Glossar Mediation

Fachbegriffe aus dem Spektrum der Mediation.

Wer sich zum ersten Mal mit dem Thema Mediation auseinandersetzt, wird häufig mit Begriffen aus dem juristischen Bereich konfrontiert. Ich möchte Sie jedoch nicht mit Fachbegriffen beeindrucken, sondern wünschen mir, dass Sie die Inhalte unserer Webseite auch verstehen. Dennoch gibt es Begriffe, bei denen ich der Meinung bin, dass ich sie zum besseren Verständnis noch einmal erläutern sollte. Ich hoffe sehr, dass Sie sich von meinem FAQ-Bereich – den ich im Übrigen kontinuierlich weiter ausbauen werde – motivieren lassen, sich noch detaillierter mit der Mediation zu befassen.

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BegriffDefinition
Nachbarschaftsmediation

Die Nachbarmediation oder Nachbarschaftsmediation dient der Bearbeitung von Konflikten, die in und wegen der Nachbarschaft entstanden sind. In diesem Zusammenhang ist die Nachbarschaft als ein höchst privates und persönliches Umfeld zu betrachten, das durch das Miteinander zwischen Nachbarn wesentlich beeinflusst werden kann.

Streitigkeiten unter Nachbarn haben ihren Grund häufig in Ereignissen und Missverständnissen, die schon lange Zeit zurückliegen. Über einen langen Zeitraum sorgen dann Frust und Ärger für Eskalationen. So führt beispielsweise zu laute Musik oder der zu weit über den Zaun gewachsene Baum häufig zu Nachbarschaftskonflikten. Wenn eigentlich harmlose Ansprüche und Bedürfnisse mit Konfliktpotenzial nicht richtig aufgearbeitet werden, kann es unter Nachbarn schnell zu einer kraft- und nervenzehrenden Auseinandersetzung kommen.

Bei der Nachbarschaftsmediation werden die Sach- und Beziehungsprobleme zwischen den Nachbarn in ihren Ebenen entkoppelt. Dies führt zu gegenseitigem Verständnis und reduziert die psychologische Belastung. In den Mediationsgesprächen wird allen Bedürfnissen gleichermaßen Raum gegeben und die Lösung gemeinsam erarbeitet. Voraussetzung hierfür ist wie bei allen Mediationsarten das beiderseitige Interesse an einer gütlichen Lösung.

Durch die Nachbarschaftsmediation lässt sich die Lebensqualität positiv beeinflussen, da das zukünftige Zusammenleben einen gestalterischen Rahmen erhält. Nicht selten werden bei einer Nachbarmediation aus Nachbarn sogar Freunde.

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Neutralität

Bei der Neutralität handelt es sich um ein grundsätzliches Prinzip der Mediation, die mit der triadischen Brückenfunktion (also der Kommunikation über Achsen) korrespondiert. In der Mediation selbst bedeutet Neutralität, dass Verstandenes ohne eigene Bewertung vermittelt wird. Dieses Vermitteln von Verstandenem ist nicht mehr möglich, sobald ein Mediand das Gefühl hat, dass der Mediator nicht neutral ist. Hat ein Mediand das Gefühl, dass der Mediator parteiisch ist, empfindet er dies als Ungerechtigkeit oder Ungleichgewicht, was Verhandlungen auf Augenhöhe unmöglich erscheinen lässt. Auch wird der Mediand dem Mediator nicht mehr mit Unbefangenheit zuhören können, was wiederum die für die Erarbeitung von Lösungen oft notwendigen Perspektivwechsel und Gedankenkorrekturen ausschließt.

Um die Neutralität des Mediators unter Schutz zu stellen, verpflichtet § 3 Abs. 1 Mediationsgesetz den Mediator zur Offenlegung aller denkbaren Gründe, die dem Neutralitätsprinzip entgegenstehen könnten. Hierzu gehören Hintergründe und Tatumstände, die darauf hinweisen könnten, dass der Mediator dem einen Medianden näher steht als dem anderen. Insbesondere dann, wenn der Mediator mit einem der Medianden befreundet, bekannt, verschwägert oder verwandt ist, entstehen schnell Zweifel an der Neutralität. Auch dann, wenn der Mediator im Vorfeld der Mediation intensive Einzelgespräche mit einer Partei geführt hat, muss er dies zu Beginn der Mediation transparent erläutern, um Zweifel an seiner Neutralität erst gar nicht aufkommen zu lassen.

Fühlt sich ein Mediator sachlich oder emotional befangen, so hat er zur Wahrung der Neutralität das Mediationsverfahren abzubrechen. Haben Medianden den subjektiven Eindruck, an der Neutralität des Mediators zweifeln zu müssen, muss der Mediator diese Zweifel durch Transparenz und Erläuterung beseitigen. Gelingt dies nicht, ist das Vertrauensverhältnis als gestört zu betrachten und die Mediation zu beenden.

In Bezug auf die Mediation wird die Neutralität häufig mit der Allparteilichkeit in Zusammenhang gebracht. Allparteilichkeit beschreibt jedoch eher das Herstellen einer Balance zwischen den Medianden. Beide Parteien sollen sich im Mediationsverfahren auf Augenhöhe begegnen. Der Mediator darf also beispielsweise durch Übersetzungsleistungen und Erklärungen ein Ungleichgewicht zwischen den Medianden ausgleichen, ohne dabei seine Neutralitätspflicht zu verletzen. Jedoch dürfen Medianden nie den Eindruck bekommen, dass der Mediator eine Partei aus sachfremden Gründen mehr unterstützt als die andere. Bei Bedarf kann der Mediator seine unterstützenden Leistungen offenlegen und von den Medianden genehmigen lassen.

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Synonyme - Sachlichkeit, Nichteinmischung, Unparteilichkeit

© 2022 Frank Hartung » Ihr Mediator bei Konflikten in Familie, Erbschaft, Beruf, Wirtschaft, Nachbarschaft und Schule «  

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