Glossar Mediation

Fremdsicht

Begriff Definition
Fremdsicht

Die Fremdsicht gehört zu den Wahrnehmungsphänomenen aus der Mediation. Eine Selbstwahrnehmung ist nur indirekt möglich, da die Sinne des Menschen immer eher auf die Außenwahrnehmung ausgerichtet sind. Die Selbstwahrnehmung soll beschreiben, wie man sich selbst sieht. Bei der Vorstellung von sich selbst gibt es unterschiedliche Sichten:

  • Selbstsicht
  • Fremdsicht
  • Selbst-Fremdsicht

Bei der Selbstsicht handelt es sich um die Selbsteinschätzung, während die Fremdsicht beschreiben soll, wie man von anderen gesehen wird. Die Selbst-Fremdsicht beschreibt hingegen den Glauben, wie man (wahrscheinlich) von anderen gesehen wird. Die Schnittmenge aus den unterschiedlichen Sichten kann dann eine Übereinstimmung enthalten, mit der im Mediationsverfahren gearbeitet wird. Der Mediator separiert einzelne Sichten, führt sie zusammen oder stellt sie bei Bedarf auch gegenüber.

Die Fremdsicht wird innerhalb der Mediation häufig durch zirkuläre Fragen in Erfahrung gebracht. Zirkuläre Fragen zielen auf eine vermutete Fremdsicht ab. Befragte werden angeregt, sich in eine andere Person oder aber den anderen Medianden hineinzuversetzen und dann die mögliche oder wahrscheinliche Sichtweise zu beschreiben. Diese Fremdsicht kann sich durchaus auf mehrere Personen beziehen und sich auf unterschiedliche Ebenen wie Beziehungen, Personen, Gefühle, Gedanken oder Prozesse fokussieren.

Aber auch in vielen Coachings steht der Mensch mit seiner Selbstsicht und Fremdsicht im Fokus.

© 2024 Frank Hartung » Ihr Mediator bei Konflikten in Familie, Erbschaft, Beruf, Wirtschaft und Schule «  

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