Glossar Mediation

Lösungsorientiertheit

Begriff Definition
Lösungsorientiertheit

Lösungsorientiertheit ist eine Denk- und Handlungsweise, die darauf abzielt, Probleme und Konflikte auf konstruktive und zielgerichtete Weise zu lösen. Es geht dabei um die Fokussierung auf mögliche Lösungen anstatt auf die Probleme selbst. Diese Herangehensweise ist besonders in der Mediation, aber auch in anderen Bereichen wie der Therapie oder im Management, von großer Bedeutung.

Was ist Lösungsorientiertheit in der Mediation?
Lösungsorientiertheit ist ein zentraler Bestandteil der Mediation und beschreibt die Fähigkeit des Mediators, die Konfliktparteien dabei zu unterstützen, gemeinsam eine Lösung für ihren Konflikt zu finden. Im Gegensatz zu einer streitentscheidenden Herangehensweise, bei der es darum geht, Recht zu haben und den Konflikt zu gewinnen, geht es bei der Lösungsorientiertheit darum, eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung zu finden. Der Mediator fungiert dabei als neutraler Vermittler und unterstützt die Parteien dabei, ihre Bedürfnisse und Interessen zu identifizieren und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.

Warum ist Lösungsorientiertheit wichtig?
Die Lösungsorientiertheit ist ein wichtiger Bestandteil der Mediation aus mehreren Gründen. Zum einen ermöglicht sie den Konfliktparteien, selbstbestimmt und eigenverantwortlich eine Lösung für ihren Konflikt zu finden. Dadurch werden die Parteien befähigt, ihre Beziehung zueinander zu verbessern und zukünftige Konflikte eigenständig zu lösen. Zum anderen fördert die Lösungsorientiertheit eine Win-Win-Situation, bei der beide Parteien von der gefundenen Lösung profitieren. Dies kann langfristig zu einer nachhaltigen und friedlichen Beziehung zwischen den Konfliktparteien führen.

Wie wird Lösungsorientiertheit in der Mediation umgesetzt?
Um Lösungsorientiertheit in der Mediation erfolgreich anzuwenden, gibt es verschiedene Schritte, die der Mediator durchführt. Zunächst werden die Parteien dazu ermutigt, ihre Bedürfnisse und Interessen zu äußern. Der Mediator hört aktiv zu und stellt gezielte Fragen, um ein besseres Verständnis für die Situation und die Bedürfnisse der Parteien zu bekommen. Anschließend werden gemeinsam mögliche Lösungsoptionen erarbeitet und diskutiert. Dabei ist es wichtig, dass alle Parteien ihre Ideen einbringen und sich aktiv an der Suche nach einer Lösung beteiligen. Der Mediator unterstützt die Parteien dabei, Kompromisse zu finden und eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung zu erarbeiten.

Vorteile von Lösungsorientiertheit in der Mediation

  • Förderung einer kooperativen statt konfrontativen Atmosphäre
    Durch die gemeinsame Suche nach Lösungen werden die Konfliktparteien dazu ermutigt, zusammenzuarbeiten und nicht gegeneinander zu kämpfen.
  • Berücksichtigung der Bedürfnisse und Interessen aller Beteiligten
    Durch die Fokussierung auf die zugrundeliegenden Bedürfnisse und Interessen können Lösungen gefunden werden, die für alle Beteiligten zufriedenstellend sind.
  • Langfristige Lösungen
    Durch die Einbeziehung aller Beteiligten und die Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse und Interessen werden Lösungen gefunden, die langfristig Bestand haben und nicht nur vorübergehend den Konflikt lösen.
  • Eigenverantwortung der Konfliktparteien
    Lösungsorientiertheit in der Mediation ermöglicht es den Konfliktparteien, selbst Verantwortung für die Lösung ihres Konflikts zu übernehmen, anstatt auf eine Entscheidung von außen zu warten.
  • Kreativität und Flexibilität
    Durch die Offenheit für verschiedene Lösungsansätze und die gemeinsame Suche nach Lösungen können auch unkonventionelle und kreative Lösungen gefunden werden, die für alle Beteiligten von Vorteil sind.

Ein Beispiel für die Anwendung von Lösungsorientiertheit in der Mediation:
Zwei Nachbarn haben einen Streit über einen Baum, der auf der Grundstücksgrenze steht. Der eine Nachbar möchte den Baum fällen, da er ihm zu viel Schatten auf sein Grundstück wirft. Der andere Nachbar möchte den Baum behalten, da er ihm wichtig ist und er ihn schon seit Jahren hegt und pflegt. In der Mediation werden beide Nachbarn dazu ermutigt, ihre Bedürfnisse und Interessen zu äußern. Der eine Nachbar möchte mehr Sonne auf seinem Grundstück und der andere Nachbar möchte den Baum behalten, da er ihm viel bedeutet. Der Mediator unterstützt die Nachbarn dabei, verschiedene Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten, wie zum Beispiel das Beschneiden des Baumes oder das Pflanzen von zusätzlichen Bäumen, um den Schatten auszugleichen. Am Ende einigen sich die Nachbarn auf eine Lösung, mit der beide zufrieden sind und die zu einer friedlichen Nachbarschaft führt.

 

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