Glossar Mediation

Y-Verhandlung

Begriff Definition
Y-Verhandlung

Eine Y-Verhandlung ist eine spezielle Verhandlungstechnik, die in der Mediation verwendet wird, um Konflikte zwischen zwei oder mehr Parteien zu lösen. Sie ist benannt nach der Form des Buchstabens Y, da sich die Verhandlung in zwei Richtungen verzweigt und am Ende wieder zusammenführt. Die Y-Verhandlung ist ein strukturiertes Verfahren, das darauf abzielt, eine gemeinsame Lösung zu finden, die für alle Beteiligten akzeptabel ist.

Y-Verhandlung in der Mediation
In der Mediation ist die Y-Verhandlung eine wichtige Methode, um Konflikte zu lösen und eine Win-Win-Lösung zu finden. Sie basiert auf den Grundsätzen der Kooperation, Kommunikation und Kreativität. Die beiden Hauptziele einer Y-Verhandlung sind die Erkundung der Interessen und Bedürfnisse aller Parteien sowie die Suche nach gemeinsamen Lösungen, die für alle Beteiligten von Vorteil sind.

Ablauf einer Y-Verhandlung
Die Y-Verhandlung besteht aus drei Phasen: der Vorbereitungsphase, der Verhandlungsphase und der Abschlussphase.

  1. Vorbereitungsphase
    In dieser Phase bereiten sich die Parteien auf die Verhandlung vor, indem sie ihre Interessen und Bedürfnisse identifizieren und Prioritäten setzen. Sie sollten auch ihre Emotionen und Vorurteile reflektieren und versuchen, eine positive Einstellung zu entwickeln.

  2. Verhandlungsphase
    Die Verhandlungsphase beginnt mit einer gemeinsamen Sitzung, in der die Parteien ihre Interessen und Bedürfnisse offen darlegen und versuchen, ein gemeinsames Verständnis für den Konflikt zu entwickeln. Anschließend werden separate Sitzungen mit jedem Konfliktpartner durchgeführt, um die spezifischen Interessen und Bedürfnisse zu vertiefen und mögliche Lösungen zu erarbeiten.

  3. Abschlussphase
    In der Abschlussphase werden die erarbeiteten Lösungen in einer gemeinsamen Sitzung vorgestellt und diskutiert. Die Parteien versuchen, eine gemeinsame Lösung zu finden, die für alle akzeptabel ist. Wenn eine Einigung erzielt wird, wird ein schriftlicher Vertrag erstellt, der von allen Parteien unterzeichnet wird.

Ein Beispiel für eine Y-Verhandlung könnte ein Konflikt zwischen zwei Nachbarn sein, die sich über den Standort eines Zauns streiten. In der Vorbereitungsphase identifizieren beide Parteien ihre Interessen und Bedürfnisse, wie z.B. Privatsphäre, Sicherheit oder Ästhetik. In der Verhandlungsphase werden separate Sitzungen durchgeführt, in denen mögliche Lösungen wie die Versetzung des Zauns oder die Bepflanzung einer Hecke besprochen werden. In der Abschlussphase einigen sich die Nachbarn schließlich auf die Bepflanzung einer Hecke, die beide Interessen berücksichtigt und den Konflikt löst.

Zusammenfassung
Die Y-Verhandlung ist eine effektive Methode, um Konflikte in der Mediation zu lösen. Sie fördert eine kooperative und kreative Herangehensweise, um eine gemeinsame Lösung zu finden, die für alle Beteiligten akzeptabel ist. Durch die strukturierte Vorgehensweise und die Berücksichtigung der Interessen und Bedürfnisse aller Parteien kann die Y-Verhandlung zu langfristigen und nachhaltigen Lösungen führen.

© 2024 Frank Hartung Ihr Mediator bei Konflikten in Familie, Erbschaft, Beruf, Wirtschaft und Schule

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