Glossar Mediation

Körperliche Gewalt

Begriff Definition
Körperliche Gewalt

Körperliche Gewalt ist eine Form der Gewalt, die durch den Einsatz von körperlicher Kraft und physischer Aggression gekennzeichnet ist. Sie umfasst jegliche Handlungen, die darauf abzielen, einer anderen Person körperlichen Schaden zuzufügen oder Schmerzen zuzufügen. Körperliche Gewalt kann in verschiedenen Situationen auftreten, wie zum Beispiel in der Familie, in der Schule, am Arbeitsplatz oder in der Öffentlichkeit. Sie kann sowohl von Einzelpersonen als auch von Gruppen ausgeübt werden und hat oft schwerwiegende Auswirkungen auf die Opfer.

Ursachen von Körperlicher Gewalt
Es gibt verschiedene Faktoren, die zu körperlicher Gewalt führen können. Oft ist es ein Ausdruck von Frustration, Wut oder Aggression, die sich in Form von körperlicher Gewalt entlädt. Auch Machtmissbrauch, Kontrollverlust oder das Bedürfnis nach Dominanz können zu körperlicher Gewalt führen. In manchen Fällen kann auch der Konsum von Alkohol oder Drogen eine Rolle spielen und die Hemmschwelle für Gewalttätigkeiten senken.

Formen von Körperlicher Gewalt
Körperliche Gewalt kann in verschiedenen Formen auftreten. Dazu gehören zum Beispiel Schläge, Tritte, Würgen, das Werfen von Gegenständen oder das Anwenden von körperlicher Kraft, um eine Person zu verletzen. Auch sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen fallen unter körperliche Gewalt. Sie kann auch in Form von psychischer Gewalt auftreten, wie zum Beispiel Drohungen oder Einschüchterungen, die das Opfer in Angst versetzen.

Auswirkungen von Körperlicher Gewalt
Körperliche Gewalt kann sowohl kurzfristige als auch langfristige Auswirkungen auf die Opfer haben. Zu den kurzfristigen Folgen gehören körperliche Verletzungen wie Prellungen, Knochenbrüche oder innere Verletzungen. Sie können auch zu psychischen Problemen wie Angst, Depressionen oder posttraumatischen Belastungsstörungen führen. Langfristig kann körperliche Gewalt zu chronischen Schmerzen, Behinderungen oder dauerhaften psychischen Problemen führen. Auch die Beziehungen zu Freunden und Familie können unter körperlicher Gewalt leiden und das Opfer kann Schwierigkeiten haben, Vertrauen aufzubauen.

Maßnahmen gegen Körperliche Gewalt
Um körperliche Gewalt zu verhindern und Opfer zu schützen, gibt es verschiedene Maßnahmen, die ergriffen werden können. Eine wichtige Rolle spielen dabei Präventionsprogramme, die aufklären und sensibilisieren sollen. Auch die Strafverfolgung von Tätern und der Schutz von Opfern durch gerichtliche Verfügungen wie Kontaktverbote oder Wegweisungen können dazu beitragen, körperliche Gewalt zu stoppen. Zudem gibt es Beratungsstellen und Hilfsangebote für Opfer, die Unterstützung und Hilfe bei der Bewältigung der Gewalterfahrung bieten.

Körperliche Gewalt in der Gesellschaft
Körperliche Gewalt ist ein weit verbreitetes Problem in unserer Gesellschaft. Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat jede dritte Frau weltweit bereits körperliche oder sexuelle Gewalt durch einen Partner oder eine andere Person erlebt. Auch Männer können Opfer von körperlicher Gewalt werden, jedoch ist die Anzahl der betroffenen Männer geringer. Zudem ist körperliche Gewalt auch bei Kindern und Jugendlichen ein Thema, sei es in der Familie oder im schulischen Umfeld.

Wo gibt es Hilfe bei körperlicher Gewalt?
Es gibt zahlreiche Anlaufstellen, die Betroffenen zur Seite stehen und ihnen helfen, aus der Gewaltsituation auszubrechen:

  • Hilfe durch Beratungsstellen
    Eine der wichtigsten Anlaufstellen für Betroffene von körperlicher Gewalt sind Beratungsstellen. Diese bieten eine vertrauliche und professionelle Beratung an und unterstützen Betroffene dabei, ihre Situation zu verstehen und Lösungen zu finden. Beratungsstellen sind in der Regel kostenlos und können von allen Betroffenen, unabhängig von Geschlecht, Alter oder Herkunft, aufgesucht werden. Sie sind spezialisiert auf die Themen Gewalt, Missbrauch und häusliche Gewalt und bieten auch Unterstützung bei der Bewältigung von Traumata an. Eine Liste von Beratungsstellen in der Nähe kann bei der Polizei, in Frauenhäusern oder bei lokalen Hilfsorganisationen erfragt werden.

