Glossar Mediation

FAQ

Beginnen Sie Ihre Reise in die Welt der Mediation, kann der erste Kontakt mit spezifischem Vokabular durchaus herausfordernd sein. Es ist mir ein Anliegen, nicht mit schweren Termini zu prahlen, sondern vielmehr zu inspirieren, damit die Botschaften meiner digitalen Präsenz für Sie klar und verständlich sind. Gewiss, es finden sich einige Schlüsselworte, bei deren Erklärung ich fest davon überzeugt bin, dass sie Ihr Verständnis vertiefen werden. Mit großer Hoffnung blicke ich darauf, dass Sie der von mir mit Sorgfalt gepflegte und stetig erweiterte Bereich häufig gestellter Fragen dazu anregt, sich mit noch größerer Hingabe der Mediation zu widmen.
 
Zögern Sie nicht, sich bei zusätzlichen Unklarheiten oder Informationsbedarf über die angegebenen Kommunikationswege an mich zu wenden!

 

Begriff Definition
Autorität

Im Allgemeinen bezieht sich Autorität auf die Macht oder das Recht, Befehle zu erteilen, Entscheidungen zu treffen oder Regeln aufzustellen, die von anderen befolgt werden müssen. Autorität kann sowohl auf individueller als auch auf institutioneller Ebene existieren und ist ein wichtiger Bestandteil von sozialen Strukturen und Beziehungen.

Die verschiedenen Arten von Autorität
Es gibt verschiedene Arten von Autorität, die in der Gesellschaft anerkannt werden.

  1. Traditionelle Autorität, auf Traditionen, kulturellen Werten und historischen Normen basierend
    Diese Art von Autorität wird oft von Familienoberhäuptern, religiösen Führern oder anderen respektierten Personen ausgeübt, die aufgrund ihres Alters, ihrer Herkunft oder ihres sozialen Status als Autoritätsfiguren angesehen werden.
    Ein Beispiel für traditionelle Autorität ist die Rolle eines Stammesältesten in einer indigenen Gemeinschaft. Der Stammesälteste wird aufgrund seines Alters, seiner Erfahrung und seines Wissens als Autoritätsfigur angesehen und ist für die Aufrechterhaltung der kulturellen Traditionen und Normen verantwortlich.

  2. Rationale Autorität, die auf Wissen, Fähigkeiten oder Kompetenzen beruht.
    Diese Art von Autorität wird oft von Experten, Wissenschaftlern oder Fachleuten ausgeübt, die aufgrund ihres Fachwissens und ihrer Erfahrung als Autoritäten in ihrem jeweiligen Bereich angesehen werden.
    Ein Beispiel für rationale Autorität ist ein Arzt, der aufgrund seines medizinischen Fachwissens und seiner Ausbildung als Autorität in Bezug auf die Gesundheit und das Wohlbefinden seiner Patienten angesehen wird. Patienten vertrauen auf die Kompetenz und das Urteilsvermögen des Arztes und folgen seinen Anweisungen und Empfehlungen.

  3. Charismatische Autorität, die auf der Persönlichkeit oder dem Charisma einer Person basiert.
    Diese Art von Autorität wird oft von Führungspersönlichkeiten, wie zum Beispiel politischen oder religiösen Anführern, ausgeübt, die aufgrund ihrer Ausstrahlung und ihres Einflusses eine große Anhängerschaft haben.
    Ein Beispiel für charismatische Autorität ist die Rolle eines politischen Anführers, der durch seine charismatische Persönlichkeit und seine Fähigkeit, Menschen zu begeistern und zu mobilisieren, eine große Anhängerschaft gewinnt. Diese Art von Autorität kann sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben, je nachdem, wie sie genutzt wird.

Die Rolle von Autorität in der Gesellschaft
Autorität spielt eine wichtige Rolle in der Gesellschaft, da sie dazu beiträgt, soziale Ordnung und Stabilität aufrechtzuerhalten. Autoritätsfiguren haben die Macht, Regeln und Gesetze aufzustellen und durchzusetzen, die für das Zusammenleben in der Gesellschaft von entscheidender Bedeutung sind. Sie dienen als Vorbilder und geben Orientierung und Sicherheit in einer zunehmend komplexen Welt.
Autorität kann auch dazu beitragen, Konflikte zu lösen und Entscheidungen zu treffen, die im besten Interesse der Gesellschaft sind. In demokratischen Gesellschaften wird Autorität durch Wahlen und demokratische Prozesse legitimiert, während in autoritären Regimen die Autorität oft von einer einzelnen Person oder Gruppe ausgeübt wird, ohne die Zustimmung der Bevölkerung.

 

 

Authentizität

Echtheit verkörpert die Wahrhaftigkeit eines Individuums. Es impliziert, dass eine Person gemäß ihrer eigenen moralischen Grundsätze und Überzeugungen lebt, anstatt sich für den Zuspruch anderer zu verstellen.

Bei Menschen, die Authentizität ausstrahlen, befinden sich Gedanken, Handlungen und Emotionen in Harmonie. Sie signalisieren klar, dass sie ihre eigenen Fähigkeiten ebenso wie ihre Grenzen akzeptieren. Individuen mit einer echten Persönlichkeit sind sich ihrer Prinzipien und Begehren bewusst, sie leben danach und treten selbstbewusst dafür ein. Trotz ihrer Konstanz in der Selbsttreue zeigen sie die Fähigkeit, die Mitmenschen samt deren Überzeugungen zu respektieren. Die Herausforderung liegt nicht darin, Rollen abzulegen, sondern darin, sie anzunehmen und dennoch gemäß eigenen Überzeugungen zu wirken. Echte Persönlichkeiten verstehen, dass es immer Menschen geben wird, die sie für ihre Natürlichkeit schätzen und keine Verstellung nötig ist.

Authentische Personen sind sich ihrer Emotionen, Begehren, Gedanken und Überzeugungen vollends bewusst. Sie verstehen ihre Vorzüge und Mängel und sind sich darüber im Klaren, welche Prinzipien sie vertreten. Zudem sind sie aufrichtig und neigen dazu, ihre Emotionen so wiederzugeben, wie sie wirklich sind. In der Regel akzeptieren sie auch die Folgen ihrer aufrichtigen Handlungen. Selbst wenn sie an Beliebtheit verlieren oder einigen Leuten weniger sympathisch erscheinen, werden sie das akzeptieren und dennoch standhaft bleiben.

 

Synonyme - Glaubwürdigkeit, Unverfälschtheit, Zuverlässigkeit, Echtheit
Ausweicher

Der Konflikttyp Ausweicher beschreibt eine Person, die in Konfliktsituationen dazu neigt, Konfrontationen und Auseinandersetzungen zu vermeiden. Sie versucht, Konflikten aus dem Weg zu gehen und Probleme nicht anzusprechen, um eine Eskalation zu vermeiden. Diese Art der Konfliktbewältigung wird auch als "Fluchtverhalten" bezeichnet.

Ein Ausweicher versucht oft, den Frieden zu wahren und die Harmonie in der Beziehung zu anderen aufrechtzuerhalten. Er scheut sich davor, seine eigenen Bedürfnisse und Meinungen zu äußern und gibt oft nach, um Konflikte zu vermeiden. Dies kann dazu führen, dass er sich selbst zurücknimmt und seine eigenen Interessen vernachlässigt.

