Glossar Mediation

Streitschlichtung

Begriff Definition
Streitschlichtung

Ein Konflikt ist ein natürlicher Bestandteil des menschlichen Zusammenlebens. Doch wenn Meinungsverschiedenheiten und Unstimmigkeiten nicht gelöst werden, können sie zu Streitigkeiten und langwierigen Auseinandersetzungen führen. Um dies zu vermeiden, gibt es verschiedene Methoden der Konfliktlösung, darunter auch die Streitschlichtung und die Mediation.

Was ist Streitschlichtung?
Die Streitschlichtung ist ein Verfahren, bei dem eine neutrale Person, der sogenannte Streitschlichter, versucht, zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln und eine einvernehmliche Lösung zu finden. Dabei geht es nicht darum, einen Schuldigen zu finden oder ein Urteil zu fällen, sondern vielmehr darum, gemeinsam eine Lösung zu erarbeiten, mit der beide Parteien zufrieden sind. Die Streitschlichtung ist in vielen Bereichen des täglichen Lebens anwendbar, wie zum Beispiel in der Schule, am Arbeitsplatz oder in der Nachbarschaft.

Ablauf der Streitschlichtung
Der Ablauf der Streitschlichtung kann je nach Anbieter und Situation variieren, doch im Allgemeinen folgt sie einem ähnlichen Schema. Zunächst werden die Konfliktparteien zu einem gemeinsamen Gespräch eingeladen, bei dem der Streitschlichter als Vermittler fungiert. In diesem Gespräch haben beide Parteien die Möglichkeit, ihre Sichtweisen und Gefühle auszudrücken und ihre Bedürfnisse zu äußern. Der Streitschlichter hört aufmerksam zu und versucht, die Interessen und Anliegen beider Seiten zu verstehen.
Anschließend werden gemeinsam Lösungsmöglichkeiten erarbeitet, die den Bedürfnissen beider Parteien gerecht werden. Dabei ist es wichtig, dass die Lösung von beiden Seiten akzeptiert und getragen wird. Der Streitschlichter unterstützt die Konfliktparteien dabei, eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung zu finden. Diese kann in Form einer schriftlichen Vereinbarung festgehalten werden, um mögliche Missverständnisse in Zukunft zu vermeiden.

Vorteile der Streitschlichtung
Die Streitschlichtung bietet viele Vorteile gegenüber anderen Methoden der Konfliktlösung. Zum einen ist sie kostengünstig, da sie in der Regel kostenlos oder zu einem geringen Preis angeboten wird. Zum anderen ist sie zeitlich effizient, da sie meist schneller zu einer Lösung führt als ein Gerichtsverfahren. Zudem ermöglicht die Streitschlichtung eine Win-Win-Situation, bei der beide Parteien eine für sie akzeptable Lösung finden können. Auch die Möglichkeit, die Konfliktparteien selbst in die Lösungsfindung einzubeziehen, trägt zu einer nachhaltigen Konfliktlösung bei.

Unterschiede zwischen Streitschlichtung und Mediation
Zunächst einmal ist es wichtig, die Begriffe Streitschlichtung und Mediation zu definieren und ihre jeweilige Zielsetzung zu verstehen.

  • Streitschlichtung bezieht sich auf ein strukturiertes Verfahren, bei dem eine neutrale dritte Person, der sogenannte Streitschlichter, den Parteien dabei hilft, eine Einigung zu erzielen. Das Hauptziel der Streitschlichtung ist es, den Konflikt zu lösen und eine faire und für alle Seiten akzeptable Vereinbarung zu finden.
  • Im Gegensatz dazu ist Mediation ein informelles Verfahren, bei dem eine neutrale dritte Person, der Mediator, die Parteien dabei unterstützt, ihre Differenzen beizulegen und eine gemeinsame Lösung zu finden. Das Hauptziel der Mediation ist es, die Kommunikation zwischen den Parteien zu verbessern und eine Win-Win-Lösung zu erarbeiten, die den Bedürfnissen und Interessen aller Beteiligten gerecht wird.

Rolle der neutralen dritten Person
Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen Streitschlichtung und Mediation liegt in der Rolle der neutralen dritten Person.

  • In der Streitschlichtung ist der Streitschlichter aktiv in den Verhandlungsprozess involviert und hat die Autorität, eine Entscheidung zu treffen, falls die Parteien keine Einigung erzielen können. Der Streitschlichter fungiert als Vermittler und versucht, die Positionen der Parteien zu verstehen und sie zu einer gemeinsamen Lösung zu führen.
  • Im Gegensatz dazu hat der Mediator in der Mediation eine passive Rolle und fungiert eher als Vermittler und Kommunikationsfacilitator. Der Mediator hilft den Parteien dabei, ihre Kommunikation zu verbessern und ihre Bedürfnisse und Interessen zu identifizieren, um gemeinsam eine Lösung zu finden. Der Mediator trifft keine Entscheidungen und hat keine Autorität, sondern unterstützt die Parteien dabei, eine selbstbestimmte und einvernehmliche Lösung zu finden.

Formalität und Struktur
Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen Streitschlichtung und Mediation liegt in der Formalität und Struktur der beiden Verfahren.

  • Streitschlichtung ist ein formelles Verfahren, das in der Regel nach einem bestimmten Verfahrensablauf durchgeführt wird. Der Streitschlichter legt die Regeln und den Ablauf des Verfahrens fest und sorgt dafür, dass die Parteien diese einhalten.
  • Im Gegensatz dazu ist Mediation ein informelles Verfahren, das keine festgelegten Regeln oder Verfahrensabläufe hat. Der Mediator gibt den Parteien lediglich eine Struktur vor, um den Prozess zu erleichtern, aber die Parteien haben die Freiheit, den Ablauf und die Themen der Mediation selbst zu bestimmen.

Ergebnis und Verbindlichkeit
Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen Streitschlichtung und Mediation liegt in der Verbindlichkeit des Ergebnisses.

  • In der Streitschlichtung wird eine bindende Vereinbarung zwischen den Parteien getroffen, die von beiden Seiten eingehalten werden muss. Der Streitschlichter hat die Autorität, eine Entscheidung zu treffen, die für beide Parteien verbindlich ist.
  • Im Gegensatz dazu ist das Ergebnis der Mediation nicht bindend. Die Parteien sind nicht verpflichtet, eine Einigung zu erzielen, und können jederzeit aus dem Prozess aussteigen. Wenn jedoch eine Einigung erzielt wird, wird diese in der Regel schriftlich festgehalten und von den Parteien unterzeichnet. Die Einigung kann dann in einem späteren Stadium rechtlich bindend gemacht werden.

Zusammenfassung
Die Streitschlichtung mit einem neutralen Vermittler ist eine Methode, um eine einvernehmliche Lösung zu finden, ohne Schuldige zu suchen. Sie ist anwendbar in verschiedenen Lebensbereichen und umfasst ein gemeinsames Gespräch, in dem die Parteien ihre Sichtweisen darlegen. Ziel ist eine gemeinsame Lösung, die in einer Vereinbarung festgehalten werden kann. Die Streitschlichtung ist kostengünstig, zeitlich effizient und schafft Win-Win-Situationen.
Im Gegensatz zur Mediation, die informeller ist und wo der Mediator vor allem Kommunikation fördert, kann der Streitschlichter bei Nicht-Einigung eine Entscheidung treffen. Die Ergebnisse der Streitschlichtung sind verbindlich, während die Mediation flexibler ist und die erzielte Einigung nicht zwangsläufig bindend sein muss.

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