  • Hilfe durch Frauenhäuser
    Frauenhäuser sind spezielle Einrichtungen, die Frauen und ihren Kindern Schutz vor häuslicher Gewalt bieten. Sie sind in der Regel anonym und bieten den Betroffenen eine vorübergehende Unterkunft, um sie aus der gewalttätigen Situation herauszuholen. Frauenhäuser sind rund um die Uhr erreichbar und bieten auch Beratung und Unterstützung bei rechtlichen Angelegenheiten an. Sie sind in der Regel kostenlos und werden von staatlichen oder gemeinnützigen Organisationen betrieben. Eine Liste von Frauenhäusern in der Nähe kann bei der Polizei, in Beratungsstellen oder bei lokalen Hilfsorganisationen erfragt werden.

  • Hilfe durch Notrufnummern
    In akuten Gewaltsituationen kann auch die Inanspruchnahme von Notrufnummern lebensrettend sein. Die bekannteste Notrufnummer ist die 110, die bei der Polizei anruft und schnelle Hilfe bei akuten Gewaltsituationen bietet. Auch die 112 ist eine wichtige Notrufnummer, die bei medizinischen Notfällen oder Bränden gewählt werden kann. Darüber hinaus gibt es auch spezielle Notrufnummern für Opfer von Gewalt, wie zum Beispiel die bundesweite Hilfetelefonnummer "Gewalt gegen Frauen" (08000 116 016) oder die Nummer des Weißen Rings (116 006), die Opfern von Gewalt und Kriminalität Unterstützung und Beratung bieten.

  • Hilfe durch psychologische und therapeutische Unterstützung
    Körperliche Gewalt kann nicht nur körperliche, sondern auch psychische Spuren hinterlassen. Daher ist es wichtig, auch psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen, um die traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten. Psychologen und Therapeuten können dabei helfen, die Folgen der Gewalt zu bewältigen und Strategien zu entwickeln, um mit der Situation umzugehen. Auch hier können Beratungsstellen oder Frauenhäuser weiterhelfen und bei der Vermittlung von psychologischer Unterstützung unterstützen.

  • Hilfe durch staatliche Stellen
    Auch staatliche Stellen wie die Polizei, Staatsanwaltschaft oder Gerichte können bei körperlicher Gewalt Hilfe bieten. Sie sind zuständig für die Strafverfolgung und können Betroffene bei der Anzeigenerstattung unterstützen. Auch können sie ein Kontaktverbot oder eine einstweilige Verfügung gegen den Täter erwirken, um die Betroffenen zu schützen. Es ist wichtig, sich in akuten Gewaltsituationen an die Polizei zu wenden und Anzeige zu erstatten, um weitere Übergriffe zu verhindern.

Zusammenfassung
Körperliche Gewalt ist charakterisiert durch den Einsatz physischer Kraft und Aggression mit dem Ziel, Schmerzen oder Schaden zu verursachen. Sie kann überall auftreten, von familiären bis hin zu öffentlichen Räumen, und wird durch Faktoren wie Frustration, Machtmissbrauch und Alkohol- oder Drogenkonsum begünstigt. Zu den Erscheinungsformen gehören Schläge, Tritte und sexuelle Übergriffe. Die Auswirkungen sind sowohl physischer als auch psychischer Natur und können langfristig Beziehungen und das Vertrauen negativ beeinflussen. Präventionsprogramme, Strafverfolgung und Schutzmaßnahmen wie Kontaktverbote sind wesentlich, um Gewalt zu verhindern und Opfer zu unterstützen. Frauen und Kinder sind besonders häufig betroffen, Hilfe gibt es bei Beratungsstellen, Frauenhäusern, über Notrufnummern, psychologische Unterstützung und staatliche Einrichtungen.

© 2024 Frank Hartung Ihr Mediator bei Konflikten in Familie, Erbschaft, Beruf, Wirtschaft und Schule

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