Im Kontext eines Mediationsverfahrens kann der Konflikttyp Ausweicher sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben. Einerseits kann ein Ausweicher dazu beitragen, die Spannungen zwischen den Konfliktparteien zu reduzieren und die Atmosphäre zu entspannen. Durch sein ruhiges und zurückhaltendes Verhalten kann er dazu beitragen, dass die Emotionen nicht zu hoch kochen und die Kommunikation zwischen den Parteien aufrechterhalten wird.

Andererseits kann ein Ausweicher auch dazu beitragen, dass der Konflikt nicht wirklich gelöst wird. Durch sein Vermeidungsverhalten werden die eigentlichen Probleme nicht angesprochen und es kann zu einer oberflächlichen Einigung kommen, die langfristig keine Lösung darstellt. Zudem kann ein Ausweicher auch dazu beitragen, dass die Konfliktparteien ihre eigenen Bedürfnisse und Interessen nicht ausreichend kommunizieren und somit keine zufriedenstellende Lösung gefunden wird.

Um den Einfluss des Konflikttyps Ausweicher auf ein Mediationsverfahren zu minimieren, ist es wichtig, dass die Mediatoren die Verhaltensweisen und Bedürfnisse aller Konfliktparteien genau beobachten und verstehen. Sie müssen erkennen, wenn ein Ausweicher dazu neigt, wichtige Themen zu umgehen und die Konfliktparteien dazu ermutigen, ihre Meinungen und Bedürfnisse offen auszutauschen. Durch gezielte Fragen und Techniken können Mediatoren auch den Ausweicher dazu bringen, seine eigenen Interessen zu vertreten und somit zu einer konstruktiven Lösung des Konflikts beizutragen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Konflikttyp Ausweicher im Mediationsverfahren sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben kann. Es ist wichtig, dass Mediatoren die Verhaltensweisen und Bedürfnisse aller Konfliktparteien genau beobachten und gezielt darauf eingehen, um eine effektive Konfliktlösung zu erreichen. Durch ein besseres Verständnis des Ausweichers und seiner Rolle im Konflikt können Mediatoren dazu beitragen, dass alle Parteien ihre Interessen und Bedürfnisse ausreichend kommunizieren und somit zu einer nachhaltigen Lösung des Konflikts beitragen.

Aussageverweigerungsrecht des Mediators

Ein Aussageverweigerungsrecht ist das Recht, in einem gerichtlichen Verfahren keine Angaben zum Sachverhalt machen zu müssen. Handelt es sich um das Recht eines Zeugen, wird von einem Zeugnisverweigerungsrecht gesprochen.

Die Vertraulichkeit gehört zu den Grundprinzipien der Mediation. Durch die zugesicherte Vertraulichkeit soll verhindert werden, dass in einem potenziell nachfolgenden Gerichtsverfahren nach Scheitern des Mediationsverfahrens diverse Informationen, die in der Mediation offenbart worden sind, gegen die jeweils andere Partei verwendet werden können. Zu Beginn des Mediationsverfahrens verpflichten sich alle am Verfahren Beteiligten nach Maßgabe der gesetzlichen Möglichkeiten zur Vertraulichkeit. Der Mediator informiert die Medianden über den Umfang seiner Verschwiegenheitspflicht.

Der Mediator ist nach § 4 Mediationsgesetz auch ohne explizite vertragliche Vereinbarung zur Verschwiegenheit verpflichtet. Ihm steht in Gerichtsverfahren ein Aussageverweigerungsrecht bzw. Zeugnisverweigerungsrecht zu, da er bei der Ausübung seines Berufes mit schutzwürdigen Geheimnissen in Kontakt kommt. Die Verschwiegenheitspflicht des Mediators entfällt nur dann, wenn alle Medianden ihn davon entbinden.

In strafrechtlichen Verfahren ist die Möglichkeit des Aussageverweigerungsrechts oder Zeugnisverweigerungsrechts nicht immer gegeben. Bei Einführung des Mediationsgesetzes wurde auf die Anpassung der StPO Strafprozessordnung verzichtet. Hierin befindet sich in § 53 StPO eine Liste mit Berufs-Geheimnisträgern, denen ein Aussageverweigerungsrecht und Zeugnisverweigerungsrecht zugebilligt wird. Hierin werden Anwälte und Geistliche benannt, aber keine Mediatoren. Damit steht nur den Mediatoren, die im Grundberuf wie beispielsweise als Anwalt über ein Aussageverweigerungsrecht zurückgreifen können, die Möglichkeit der Aussageverweigerung zu. Mediatoren aus anderen Berufsgruppen haben dieses Recht nicht automatisch inne.

Das Aussage- oder Zeugnisverweigerungsrecht des Mediators kann nicht nur als Recht betrachtet werden, sondern gleichzeitig auch als Pflicht. Das bedeutet, wenn die Medianden den Mediator von seiner Schweigepflicht entbinden, ist er zu einer Aussage verpflichtet.

Synonyme - Zeugnisverweigerungsrecht, Auskunftsverweigerungsrecht
Ausnahmefragen

Ausnahmefragen sind eine spezielle Art von Fragen, die in der Mediation eingesetzt werden, um den Fokus auf positive Aspekte zu lenken und die Konfliktparteien dazu zu bringen, über mögliche Lösungen nachzudenken. Sie basieren auf der Annahme, dass es in jeder Situation Ausnahmen gibt, also Momente oder Aspekte, in denen der Konflikt nicht vorhanden oder nicht so stark war. Durch das Bewusstmachen dieser Ausnahmen können neue Perspektiven und Ideen entstehen, die zu einer Lösung des Konflikts beitragen können. Beispiele für Ausnahmefragen:

  • Wann war der Konflikt in der Vergangenheit nicht vorhanden?
  • Gibt es Momente, in denen Sie sich gut verstanden haben?
  • Was hat dazu geführt, dass Sie sich in der Vergangenheit gut verstanden haben?
  • Wie haben Sie es geschafft, den Konflikt für kurze Zeit zu lösen?
  • Was haben Sie getan, um die Situation zu verbessern?
  • Wann haben Sie das Gefühl, dass Sie auf einer gemeinsamen Wellenlänge sind?
  • Welche kleinen Schritte haben Sie bereits unternommen, um den Konflikt zu lösen?
  • Was hat dazu geführt, dass Sie sich in der Vergangenheit respektiert gefühlt haben?
  • Wann haben Sie das Gefühl, dass Sie sich auf Augenhöhe begegnen?
  • Gibt es bestimmte Themen, über die Sie sich einig sind?

Warum sind Ausnahmefragen in der Mediation hilfreich?
Ausnahmefragen haben mehrere Vorteile in der Mediation. Zum einen lenken sie den Fokus weg von den negativen Aspekten des Konflikts und hin zu möglichen Lösungen. Dadurch wird eine positive Atmosphäre geschaffen, die es den Konfliktparteien ermöglicht, offener und konstruktiver miteinander zu kommunizieren. Zum anderen helfen Ausnahmefragen dabei, die Stärken und Ressourcen der Konfliktparteien zu erkennen und zu nutzen. Oftmals sind diese bereits in der Vergangenheit genutzt worden, um den Konflikt zu lösen, und können daher erneut eingesetzt werden.

Wie werden Ausnahmefragen in der Mediation eingesetzt?
Ausnahmefragen können in verschiedenen Phasen der Mediation eingesetzt werden. In der ersten Phase, der Konfliktklärung, können sie dazu dienen, die Konfliktparteien dazu zu bringen, über positive Aspekte ihrer Beziehung zu sprechen und die Bereitschaft zu wecken, gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten. In der zweiten Phase, der Lösungsfindung, können Ausnahmefragen dazu beitragen, konkrete Lösungsideen zu entwickeln und zu bewerten. In der dritten Phase, der Vereinbarung, können sie dazu beitragen, eine gemeinsame Basis für die zukünftige Zusammenarbeit zu schaffen und die Konfliktparteien dazu zu motivieren, sich an getroffene Vereinbarungen zu halten.

