Glossar Mediation

Fachbegriffe aus dem Spektrum der Mediation.

Wer sich zum ersten Mal mit dem Thema Mediation auseinandersetzt, wird häufig mit Begriffen aus dem juristischen Bereich konfrontiert. Ich möchte Sie jedoch nicht mit Fachbegriffen beeindrucken, sondern wünschen mir, dass Sie die Inhalte unserer Webseite auch verstehen. Dennoch gibt es Begriffe, bei denen ich der Meinung bin, dass ich sie zum besseren Verständnis noch einmal erläutern sollte. Ich hoffe sehr, dass Sie sich von meinem FAQ-Bereich – den ich im Übrigen kontinuierlich weiter ausbauen werde – motivieren lassen, sich noch detaillierter mit der Mediation zu befassen.

Bitte nutzen Sie meine Kontaktmöglichkeiten, wenn Sie weitere Fragen haben!

 

BegriffDefinition
Techniken in der Mediation

Wenn von Techniken in der Mediation die Rede ist, sind bestimmte Werkzeuge des Mediators gemeint, die oftmals aus anderen Anwendungen und Disziplinen stammen. Mediative Techniken setzt der Mediator in der Mediation gezielt ein. Nach der Definition stammen Techniken aus dem Griechischen und werden mit Handwerk und Kunst gleichgesetzt. Im Allgemeinen stellen Techniken eine Handelsform, Wissensform oder ein besonderes Können in verschiedenen Bereichen dar. Mediative Techniken sind Arbeitsmittel oder Werkzeuge des Mediators.

Mediationen haben einen vermittelnden Charakter, die viel Verständnis erfordern. Durch die Technik des aktiven Zuhörens und Beobachtens kann der Mediator zum Beispiel verstehen, was die Medianden wünschen oder ablehnen. Durch die Nutzung mediativer Techniken kann der Mediator die Mediation gestalten.

Hierfür greift er auf folgende Techniken zurück:

  • Assoziationen
  • Explorationen
  • Kommunikation
  • Interventionen
  • Kognitionen
  • Konferenzen
  • Kontrollen
  • Kreativität
  • Verfahren
  • Vereinbarungen/Verträge
  • Verhandlungen
  • Wahrnehmungen

Die Techniken in der Mediation sind als Hilfsmittel zu betrachten, deren Erfolg von der richtigen Haltung und Anwendung abhängen.

Synonyme - Mediationstechnik, Mediationstechniken, Methoden
Themensammlung

Bei der Themensammlung handelt es sich im klassischen Mediationsverfahren um die zweite Phase der Mediation. Früher wurde die Themensammlung auch Konfliktdarstellung genannt, da in dieser Phase die zu bearbeitenden Themen dargestellt werden.

Die Medianden erhalten bei der Themensammlung die Gelegenheit, ihre Sichtweise auf den Konflikt darzulegen. Das typische Kommunikationsverhalten im Konflikt führt nämlich dazu, dass sich Streitende nicht richtig zuhören und auch nicht alles ausgesprochen wird. Die eine Partei spricht nicht alles aus, weil sie der Meinung ist, alles bereits erzählt zu haben. Die andere Partei hört nicht richtig zu, weil sie der Meinung ist, alles schon zu kennen und denkt bereits über eine Erwiderung nach.

Die Themensammlung dient demnach auch dazu, diese festgefahrene Spirale zu durchbrechen. Alle an der Mediation Beteiligten können und sollen während der Phase der Themensammlung sprechen, zuhören und bei Bedarf auch nachfragen. Oft erkennen die Beteiligten schon dabei, dass sie häufig „aneinander vorbei“ geredet haben. Dennoch werden die Themen an dieser Stelle noch nicht vertieft, sondern nur aus Gründen der gegenseitigen Information vorgetragen.

Manchmal wird bei einer Themensammlung auch von einer Themenvereinbarung gesprochen. Es werden die jeweiligen Themen gesammelt sowie vereinbart, festgelegt und erlaubt, dass über diese Themen auch gesprochen und verhandelt wird. Es werden bei allen Beteiligten die Themen abgefragt und gemeinsam eine Reihenfolge vereinbart, in der die Themen bearbeitet werden sollen. Spätestens in dieser Phase sollte eine Vertrauensbeziehung zwischen Mediator und Medianden bestehen. Die Themensammlung dient jedoch auch dazu, eine Vertrauensbeziehung zwischen den Medianden wieder aufzubauen. Denn Vertrauen ist auch in der Mediation die Basis für das Finden und Erarbeiten einer interessengerechten Konfliktlösung.

