Glossar Mediation

Konstruktivität

Begriff Definition
Konstruktivität

Konstruktivität bezieht sich auf die Fähigkeit, Ideen und Lösungen zu entwickeln und umzusetzen. Es beschreibt die Eigenschaft, konstruktiv zu handeln, also aktiv und produktiv an der Erreichung von Zielen zu arbeiten und dabei konstruktive Kritik und Verbesserungsvorschläge anzubringen. In der Psychologie bezieht sich Konstruktivität auch auf die Fähigkeit, Probleme zu erkennen und konstruktive Bewältigungsstrategien zu entwickeln.

Konstruktivität in der Psychologie
In der Psychologie bezieht sich Konstruktivität auf die Fähigkeit eines Individuums, seine Umwelt und Erfahrungen aktiv zu gestalten und zu beeinflussen. Es geht dabei um die Art und Weise, wie eine Person ihre Gedanken, Emotionen und Verhaltensweisen konstruiert und wie sie diese in ihrer Interaktion mit der Welt einsetzt. Konstruktivität wird als wichtige Eigenschaft für die persönliche Entwicklung und das Wohlbefinden eines Menschen angesehen.

Konstruktivität in der Pädagogik
In der Pädagogik bezieht sich Konstruktivität auf einen Lernansatz, bei dem der Lernende aktiv und selbstgesteuert Wissen aufbaut, anstatt es passiv aufzunehmen. Dieser Ansatz geht davon aus, dass Lernen ein aktiver Prozess ist, bei dem der Lernende seine eigenen Erfahrungen und Erkenntnisse konstruiert. Konstruktivistische Lernmethoden betonen die Bedeutung von Erfahrungen, Interaktionen und Reflexion für den Lernprozess.

Konstruktivität in der Philosophie
In der Philosophie bezieht sich Konstruktivität auf die Idee, dass die Wirklichkeit nicht objektiv gegeben ist, sondern durch menschliche Konstruktionen und Interpretationen entsteht. Konstruktivisten argumentieren, dass unsere Wahrnehmung und unser Verständnis der Welt von unseren individuellen Erfahrungen, Überzeugungen und Annahmen geprägt sind. Diese Sichtweise hat Auswirkungen auf verschiedene philosophische Bereiche wie Erkenntnistheorie, Ethik und Sozialphilosophie.

Konstruktivität in der Soziologie
In der Soziologie bezieht sich Konstruktivität auf die Vorstellung, dass soziale Phänomene wie Identität, Kultur und Gesellschaft durch soziale Konstruktionen entstehen. Das bedeutet, dass die Realität nicht unabhängig von menschlichen Handlungen existiert, sondern durch gemeinsame Interpretationen und Vereinbarungen konstruiert wird. Konstruktivistische Ansätze betonen die Bedeutung von Sprache, Symbolen und Interaktionen für die Konstruktion von sozialen Realitäten.

Konstruktivität in der Praxis
In der Praxis kann Konstruktivität als eine Denk- und Handlungsweise angesehen werden, die auf Lösungsorientierung, Kreativität und Zusammenarbeit basiert. Konstruktives Handeln bedeutet, aktiv und zielgerichtet an der Lösung von Problemen zu arbeiten, anstatt sich auf negative Aspekte zu fokussieren. Es beinhaltet auch die Fähigkeit, verschiedene Perspektiven zu berücksichtigen und konstruktive Kritik zu geben und anzunehmen.

Konstruktivität in der Mediation
In der Mediation bezieht sich Konstruktivität auf die Haltung und das Verhalten der Medianten (Konfliktparteien) sowie des Mediators. Es geht darum, eine konstruktive Gesprächsatmosphäre zu schaffen, in der die Konfliktparteien in der Lage sind, gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten. Konstruktivität bedeutet dabei, sich auf die Zukunft und die gemeinsame Zielerreichung zu fokussieren, anstatt sich auf vergangene Ereignisse oder Schuldzuweisungen zu konzentrieren.
Konstruktivität in der Mediation beinhaltet auch die Bereitschaft, aktiv zuzuhören, die Perspektive des anderen zu verstehen und konstruktives Feedback zu geben. Es geht darum, gemeinsam nach Lösungen zu suchen, die für alle Beteiligten akzeptabel und tragbar sind. Konstruktivität bedeutet auch, dass die Konfliktparteien Verantwortung für ihre eigenen Handlungen und Entscheidungen übernehmen und sich nicht auf die Schuldzuweisungen oder Erwartungen anderer verlassen.

Ein Beispiel für Konstruktivität in der Mediation könnte sein, dass zwei Geschäftspartner einen Konflikt haben, weil einer von ihnen unzufrieden mit der Arbeit des anderen ist. Anstatt sich gegenseitig die Schuld zuzuschieben oder die Zusammenarbeit zu beenden, entscheiden sie sich für eine Mediation. In diesem Prozess werden sie ermutigt, ihre Bedürfnisse und Erwartungen offen zu kommunizieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, die für beide Seiten akzeptabel sind. Durch konstruktive Gespräche und die Fokussierung auf die Zukunft können sie eine für beide Seiten vorteilhafte Lösung finden und ihre Zusammenarbeit fortsetzen.

© 2024 Frank Hartung » Ihr Mediator bei Konflikten in Familie, Erbschaft, Beruf, Wirtschaft und Schule «  

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