emotionen in der MediationAuch in einer Mediation gehören Emotionen zum Gespräch. Sie können darauf hinweisen, dass ein Ereignis, eine Aussage oder ein Thema für einen Beteiligten besondere Bedeutung hat. Der Mediator kann solche Reaktionen wahrnehmen und ansprechen. Seine Aufgabe besteht jedoch nicht darin, aus Mimik, Körpersprache oder anderen Reaktionen zu diagnostizieren, was ein Beteiligter „wirklich“ fühlt. Statt eine Emotion zuzuschreiben, kann er beispielsweise fragen, wie eine Situation erlebt wurde oder was eine Aussage beim Beteiligten ausgelöst hat. Damit bleibt die Beschreibung des eigenen Erlebens zunächst bei dem Menschen selbst. Wie ein Mediator mit starken Gefühlen im Gespräch umgehen kann, wird im Beitrag Emotionen in der Mediation ausführlicher behandelt. |