Ausnahmefrage

Das Konzept der Ausnahmefrage konzentriert sich auf die Identifikation positiver Erfahrungen oder besonderer Gelegenheiten, die im Zusammenhang mit der vorliegenden Schwierigkeit oder Aufgabe stehen. Der Sinn dahinter liegt in der Mobilisierung von bereits im System existierenden Kompetenzen und Ressourcen.

Die Verwendung der Ausnahmefrage lässt sich anhand eines exemplarischen Falles verdeutlichen:

Nehmen wir an, Sie befinden sich in einer Konversation, und unversehens rücken Schwierigkeiten in den Mittelpunkt, über die Ihr Gegenüber eingehend berichtet. Trotz Ihrer Bemühungen, mit Lösungsansätzen oder Ratschlägen vorzudringen, stoßen diese auf Granit. Im Verlauf des Dialogs stellt sich ein Gefühl der Frustration, Niedergeschlagenheit oder Langeweile bei Ihnen ein, und Sie finden sich in einer sogenannten Problemtrance mit Ihrem Gesprächspartner wieder.

Hier kann die Ausnahmefrage Abhilfe schaffen und einen Perspektivwechsel herbeiführen:
„Angesichts deiner bisherigen Schilderungen scheint die Lage wirklich bedrückend zu sein! Gab es aber Zeiten in der Vergangenheit, wo es dir nicht so erging?“

Diese Frage regt eine mentale Suche an und lenkt den Dialog auf Momente, die frei von den aktuellen Sorgen waren. Oftmals ist es zielführend, das Gespräch mit weiterführenden Fragen zu vertiefen:

„Was unterschied diese Momente von deinen aktuellen Herausforderungen?“
„Was warst du in der Lage zu tun, was jetzt nicht möglich scheint?“
„ Auf welche Weise hast du dir damals selbst aus der Patsche geholfen?“

 

Außergerichtliche Streitbeilegung

Über die herkömmliche Streitbeilegung vor öffentlichen oder staatlichen Gerichten hinaus gibt es fünf Alternativen zur außergerichtlichen Streitbeilegung:

  1. Verhandlung
  2. Schiedsgericht
  3. Schiedsgutachter
  4. Schlichtung
  5. Mediation

Einige der außergerichtlichen Streitbeilegungsverfahren sind freiwillig, während Landesgesetze auch die Zulässigkeit eines Klage- oder Zivilverfahrens davon abhängig machen kann, ob zuvor ein außergerichtliches Streitbeilegungsverfahren angestrengt worden ist. Diese gesetzlichen Regelungen, bei bestimmten Konfliktangelegenheiten vor Anstrengung eines Gerichtsverfahrens eine gütliche Einigung herbeizuführen, soll der Entlastung der Zivilgerichte erster Instanz dienen und die Streitschlichtung vermehrt in die gesellschaftlichen Institutionen verlagern.

Die Durchführung eines Schlichtungsverfahrens kann zum Beispiel bei vermögensrechtlichen Streitigkeiten vor Amtsgerichten vom Gesetzgeber vorgeschrieben werden, die einen Streitwert bis zu 750,00 € (Stand: 2019) betreffen. Gleiches gilt für bestimmte Streitigkeiten betreffend das Nachbarrecht und allgemeine Gleichbehandlungsgesetz sowie wegen Ehrverletzungen, die nicht den Bereich von Presse oder Rundfunk betreffen. Ausgenommen von diesem Erfordernis, zunächst eine außergerichtliche Streitbeilegung anzustrengen, sind Streitigkeiten in Familiensachen, Zwangsvollstreckungssagen und Angelegenheiten, denen ein Mahnverfahren vorausgegangen ist.

Im Gegensatz zu klassischen Gerichtsprozessen gelten außergerichtliche Streitbeilegungsverfahren als schneller, diskreter und kostengünstiger.

Augenhöhe

Ein Dialog, der auf gegenseitigem Respekt beruht, schafft die Grundlage für ein vertrauensvolles Miteinander und fördert eine respektvolle Interaktion, bei der jeder Teilnehmer sich so wertgeschätzt fühlt, wie er es sich für sich selbst wünscht.

Der Terminus "Mediation auf Augenhöhe" impliziert, dass die Interagierenden sich auf einer Stufe begegnen, welche durch Fairness und gegenseitige Achtung gekennzeichnet ist. Ziel ist es, eine Atmosphäre zu erschaffen, in der niemand dominiert oder sich untergeordnet fühlt. Stattdessen soll ein Austausch auf uniformem Level stattfinden. Für das Erreichen dieser Ebenbürtigkeit ist es unerlässlich, dass der Kontext des Mediationsverfahrens so konzipiert wird, dass alle Beteiligten mit identischen Rechten agieren können. Sie sollten über äquivalente Verhandlungsbefugnisse und Positionen verfügen sowie vergleichbare Startbedingungen besitzen.

Ob die Beteiligten tatsächlich ebenbürtig agieren, zeigt sich zunächst in ihrer wechselseitigen Interaktion:

  • Achten sie auf die Ansichten des anderen?
  • Sind sie aufmerksame Zuhörer?
  • Lassen sie sich von Vorurteilen oder festgefahrenen Ansichten leiten?
  • Demonstrieren sie dem Gegenüber dessen Unterlegenheit?

In Konfliktsituationen ist oft zu beobachten, dass es den Parteien schwerfällt, diese Kriterien zu erfüllen. Daher leitet der Mediator die Streitenden schrittweise zu einer Verhandlungsebene hin, die Ebenbürtigkeit zulässt. Das Verhandeln auf Augenhöhe stellt einen entscheidenden Faktor dafür dar, dass eine selbstbestimmte Übereinkunft gefunden wird, in der jede Seite die Freiheit hat, sich nicht dem Willen der anderen zu beugen. Dies gilt als Voraussetzung für die Akzeptanz der gefundenen Lösung durch alle Beteiligten. Um ebengleiche Verhandlungen zu führen, muss eine ausgeglichene Kommunikation unter den Parteien ermöglicht werden. Für den Ablauf einer konstruktiven Kommunikation ist essentiell, dass sich die Verhaltensmuster wechselseitig begünstigen und vervollständigen.

Bedeutung in der Mediation:
Es obliegt dem Mediator, das Vorhandensein von Ebenbürtigkeit zu überwachen und alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um diese zu gewährleisten. Er verfügt über diverse Techniken, um die schwächere Seite zu stärken, wie etwa das Durchführen von Einzelgesprächen oder das Hinzuziehen eines Beistandes. Es ist unabdingbar, das Phänomen der Asymmetrie anzusprechen. In bestimmten Fällen kann es ausreichen, das Verfahren neu zu strukturieren und die Parteien hinsichtlich der Bedeutung ihrer Rolle sowie der zugehörigen Verantwortung zu sensibilisieren.

 

Asymmetrische Konflikte

Bei einem asymmetrischen Konflikt sind die Kräfteverhältnisse ungleichmäßig verteilt.