In der Phase der Themensammlung achtet der Mediator auf die Einhaltung der Gesprächsregeln. Dies, zumal schon bei der Sammlung und Erörterung der Themen bereits Vorwürfe geäußert werden oder Gefühlsausbrüche stattfinden könnten. Die Beteiligten sollten in dieser Phase anerkennen, dass verschiedene Menschen auch unterschiedliche Sichtweisen haben, über die nicht gestritten werden muss.

Um den Beteiligten die Sicherheit zu geben, dass kein Thema vergessen wird, kann auf eine Visualisierung zurückgegriffen werden. Die gesammelten Themen werden auf einem Flipchart oder Whiteboard erfasst, um sie klar und deutlich zu dokumentieren. Durch die Visualisierung lässt sich auch die Reihenfolge, in der die Themen im Rahmen der Mediation bearbeitet werden sollen, besser darstellen. Die hierarchische Gliederung kann den Beteiligten helfen, aus einem „großen Konflikt“ mehrere kleine und überschaubare „Einzelteile“ zu machen, die Stück für Stück einfacher bearbeitet werden können. Dadurch dient die Themensammlung auch gleichzeitig dazu, den Beteiligten die Angst vor einer Konfliktlösung zu nehmen.

Synonyme - Themenvereinbarung
Trennungsmediation

Die Trennungsmediation ähnelt der Scheidungsmediation mit dem Unterschied, dass in diesen Fällen das Paar häufig nicht verheiratet ist. Möchte sich ein Paar jedoch trennen und sind gemeinsame Kinder vorhanden, dann kann sich eine Trennung kompliziert gestalten und Konflikte mit sich bringen. Denn wenn Kinder vorhanden sind, besteht zumindest die Elternbeziehung ein Leben lang weiter. Des Weiteren kann eine Trennungsmediation auch von verheirateten Paaren genutzt werden, um die gütliche Ehescheidung vorzubereiten.

Durch eine Trennungsmediation kann trotz Trennung der Grundstein für ein funktionierendes Elternteam gesetzt werden. Auch dient das Mediationsverfahren der Konfliktlösung, wenn es um die gemeinsame Wohnung, das Vermögen oder andere Rechte und Pflichten geht.

Die Trennungsmediation dient häufig als Ersatz eines gerichtlichen Verfahrens. Ihr Ziel ist jedoch nicht, Entscheidungen zu fällen. Durch die Mediation sollen Lösungen gefunden werden, hinter denen die Medianden dann auch beide stehen. Statt Zwang und Urteil tritt bei der Trennungsmediation Verständnis und die gegenseitige Bereitschaft, sich gemeinsam den Herausforderungen einer Trennung zu stellen, in den Vordergrund. Ist Nachwuchs vorhanden, so wird das Verfahren auf das Wohl der gemeinsamen Kinder ausgerichtet.

Die Mediation ist auch geeignet, um Hausrat und Vermögen aufzuteilen, Unterhaltsangelegenheiten zu regeln, den Zugewinnausgleich vorzubereiten oder Besuchs- und Umgangsregelungen zu definieren.

Wie auch in den anderen Mediationsarten dient der Mediator in der Trennungsmediation als neutraler Dritter und allparteilicher Gesprächsführer bzw. Gesprächsbegleiter. In der Mediation bekommen alle Beteiligten Gelegenheit und Raum, sich auszudrücken. Die Verantwortung für die Erarbeitung von Kompromissen und Lösungen bleibt jedoch bei den Medianden. Eine Trennungsmediation kann also auch nur dann mit Erfolg durchgeführt werden, wenn auf beiden Seiten die Bereitschaft besteht, das Verfahren für sich anzunehmen und durchzuführen.

Eine Trennungsmediation bietet sich insbesondere für Paare an, die ihre Elternaufgaben für die Zukunft optimieren möchten und den Wunsch nach fairen Lösungen verspüren. Des Weiteren kann die Trennungsmediation bei verheirateten Paaren für ein schnelles und kostengünstiges Scheidungsverfahren Sorge tragen. Wurden für alle Beteiligten zufriedenstellende und nachhaltige Konfliktlösungen gefunden und erarbeitet, lassen sich diese schriftlich fixieren und in Teilen auch notariell dokumentieren. Eine notariell beglaubigte Mediationsvereinbarung kann gemeinsam mit einem Scheidungsantrag eingereicht werden, um die einvernehmliche Ehescheidung unkompliziert zu gestalten und auch zu beschleunigen. An ihre Grenzen gerät die Trennungsmediation, wenn keine Freiwilligkeit bei einem oder beiden Medianden besteht. 

© 2021 Frank Hartung » Ihr Mediator bei Konflikten in Familie, Erbschaft, Beruf, Wirtschaft, Nachbarschaft und Schule «  

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