Glossar Mediation

Fachbegriffe aus dem Spektrum der Mediation.

Wer sich zum ersten Mal mit dem Thema Mediation auseinandersetzt, wird häufig mit Begriffen aus dem juristischen Bereich konfrontiert. Ich möchte Sie jedoch nicht mit Fachbegriffen beeindrucken, sondern wünschen mir, dass Sie die Inhalte unserer Webseite auch verstehen. Dennoch gibt es Begriffe, bei denen ich der Meinung bin, dass ich sie zum besseren Verständnis noch einmal erläutern sollte. Ich hoffe sehr, dass Sie sich von meinem FAQ-Bereich – den ich im Übrigen kontinuierlich weiter ausbauen werde – motivieren lassen, sich noch detaillierter mit der Mediation zu befassen.

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BegriffDefinition
Wahrnehmung in der Mediation

Nach der Definition handelt es sich bei der Wahrnehmung um einen geistig-körperlichen Prozess. Menschen stellen eine Anschauung von sich selbst und anderen her, indem ihnen chemische und physikalische Reize als sensorische Informationen über die Sinnesorgane vermittelt werden. Empfindungen und Eindrücke werden bewusst aufgenommen sowie verarbeitet. Gegenstände und Dinge werden betrachtet, erkannt, lokalisiert und differenziert, sodass auf sie reagiert werden kann.

Bei der Wahrnehmung spielen physiologische, kognitive und neuronale Prozesse eine übergeordnete Rolle. Die Erkenntnisfähigkeit des Menschen kann durch die Wahrnehmung beeinflusst werden. Umso präziser die Wahrnehmung, desto besser ist die Erkenntnisfähigkeit. Die Aufgabe des Mediators ist also, seine Medianden dabei zu unterstützen, ihre individuelle Wahrnehmung zu erweitern. Hierfür ist es erforderlich, dass der Mediator selbst über eine scharfe Wahrnehmung verfügt und deshalb bei seinen Medianden entsprechende Schwächen aufdecken kann.

Warum die Wahrnehmung für die Mediation so wichtig ist

In der Mediation sind Fakten anders zu behandeln als Meinungen und Meinungen wiederum anders zu behandeln als Emotionen. Bei Konflikten werden häufig Meinungen als Fakten vorgetragen, was nicht immer richtig ist. Andere Meinungen sind es durchaus wert, ebenfalls akzeptiert zu werden. Hier ist es Aufgabe des Mediators, für Klarstellung zu sorgen. Er muss Wahrnehmungen, Meinungen und Fakten zu diesem Zweck korrekt einordnen.

Wird bei einem Konflikt über Meinungen gestritten, ergeben sich daraus Hinweise auf deren Bedeutungen und Motive. Wer unbedingt möchte, dass jemand anderes die eigene Meinung teilt, hat daran ein besonderes Interesse, was der Mediator in der Mediation herausfinden muss. Wahrnehmungen sind dabei immer mit Emotionen verbunden. Sie führen zu Emotionen oder folgen Emotionen. Um diese Emotionen zu korrigieren und den Weg zu anderen Lösungen zu öffnen, sorgt der Mediator für einen Perspektivwechsel. Er hinterfragt und korrigiert also die Wahrnehmung.

Synonyme - wahrnehmen
Wirtschaftsmediation

Eine Wirtschaftsmediation ist eine Mediation bei wirtschaftlich motivierten Konflikten. Auch in der Wirtschaftsmediation wird der 5-Phasen-Struktur gefolgt:

  1. Auftragsklärung
  2. Sammlung der Themen
  3. Interessen und Positionen
  4. Sammlung und Bewertung von Lösungsoptionen
  5. Abschlussvereinbarung

Wirtschaftsmediationen werden häufig bei zwischen- oder innerbetrieblichen Konflikten aus dem Arbeitsrecht, Gesellschaftsrecht und Zivilrecht angewandt. So gehören beispielsweise Probleme mit Mobbing oder auch Zahlungsstreitigkeiten zu den Konflikten, die durch eine Wirtschaftsmediation gütlich gelöst werden können. Um bei umfangreichen Projekten für effiziente und reibungslose Abläufe zu sorgen, kann die Wirtschaftsmediation auch präventiv bzw. begleitend eingesetzt werden.

Eine Wirtschaftsmediation ist dann geeignet und sinnvoll, wenn die Medianden den Konflikt freiwillig sowie eigenverantwortlich klären wollen und dem keine rechtlichen Beschränkungen oder Hinderungsgründe entgegenstehen. In der Wirtschaftsmediation behalten die Medianden die Lösungsfindung selbst in der Hand. Der Mediator führt sie dabei durch das strukturierte Verfahren bis zu einer vertraglich dokumentierten Vereinbarung. Dadurch eröffnen sich bei betrieblichen Konflikten im wirtschaftlichen Kontext viele Möglichkeiten für innovative und nachhaltige Lösungen für alle Beteiligten. Die Wirtschaftsmediation gilt als selbstbestimmte und verbindliche Alternative zu klassischen Gerichtsverfahren, Schiedsverfahren und Schlichtungsverfahren.

Siehe auch https://www.streitvermittler-mediator.de/mediationsbereich/wirtschaftsmediation.html.

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