Besonders in Gruppendynamiken machen sich asymmetrische Verhältnisse bemerkbar, wenn beispielsweise nach dem Motto „alle gegen einen“ agiert wird. Dieses Ungleichgewicht kann in Mediationsverfahren Probleme bereiten. Mediatoren müssen grundsätzlich versuchen, ein Gleichgewicht in der Kräfteverteilung zwischen den Medianden herzustellen.
In Mediationen mit Gruppen kann ein Ungleichgewicht aufgrund der Personenanzahl nur schwierig ausgeglichen werden. Hierbei müssen Dynamiken und zahlenmäßige Machtgefälle berücksichtigt werden. Mediatoren müssen Entscheidungen treffen, wie mit asymmetrischen Konflikten umgegangen werden kann und auf welchen Grundsätzen die Mediation aufgebaut werden soll.

In einigen Fällen kann mit einer gesamten Arbeitsgruppe weitergearbeitet werden, um das komplette Potenzial der Gruppe auszuschöpfen. So bekommen alle den Mediationsprozess mit und sind am Ende motiviert, das Ergebnis der Mediation mitzutragen.

In anderen Fällen können Mediatoren darauf setzen, mit einzelnen Personen und einem oder gleich mehreren Delegierten aus der Gesamtgruppe nach dem Grundsatz der Mediation im Machtgleichgewicht zu arbeiten. Dadurch wird dem einzelnen Teilnehmer das traumatische Erlebnis einer Abgrenzung von der Gruppe erspart. Andere Mediatoren nutzen hingegen eine Mediation im Pendelverfahren, um zwischen den getrennten Konfliktparteien zu vermitteln.

Asymmetrische Konflikte können jedoch auch bei Mediationen mit zwei einzelnen Personen als Medianden entstehen. Hier kommt insbesondere ein Ungleichgewicht auf, wenn zum Beispiel ein Mediand kein Muttersprachler ist und Sprachbarrieren die Konfliktarbeit erschweren. Auch dann, wenn es sich bei den Medianden um eine besonders dominante und selbstbewusste Person handelt, die in einem Konflikt mit einer submissiven und unsicheren Person steckt, können diese Charaktereigenschaften zu einer Asymmetrie führen. Bei einzelnen Personen ist es für Mediatoren deutlich einfacher, ein Gleichgewicht wieder herzustellen.

Assoziationen

Assoziationen sind Verbindungen, die unser Gehirn zwischen verschiedenen Begriffen, Vorstellungen oder Erfahrungen herstellt. Sie sind Teil unseres Denkprozesses und ermöglichen es uns, komplexe Zusammenhänge zu verstehen und zu verarbeiten. Assoziationen können sowohl bewusst als auch unbewusst auftreten und beeinflussen unser Denken, Fühlen und Handeln.

Allgemeine Bedeutung
Assoziationen sind ein grundlegender Teil unserer kognitiven Fähigkeiten und spielen eine wichtige Rolle in unserem täglichen Leben. Sie helfen uns dabei, Informationen zu verknüpfen, zu organisieren und zu speichern. Durch Assoziationen können wir neue Ideen entwickeln, kreative Lösungen finden und komplexe Probleme lösen. Sie sind auch ein wichtiger Bestandteil unserer Kommunikation, da sie es uns ermöglichen, uns verständlich auszudrücken und uns auf einer gemeinsamen Ebene zu verbinden.

Assoziationen in der Mediation
In der Mediation beziehen sich Assoziationen auf die Verbindung von Gedanken, Gefühlen und Erinnerungen, die bei den Konfliktparteien im Zusammenhang mit dem Konfliktthema auftreten. Sie können sowohl positive als auch negative Assoziationen beinhalten und beeinflussen die Wahrnehmung und das Verhalten der Beteiligten. Assoziationen können auch dazu führen, dass bestimmte Themen oder Worte bei den Konfliktparteien starke emotionale Reaktionen auslösen.

Beispiel aus der Mediation
Zwei Geschäftspartner haben einen Konflikt über die Aufteilung von Gewinnen. Während der Mediation bringt einer der Partner das Wort "Geldgier" auf und der andere reagiert sofort mit Wut und Ablehnung. In diesem Fall kann das Wort "Geldgier" bei dem Partner negative Assoziationen hervorrufen, die auf vergangene Erfahrungen oder Vorurteile basieren. Diese Assoziationen können dazu führen, dass der Konflikt eskaliert und eine konstruktive Lösung erschwert wird.

Umgang mit Assoziationen in der Mediation
In der Mediation ist es wichtig, dass der Mediator sich der Assoziationen der Konfliktparteien bewusst ist und diese aktiv in den Mediationsprozess einbezieht. Durch gezieltes Nachfragen und Reflektieren kann der Mediator dazu beitragen, dass die Konfliktparteien ihre Assoziationen erkennen und reflektieren. Dies kann dazu beitragen, dass sie ihre Perspektive erweitern und offen für alternative Lösungen werden. Der Mediator kann auch dabei unterstützen, dass die Konfliktparteien ihre Assoziationen voneinander trennen und sich auf die eigentlichen Interessen und Bedürfnisse konzentrieren.

 

Assoziation

Der Begriff der Assoziation stammt aus dem Lateinischen und kann mit „Vergesellschaftung“ übersetzt werden. Von einer Assoziation wird gesprochen, wenn mehrere psychische Empfindungen, Vorstellungen, Gedanken und Inhalte einmal bewusst waren und in der Folge die Tendenz aufweisen, immer in derselben „Gesellschaft“ aufzutreten. Gelangt ein solcher „Gesellschafter“ ins Bewusstsein, so folgen andere automatisch nach. Nach Auffassung von Aristoteles folgen Assoziationen drei Grundregeln, nämlich der räumlich-zeitlichen Kontiguität (Beispiel: Tisch – Stuhl), der Ähnlichkeit (Beispiel: Maus – Ratte, Kaninchen – Hase) und der Gegensätze bzw. Kontraste (Beispiel: kalt – heiß, hell – dunkel).

Psychologisch betrachtet ist eine Assoziation eine Verknüpfung von zwei oder mehreren Erlebnissen bzw. Inhalten miteinander. So können Assoziationsketten entstehen, die als Basis der Gedächtnisleistung gelten. Eine Assoziation kann sowohl bewusst als auch unbewusst sein. In der Psychotherapie werden Assoziationen dazu verwendet, um unbewusste Regungen und verdrängte Erlebnisse zu analysieren sowie aufzuspüren. So geschieht dies beispielsweise auch bei der Traum-Analyse oder den weit verbreiteten Analysen, bei dem Patienten ihre Vorstellungen zu Klecksbildern äußern sollen.

Durch Assoziationen kann auch das Lernen erleichtert werden. Werden neue Informationen mit persönlichen Emotionen, Erinnerungen, Orten oder Bildern verknüpft, können diese wieder leichter abgerufen werden. Neue Informationen werden mit bestehenden Informationen vernetzt, Inhalte werden im Zusammenhang integriert, was bei der Verarbeitung und beim Speichern von Informationen hilft. Oft wird auch von sogenannten „Eselsbrücken“ gesprochen, die das Verinnerlichen von Lerninhalten erleichtern sollen.

