Glossar Mediation

Kommunikationsregeln

Begriff Definition
Kommunikationsregeln

Kommunikationsregeln sind bestimmte Verhaltensweisen und Normen, die in der zwischenmenschlichen Kommunikation gelten. Sie dienen dazu, ein reibungsloses und effektives Miteinander zu ermöglichen und Missverständnisse zu vermeiden.

  1. Respektvolles und wertschätzendes Verhalten
    Eine grundlegende Kommunikationsregel ist, dass man seinem Gesprächspartner mit Respekt und Wertschätzung begegnet. Das bedeutet, dass man aufmerksam zuhört, den anderen ausreden lässt und seine Meinung ernst nimmt. Auch eine höfliche und freundliche Ausdrucksweise ist wichtig, um eine angenehme Gesprächsatmosphäre zu schaffen.
    Beispiel
    In einem Meeting sollte jeder Teilnehmer die Möglichkeit haben, seine Meinung zu äußern, ohne unterbrochen oder abgewertet zu werden.

  2. Klar und verständlich kommunizieren
    Um Missverständnisse zu vermeiden, ist es wichtig, klar und deutlich zu kommunizieren. Das bedeutet, dass man sich auf die wichtigsten Informationen beschränkt und keine komplizierten oder verschachtelten Sätze verwendet. Auch die Wahl der Worte ist entscheidend, um das Gesagte eindeutig zu vermitteln.
    Beispiel
    In einem Kundengespräch ist es wichtig, klare und verständliche Aussagen zu machen, um keine falschen Erwartungen zu wecken.

  3. Aktives Zuhören
    Eine weitere wichtige Kommunikationsregel ist das aktive Zuhören. Das bedeutet, dass man seinem Gesprächspartner aufmerksam zuhört, seine Körpersprache und nonverbale Signale beachtet und gezielt Rückfragen stellt, um das Gesagte besser zu verstehen. Dadurch zeigt man Interesse und Respekt gegenüber dem Gesprächspartner und kann Missverständnisse frühzeitig erkennen und klären.
    Beispiel
    In einem Mitarbeitergespräch ist es wichtig, aktiv zuzuhören, um die Anliegen und Bedürfnisse des Mitarbeiters zu verstehen und angemessen darauf reagieren zu können.

  4. Feedback geben und annehmen
    Feedback ist ein wichtiger Bestandteil der Kommunikation und dient dazu, Verbesserungspotenziale aufzuzeigen. Dabei ist es wichtig, sowohl konstruktives Feedback zu geben als auch konstruktives Feedback anzunehmen. Das bedeutet, dass man offen für Kritik ist und diese konstruktiv nutzt, um sich weiterzuentwickeln.
    Beispiel
    In einem Team sollte jeder Mitarbeiter in der Lage sein, konstruktives Feedback zu geben und anzunehmen, um die Zusammenarbeit zu verbessern.

  5. Angemessener Umgang mit Konflikten
    Konflikte sind in der Kommunikation unvermeidbar, jedoch ist es wichtig, sie angemessen zu lösen. Dabei sollte man sachlich bleiben, auf den anderen eingehen und versuchen, eine gemeinsame Lösung zu finden. Auch hier ist es wichtig, respektvoll miteinander umzugehen und keine persönlichen Angriffe zu starten.
    Beispiel
    In einem Teammeeting kann es zu unterschiedlichen Meinungen kommen. Wichtig ist es, die Konflikte konstruktiv zu lösen, um die Teamdynamik nicht zu gefährden.

  6. Berücksichtigung von kulturellen Unterschieden
    In einer globalisierten Welt ist es wichtig, auch kulturelle Unterschiede in der Kommunikation zu berücksichtigen. Jede Kultur hat ihre eigenen Kommunikationsregeln und es ist wichtig, sich damit auseinanderzusetzen, um Missverständnisse zu vermeiden und eine respektvolle Kommunikation zu ermöglichen.
    Beispiel
    In einem internationalen Unternehmen ist es wichtig, sich mit den kulturellen Unterschieden der Mitarbeiter auseinanderzusetzen, um eine effektive und harmonische Zusammenarbeit zu ermöglichen.

 

Beispiele für Kommunikationsregeln in der Mediation
Diese Regeln sind wichtige Leitlinien, die den Ablauf und die Qualität der Kommunikation zwischen den beteiligten Parteien in einer Mediationssitzung beeinflussen. Sie dienen dazu, eine konstruktive und respektvolle Gesprächskultur zu schaffen und somit eine erfolgreiche Konfliktlösung zu ermöglichen.

  • Aktives Zuhören
    Ein Mediator wiederholt die Aussagen einer Partei, um sicherzustellen, dass er sie richtig verstanden hat. Dadurch fühlt sich die Partei gehört und verstanden.
  • Respektvolle Sprache
    Statt zu sagen "Du bist immer so egoistisch!" könnte eine Partei sagen "Ich fühle mich oft vernachlässigt und wünsche mir mehr Aufmerksamkeit."
  • Klärung von Missverständnissen
    Ein Mediator fragt eine Partei, ob sie richtig verstanden hat, was die andere Partei gesagt hat, um sicherzustellen, dass es keine Missverständnisse gibt.
  • Fokussierung auf die Interessen
    Ein Mediator fragt eine Partei, warum ihr die Lösung, die die andere Partei vorgeschlagen hat, wichtig ist, um ihre Interessen besser zu verstehen.
  • Konstruktive Kritik
    Eine Partei äußert ihre Bedenken zu einem Vorschlag der anderen Partei und erklärt, warum sie diesen für nicht umsetzbar hält. Sie bietet jedoch auch alternative Lösungsvorschläge an.
  • Pausen und Unterbrechungen
    Eine Partei bittet um eine kurze Pause, um sich zu sammeln und ihre Gedanken zu ordnen, bevor sie weiter spricht.
  • Vermeidung von Schuldzuweisungen
    Eine Partei sagt nicht "Du hast das Problem verursacht", sondern "Wir haben ein Problem, das wir gemeinsam lösen müssen."

Zusammenfassung
In der Mediation sind Regeln für die Kommunikation von großer Bedeutung, um eine produktive und respektvolle Dialogkultur zu etablieren, wodurch eine effektive Konfliktbewältigung möglich wird. Diese Regeln helfen dabei, Missverständnisse zu verhindern, ein vertrauensvolles Umfeld zu schaffen und die Aufmerksamkeit auf die Anliegen und Wünsche der Beteiligten zu richten. Wenn diese Regeln beachtet werden, können die beteiligten Personen effizient miteinander kommunizieren und gemeinsam nach Lösungswegen suchen.

 

© 2024 Frank Hartung Ihr Mediator bei Konflikten in Familie, Erbschaft, Beruf, Wirtschaft und Schule

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