In der Mediation werden Assoziationen als Methode zur Aufdeckung von unbewussten Konflikten sowie geheimer Wünsche genutzt. In der Praxis wird alles geäußert, was spontan zu den einzelnen Vorstellungen einfällt. Schon Siegfried Freud nutzte Assoziationen als Mittel zur Konfliktbearbeitung. In der Regel nutzen Menschen das assoziative Denken. Welche Assoziation in einem Bereich auftritt, entscheidet dabei das Unterbewusstsein, das auf situative Anforderungen, Erfahrungen, Erziehungseinflüsse und die eigene Persönlichkeit samt individueller Charaktereigenschaften zurückgreift. Assoziatives Denken greift also auf Interessen und Bedürfnisse zurück, sodass ausgedrückt wird, was dem jeweiligen Menschen besonders wichtig ist. Assoziationen werden insbesondere in der dritten Phase der Mediation genutzt, um den Konflikt und seine verborgenen Hintergründe zu durchleuchten und zu erhellen.

Synonyme - Zusammenschluss, Vereinigung,Verknüpfung
Arbitration

Ein arbitrales Verfahren ist ein außergerichtliches Streitbeilegungsverfahren, bei dem die Parteien ihre Streitigkeiten einem Schiedsgericht unterwerfen, das anstelle eines staatlichen Gerichts über den Konflikt entscheidet. Dieses Schiedsgericht wird oft von den Parteien selbst bestimmt und folgt speziellen Verfahrensregeln und Schiedsvereinbarungen. Das Ziel des arbitralen Verfahrens ist es, Konflikte auf schnelle und effektive Weise beizulegen, ohne den Weg über staatliche Gerichte gehen zu müssen.

Im Gegensatz dazu ist Mediation ein informelles Verfahren, bei dem ein neutraler Vermittler versucht, die Parteien zu einer einvernehmlichen Lösung des Konflikts zu führen. Bei der Mediation liegt die Entscheidungsgewalt bei den Parteien, während beim arbitralen Verfahren die Entscheidung von der Schiedsperson oder dem Schiedsgericht getroffen wird.

 

Synonyme - arbitrales Verfahren
Arbeitsplatzmediation

Auseinandersetzungen unter Kollegen treten häufig auf, insbesondere innerhalb von Arbeitsgruppen mit intensiver Zusammenarbeit. Der Einsatz von Mediationsverfahren kann einen wesentlichen Beitrag zur Aufwertung der Atmosphäre innerhalb der Firma leisten. Individuell zugeschnittene Methoden ermöglichen eine transparente Klärung von Verantwortlichkeiten innerhalb des Personals, die Erwartungen von Unternehmensleitung und Führungskräften sowie der Mitarbeiter untereinander und fördern eine ausgewogene Verteilung der Aufgabenbereiche.

Die Vorzüge einer Mediation im beruflichen Umfeld liegen auf der Hand:

  • Zuerst werden Ressourcen wie Zeit und Geld geschont, da Konflikte teure Folgen nach sich ziehen können. Diese Kosten resultieren aus reduzierter Arbeitsleistung, vermiedener direkter Kommunikation, erhöhter Anzahl an Fehltagen und einer verschlechterten Arbeitssituation.
  • Ein friedvolles Zusammenarbeiten verbessert die Adaptivität und das Engagement der Belegschaft, was die Effektivität und das Output steigern kann.
  • Weiterhin sinkt die Rate der krankheitsbedingten Abwesenheiten.
  • Eine optimierte Verständigung sorgt für ein besseres Begreifen der Situationen und führt zu einer effizienten Aufklärung von Irrtümern. Die berufliche Beziehung wird dadurch bewahrt.

Überdies stellt die Mediation eine langanhaltend kostenbewusste und zukunftsfähige Option gegenüber gerichtlichen Streitigkeiten dar.

 

Arbeitsplatzkonflikt

Arbeitsplatzkonflikte sind in vielen Unternehmen ein häufiges Phänomen und können sowohl auf individueller als auch auf organisatorischer Ebene auftreten. Sie können zu einer Beeinträchtigung der Arbeitsqualität, einer Verschlechterung des Betriebsklimas und letztendlich zu einer Beeinträchtigung der Produktivität führen. Daher ist es wichtig, Konflikte am Arbeitsplatz frühzeitig zu erkennen und angemessen zu lösen, um negative Auswirkungen zu vermeiden.

Arbeitsplatzkonflikte in der Mediation
In der Mediation geht es darum, Konflikte zwischen zwei oder mehreren Parteien durch eine neutrale dritte Person zu lösen. Auch am Arbeitsplatz können Mediatoren eingesetzt werden, um Konflikte zwischen Mitarbeitern oder zwischen Mitarbeitern und dem Arbeitgeber zu lösen. Die Mediation bietet den Vorteil, dass die beteiligten Parteien selbst aktiv an der Lösung des Konflikts teilnehmen und somit zu einer für alle Beteiligten akzeptablen Lösung beitragen können.

Faktoren, die zu Arbeitsplatzkonflikten führen können
Es gibt verschiedene Faktoren, die zu Arbeitsplatzkonflikten beitragen können. Dazu gehören unter anderem:

  1. Unterschiedliche Persönlichkeiten
    Jeder Mensch hat eine individuelle Persönlichkeit und daher auch unterschiedliche Verhaltensweisen und Kommunikationsstile. Diese können zu Missverständnissen und Konflikten führen, wenn sie nicht verstanden und akzeptiert werden.

  2. Mangelnde Kommunikation
    Eine unzureichende Kommunikation kann zu Fehlinterpretationen und Konflikten führen. Wenn wichtige Informationen nicht ausgetauscht werden oder Missverständnisse nicht geklärt werden, können Konflikte entstehen.

  3. Konkurrenzdenken
    In vielen Unternehmen herrscht ein starker Wettbewerb um Positionen, Anerkennung oder finanzielle Belohnungen. Dies kann zu Konflikten zwischen Mitarbeitern führen, die sich in einem ständigen Konkurrenzkampf befinden.

  4. Unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse
    Jeder Mitarbeiter hat individuelle Interessen und Bedürfnisse, die nicht immer mit den Zielen des Unternehmens oder den Interessen anderer Mitarbeiter übereinstimmen. Diese Unterschiede können zu Konflikten führen, wenn sie nicht berücksichtigt werden.

  5. Mangelnde Konfliktlösungskompetenz
    Viele Menschen haben Schwierigkeiten, Konflikte konstruktiv zu lösen. Oftmals werden Konflikte vermieden oder eskalieren, weil die beteiligten Personen nicht über die notwendigen Fähigkeiten verfügen, um sie zu lösen.

Ein Beispiel für einen Arbeitsplatzkonflikt, der durch Mediation gelöst werden könnte, ist ein Konflikt zwischen zwei Kollegen aufgrund unterschiedlicher Arbeitsstile. Der eine Kollege bevorzugt eine strukturierte und methodische Arbeitsweise, während der andere Kollege eher spontan und flexibel arbeitet. Diese unterschiedlichen Arbeitsstile können zu Konflikten führen, wenn beispielsweise gemeinsame Projekte nicht erfolgreich abgeschlossen werden können oder es zu Unstimmigkeiten bezüglich der Verteilung von Aufgaben kommt. Durch eine Mediation könnten die beiden Kollegen gemeinsam eine Lösung finden, die es ihnen ermöglicht, ihre Arbeitsstile zu kombinieren und somit effektiver zusammenzuarbeiten.

Synonyme - Arbeitsplatzkonflikte
Arbeitskonflikt

Arbeitskonflikte sind in der Arbeitswelt allgegenwärtig und können als Auseinandersetzungen oder Differenzen zwischen zwei oder mehreren Parteien innerhalb eines Unternehmens definiert werden. Sie können auf verschiedenen Ebenen stattfinden, wie zum Beispiel zwischen Mitarbeitern, zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten oder zwischen verschiedenen Abteilungen. Diese Konflikte können sowohl auf persönlichen als auch auf beruflichen Differenzen basieren und können sich auf verschiedene Aspekte der Arbeit beziehen, wie zum Beispiel auf die Aufgabenverteilung, die Kommunikation, die Entscheidungsfindung oder die Arbeitsbedingungen.

Arten von Arbeitskonflikten
Es gibt verschiedene Arten von Arbeitskonflikten, die je nach Art der beteiligten Parteien und der Ursachen, die zu ihnen geführt haben, unterschieden werden können. Eine häufige Unterscheidung ist die zwischen persönlichen und sachlichen Konflikten. Persönliche Konflikte entstehen aufgrund von persönlichen Meinungsverschiedenheiten, Konkurrenzdenken oder ungelösten Konflikten aus der Vergangenheit. Sie können sich auf die zwischenmenschlichen Beziehungen am Arbeitsplatz auswirken und die Zusammenarbeit erschweren. Sachliche Konflikte hingegen beziehen sich auf berufliche Differenzen, wie zum Beispiel unterschiedliche Arbeitsstile, unklare Verantwortlichkeiten oder mangelnde Ressourcen. Sie können sich auf die Arbeitsabläufe und die Effizienz des Teams auswirken.

Ursachen von Arbeitskonflikten
Die Ursachen von Arbeitskonflikten können vielfältig sein und hängen oft von den individuellen Persönlichkeiten und Einstellungen der beteiligten Parteien ab. Ein häufiger Auslöser von Konflikten ist die unklare Kommunikation, sei es aufgrund von Missverständnissen, unzureichender Informationsweitergabe oder mangelnder Transparenz. Auch unterschiedliche Erwartungen und Ziele können zu Konflikten führen, insbesondere wenn diese nicht klar kommuniziert wurden. Weitere Ursachen können unfaire Behandlung, Konkurrenzdenken, mangelnde Wertschätzung oder ungelöste Konflikte aus der Vergangenheit sein.

Auswirkungen von Arbeitskonflikten
Arbeitskonflikte können sich auf verschiedene Weise auf die betroffenen Mitarbeiter, Teams und das Unternehmen auswirken. Eine der offensichtlichsten Auswirkungen ist ein gestörtes Arbeitsklima, das zu einer allgemeinen Unzufriedenheit und einem schlechten Betriebsklima führen kann. Die Arbeitsleistung kann ebenfalls beeinträchtigt werden, da Konflikte die Zusammenarbeit und die Effizienz der Mitarbeiter beeinträchtigen können. Zudem können Konflikte zu einem erhöhten Krankenstand, einem höheren Personalwechsel und einer geringeren Motivation der Mitarbeiter führen. In extremen Fällen können sie sogar zu rechtlichen Auseinandersetzungen und einem Imageverlust für das Unternehmen führen.

Beispiel für einen Arbeitskonflikt
Ein Beispiel für einen Arbeitskonflikt könnte folgendermaßen aussehen: Zwei Mitarbeiter, die in einem Team zusammenarbeiten, haben unterschiedliche Arbeitsstile und sind sich uneinig darüber, wie eine bestimmte Aufgabe am besten erledigt werden sollte. Der eine bevorzugt eine schnelle und pragmatische Herangehensweise, während der andere Wert auf eine gründliche und detaillierte Vorgehensweise legt. Diese unterschiedlichen Arbeitsstile führen zu Konflikten und Unstimmigkeiten bei der Aufgabenerledigung, was zu Frustration und Unzufriedenheit bei beiden Mitarbeitern führt. Dies kann sich auf die Effizienz des Teams auswirken und zu einer Verschlechterung der Arbeitsbeziehung zwischen den beiden Mitarbeitern führen.

Synonyme - Arbeitskonflikte
Appellohr

Das Appellohr ist eine Kommunikationstechnik, die in der Mediation eingesetzt wird, um das Verständnis und die Empathie zwischen den Konfliktparteien zu fördern. Dabei geht es darum, dass die Parteien lernen, aktiv zuzuhören und die Perspektive des anderen einzunehmen. Der Begriff "Appellohr" stammt vom lateinischen Wort "appellare", was so viel bedeutet wie "ansprechen" oder "anrufen". Es geht also darum, den anderen anzusprechen und seine Sichtweise zu verstehen.

Wie funktioniert das Appellohr?
Das Appellohr besteht aus drei Schritten:

  1. Zuhören
    Zunächst hört der Mediator aufmerksam zu, während eine Partei ihre Sichtweise des Konflikts darlegt. Dabei ist es wichtig, dass der Mediator nicht nur die Worte, sondern auch die Gefühle und Bedürfnisse hinter den Aussagen wahrnimmt.
  2. Zusammenfassen
    Im zweiten Schritt wiederholt der Mediator das Gehörte in eigenen Worten und fragt nach, ob er es richtig verstanden hat. Dies ermöglicht der Partei, ihre Aussagen zu korrigieren oder zu präzisieren.
  3. Nachfragen
    Im dritten Schritt stellt der Mediator offene Fragen, um das Verständnis weiter zu vertiefen und die Gefühle und Bedürfnisse der Partei zu ergründen.

Beispiel aus der Mediation:
Zwei Nachbarn streiten sich darüber, wer für die Reinigung des gemeinsamen Treppenhauses zuständig ist. Der eine Nachbar, Herr Meier, beschwert sich bei der Mediation darüber, dass Frau Müller nie ihren Teil der Arbeit erledigt. Der Mediator wendet nun das Appellohr an, indem er zunächst Herrn Meier ausreden lässt und aktiv zuhört. Anschließend wiederholt er in eigenen Worten, was er gehört hat, und fragt nach, ob er es richtig verstanden hat. Herr Meier korrigiert ihn und betont, dass es ihm nicht nur um die Reinigung geht, sondern dass er sich von Frau Müller nicht respektiert fühlt. Der Mediator stellt nun offene Fragen, um die Gefühle und Bedürfnisse von Herrn Meier besser zu verstehen. Dabei stellt sich heraus, dass er sich von Frau Müller nicht wertgeschätzt fühlt, da sie nie Danke sagt oder sich für seine Arbeit bedankt. Durch das Appellohr wird deutlich, dass es bei dem Konflikt nicht nur um die Reinigung des Treppenhauses geht, sondern auch um zwischenmenschliche Beziehungen und Wertschätzung.

Appell

Der Begriff "Appell" stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie "Aufruf" oder "Anruf". In der Mediation bezieht sich der Appell auf die Aufforderung an die Konfliktparteien, ihre jeweiligen Interessen und Bedürfnisse zu kommunizieren und zu berücksichtigen.

In der Mediation geht es darum, Konflikte auf friedliche und konstruktive Weise zu lösen. Dabei ist es wichtig, dass die Konfliktparteien miteinander kommunizieren und versuchen, ihre Interessen und Bedürfnisse zu verstehen. Der Appell ist hier ein wichtiger Bestandteil, da er die Konfliktparteien dazu auffordert, aktiv an der Lösung des Konflikts mitzuwirken.

Der Appell kann in verschiedenen Formen auftreten. Zum einen kann er direkt von der Mediatorin oder dem Mediator ausgesprochen werden, indem sie oder er die Konfliktparteien dazu auffordert, ihre Interessen und Bedürfnisse zu äußern. Zum anderen kann der Appell auch indirekt erfolgen, beispielsweise durch die Strukturierung des Mediationsprozesses. Hier werden die Konfliktparteien dazu angehalten, sich aktiv an den verschiedenen Phasen der Mediation zu beteiligen und ihre Perspektiven und Lösungsvorschläge einzubringen.

Der Appell spielt eine wichtige Rolle in der Mediation, da er dazu beiträgt, dass die Konfliktparteien sich auf Augenhöhe begegnen und gemeinsam nach einer Lösung suchen. Durch den Appell werden die Konfliktparteien dazu ermutigt, Verantwortung für ihre eigenen Bedürfnisse und Interessen zu übernehmen und diese offen und ehrlich zu kommunizieren.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Appells in der Mediation ist die Förderung der Empathie. Durch die Aufforderung, die Perspektive des anderen zu verstehen, werden die Konfliktparteien dazu angehalten, sich in die Lage des anderen zu versetzen und dessen Bedürfnisse und Interessen zu berücksichtigen. Dies kann dazu beitragen, dass die Konfliktparteien eine gemeinsame Lösung finden, die für beide Seiten akzeptabel ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Appell in der Mediation eine Aufforderung an die Konfliktparteien ist, aktiv an der Lösung des Konflikts mitzuwirken und ihre Interessen und Bedürfnisse offen und ehrlich zu kommunizieren. Er fördert die Zusammenarbeit und Empathie zwischen den Konfliktparteien und trägt somit maßgeblich zur erfolgreichen Konfliktlösung bei.

Apathie

Apathie bezieht sich auf ein Gefühl der Gleichgültigkeit oder des Desinteresses gegenüber Dingen, die normalerweise Interesse oder Freude auslösen würden. Es ist wichtig zu beachten, dass Apathie nicht dasselbe ist wie Depression, obwohl sie oft ähnliche Symptome aufweist. Während Depressionen oft mit Gefühlen von Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit einhergehen, ist Apathie durch ein allgemeines Gefühl der Gleichgültigkeit gekennzeichnet. Es kann auch mit einem Mangel an Energie, Antrieb und Motivation einhergehen.

Auswirkungen
Apathie kann erhebliche Auswirkungen auf das Leben einer Person haben. Im persönlichen Bereich kann es zu Problemen in Beziehungen führen, da die betroffene Person möglicherweise nicht in der Lage ist, sich auf andere einzulassen oder sich um ihre Bedürfnisse zu kümmern. Im beruflichen Bereich kann Apathie zu einer geringeren Leistungsfähigkeit, mangelnder Produktivität und fehlender Motivation führen. In der Schule kann sie zu schlechteren Noten, fehlender Teilnahme am Unterricht und einem Rückgang des Interesses an schulischen Aktivitäten führen. Langfristig kann Apathie auch zu einem Verlust von Freundschaften, Arbeitsplatzverlust oder einem allgemeinen Gefühl der Unzufriedenheit mit dem Leben führen.

Gefahren
Apathie kann auch zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen. Eine Person, die unter Apathie leidet, kann sich vernachlässigen und möglicherweise nicht ausreichend für ihre körperliche und geistige Gesundheit sorgen. Dies kann zu einem ungesunden Lebensstil führen, der zu körperlichen Erkrankungen wie Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes führen kann. Apathie kann auch zu einem Rückzug aus sozialen Aktivitäten führen, was zu sozialer Isolation und Einsamkeit führen kann, was wiederum das Risiko für psychische Probleme wie Angststörungen oder Depressionen erhöhen kann.

Umgang mit Apathie
Der Umgang mit Apathie erfordert ein Verständnis der zugrunde liegenden Ursachen. Es kann hilfreich sein, mit einem Therapeuten oder Berater zusammenzuarbeiten, um die Gründe für die Apathie zu identifizieren und geeignete Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Eine gesunde Lebensweise, einschließlich ausreichender Bewegung, ausgewogener Ernährung und ausreichender Ruhe, kann auch dazu beitragen, die Symptome von Apathie zu lindern. Es kann auch hilfreich sein, sich mit Freunden und Familie zu umgeben, die unterstützend und verständnisvoll sind.

Prävention
Die Prävention von Apathie ist wichtig, um ihre Auswirkungen zu minimieren. Eine gesunde Lebensweise, einschließlich ausreichender Bewegung, ausgewogener Ernährung und ausreichender Ruhe, kann dazu beitragen, die Wahrscheinlichkeit von Apathie zu verringern. Es ist auch wichtig, Zeit für sich selbst zu nehmen und sich mit Dingen zu beschäftigen, die Freude bereiten und das Interesse wecken. Eine gute Work-Life-Balance kann dazu beitragen, Überlastung und Burnout zu vermeiden, die zu Apathie führen können.

Was kann man gegen Apathie tun?
Wenn man selbst oder jemand, den man kennt, unter Apathie leidet, gibt es verschiedene Möglichkeiten, damit umzugehen. Eine Möglichkeit ist, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um die zugrunde liegenden Ursachen zu identifizieren und geeignete Bewältigungsstrategien zu erlernen. Eine andere Möglichkeit ist, sich auf die eigenen Bedürfnisse zu konzentrieren und sich mit Dingen zu beschäftigen, die Freude bereiten. Es kann auch hilfreich sein, sich mit anderen Menschen zu umgeben, die unterstützend und verständnisvoll sind.

 

Angst
Angst repräsentiert eine psychische Verfassung, die auf die Warnung vor einer nicht genau definierten Gefahr hindeutet. Diese Empfindung ist gleichfalls von physischen Manifestationen begleitet, was sie zu einer Reaktion mit sowohl geistigen als auch körperlichen Komponenten macht.

So kann Angst vor Konfrontationen individuelles Verhalten in strittigen Momenten prägen und eine Bandbreite an Reaktionen auslösen, welche nicht zwingend konstruktiv für die Bewältigung von Disputen sind.  Oft basiert die Angst vor Auseinandersetzungen auf vergangenen Erfahrungen, etwa permanentem Zurückgewiesenwerden in Konflikten, dem Nichterlernen von Kommunikationsfähigkeiten bezüglich eigener Belange und der wiederholten Verinnerlichung unerwünschter Folgen solcher Auseinandersetzungen. Des Weiteren kann sie durch die Einschätzung entstehen, dass Streitigkeiten als zerstörerisch und unkontrollierbar gelten. Die persönliche Wahrnehmung des Versagens, des Überfordertseins bei Streitigkeiten, des Gefühls der Ohnmacht oder des geringen Selbstwertgefühls hat vielfältige Ursachen. Die Angst kann jedoch auch konkret aus der Bedrohung durch andere entstehen, deren Eintritt ernsthafte Verluste nach sich ziehen könnte.

Ängste lassen sich nicht einfach wegargumentieren, genauso wenig wie man einen Konflikt weg reden kann. Es ist vorteilhaft, Unstimmigkeiten als Gelegenheiten zu verstehen und Auseinandersetzungen als energetische Diskrepanzen zu interpretieren. Diese Herangehensweise erlaubt es, die fundamentalen Meinungsverschiedenheiten zu identifizieren. Eine solche Vorgehensweise fokussiert sich insbesondere auf die Potenziale, unabhängig von der persönlichen Handlungsart.

Zur Überwindung von Angstzuständen ist es zentral, sich diesen unmittelbar und bewusst zu stellen. Es gilt, die genauen Ursachen und spezifischen Auslöser der Furcht zu identifizieren.

Anchoring

Im Allgemeinen beschreibt Anchoring die Tendenz des menschlichen Gehirns, sich bei Entscheidungen oder Einschätzungen an einem bestimmten Bezugspunkt oder einer Referenzgröße zu orientieren. Diese Referenzgröße kann dabei sowohl intern, also in der eigenen Wahrnehmung, als auch extern, durch äußere Einflüsse, gesetzt werden.

Anchoring als psychologisches Phänomen
Anchoring ist auch ein bekanntes psychologisches Phänomen, das zeigt, wie stark unsere Entscheidungen und Wahrnehmungen von äußeren Einflüssen beeinflusst werden können. So neigen Menschen dazu, sich bei der Beurteilung von Preisen, Leistungen oder anderen Werten an einem vorgegebenen Anker zu orientieren. Dies kann beispielsweise in der Werbung genutzt werden, indem ein höherer Preis zunächst genannt wird, um dann ein vermeintlich günstiges Angebot zu präsentieren.

Anchoring in der Verhandlungsführung
Auch in der Verhandlungsführung wird Anchoring als strategisches Mittel eingesetzt. Durch das Setzen eines Ankers kann versucht werden, die Verhandlungen in die gewünschte Richtung zu lenken und die eigene Position zu stärken. Dabei ist es wichtig, den Anker geschickt zu wählen und ihn mit Argumenten zu untermauern, um die Glaubwürdigkeit zu erhöhen.

Anchoring in der Mediation
Der Begriff stammt ursprünglich aus der Verhandlungstheorie und beschreibt die Tatsache, dass der erste vorgeschlagene Wert oder Preis in einer Verhandlung oft als Referenzpunkt für alle weiteren Angebote dient. In der Mediation kann Anchoring dazu genutzt werden, um die Verhandlung in eine bestimmte Richtung zu lenken und somit zu einer Einigung zu gelangen.
Beispiel
Stellen wir uns vor, dass zwei Parteien in einem Streit um die Aufteilung von Vermögenswerten sind. Der Mediator bittet beide Seiten, ihre Vorstellungen von der Aufteilung zu äußern. Die eine Partei schlägt einen Betrag von 100.000 Euro vor, während die andere Partei 50.000 Euro vorschlägt. Der Mediator erkennt hier das Potenzial für Anchoring und nimmt den Vorschlag der ersten Partei als Ausgangspunkt für weitere Verhandlungen.

Anwendung von Anchoring in der Mediation
Anchoring kann auf verschiedene Weisen in der Mediation angewendet werden. Eine Möglichkeit ist, dass der Mediator selbst einen Vorschlag macht, der als Ankerpunkt für die Verhandlungen dient. Dieser Vorschlag sollte jedoch neutral und fair sein, um die Verhandlung nicht zu beeinflussen. Eine andere Möglichkeit ist, dass die Parteien selbst ihre Vorstellungen äußern und der Mediator den ersten Vorschlag als Ankerpunkt nutzt.

Vorteile von Anchoring in der Mediation
Die Anwendung von Anchoring in der Mediation kann verschiedene Vorteile haben. Zum einen kann es dazu beitragen, dass die Verhandlung schneller voranschreitet, da ein Ausgangspunkt für die Diskussionen gegeben ist. Zum anderen kann es dazu beitragen, dass die Parteien sich auf einen gemeinsamen Nenner einigen, da der Ankerpunkt als Referenzpunkt für weitere Angebote dient. Zudem kann Anchoring dazu beitragen, dass die Parteien ihre Argumente und Positionen klarer darlegen und somit zu einer effektiveren Kommunikation führen.

Gefahren von Anchoring in der Mediation
Trotz der Vorteile birgt Anchoring auch gewisse Gefahren in der Mediation. Zum einen kann es dazu führen, dass eine Partei sich benachteiligt fühlt, wenn der Ankerpunkt zu weit von ihren Vorstellungen entfernt ist. Dies kann zu einer Blockade in den Verhandlungen führen. Zum anderen kann Anchoring dazu führen, dass die Parteien sich zu sehr auf den Ankerpunkt fixieren und andere mögliche Lösungen außer Acht lassen.

Synonyme - Ankern
Analysefähigkeit

Die Analysefähigkeit ist eine Schlüsselkompetenz, die in vielen Bereichen gefragt ist. Sie ermöglicht es uns, komplexe Probleme zu verstehen und zu lösen, indem wir sie in kleinere, überschaubare Teile zerlegen und untersuchen. Sie hilft uns auch, Zusammenhänge und Muster zu erkennen, um fundierte Entscheidungen zu treffen. Eine gute Analysefähigkeit ermöglicht es uns, Daten und Informationen kritisch zu bewerten und zu interpretieren, um zuverlässige Ergebnisse zu erzielen.

Analysefähigkeit in der Mediation
In der Mediation spielt die Analysefähigkeit eine entscheidende Rolle, da es darum geht, Konflikte zwischen zwei oder mehr Parteien zu lösen. Eine gute Analysefähigkeit ermöglicht es dem Mediator, die verschiedenen Standpunkte und Interessen der Konfliktparteien zu verstehen und zu analysieren. Der Mediator muss in der Lage sein, die zugrundeliegenden Ursachen des Konflikts zu identifizieren und die wichtigsten Probleme herauszuarbeiten.
Analysefähigkeit hilft dem Mediator auch dabei, die Kommunikation zwischen den Parteien zu analysieren und zu verbessern. Durch die Analyse der Kommunikationsmuster und -probleme kann der Mediator gezielt eingreifen und eine konstruktive Kommunikation zwischen den Parteien fördern.

Angenommen, es gibt einen Konflikt zwischen zwei Mitarbeitern am Arbeitsplatz. Der Mediator muss zunächst die Situation analysieren, indem er die verschiedenen Standpunkte der beiden Mitarbeiter versteht und die zugrundeliegenden Ursachen des Konflikts identifiziert. Er muss auch die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern analysieren, um die Gründe für die Missverständnisse und Konflikte zu verstehen. Nach der Analyse kann der Mediator gezielt eingreifen, indem er die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern verbessert und ihnen hilft, ihre Standpunkte und Interessen klar zu kommunizieren. Durch die Analyse der Situation und der Kommunikation kann der Mediator eine gemeinsame Lösung finden, die für beide Parteien akzeptabel ist und den Konflikt löst.

Alternativfragen

Alternativfragen sind Fragen, die den Beteiligten in der Mediation helfen, über verschiedene Optionen und Alternativen nachzudenken. Sie dienen dazu, die Perspektive der Beteiligten zu erweitern und neue Lösungsmöglichkeiten zu entdecken. Im Gegensatz zu geschlossenen Fragen, die mit "Ja" oder "Nein" beantwortet werden können, sind Alternativfragen offene Fragen, die die Beteiligten dazu ermutigen, ihre Gedanken und Ideen auszudrücken.

Warum sind Alternativfragen wichtig in der Mediation?
In der Mediation geht es darum, gemeinsam eine Lösung zu finden, die für alle Beteiligten akzeptabel ist. Oftmals sind die Konfliktparteien in einer festgefahrenen Situation und können sich nicht vorstellen, wie sie zu einer Einigung kommen können. Alternativfragen helfen dabei, neue Perspektiven zu eröffnen und die Kreativität der Beteiligten anzuregen. Sie ermöglichen es den Beteiligten, aus ihrer starren Position herauszutreten und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen, die für alle zufriedenstellend ist.

Wie werden Alternativfragen in der Mediation eingesetzt?
In der Mediation werden Alternativfragen von einem neutralen Mediator gestellt. Dieser stellt sicher, dass die Fragen offen und neutral formuliert sind und keine Vorschläge oder Wertungen enthalten. Alternativfragen werden in der Regel in der zweiten Phase der Mediation, der