Glossar Mediation

Verfahrensvariablen

Begriff Definition
Verfahrensvariablen

Verfahrensvariablen, auch unabhängige Variablen genannt, sind zentral für die Forschung in verschiedenen Wissenschaftsbereichen. Sie ermöglichen die Untersuchung von Ursache-Wirkungs-Beziehungen, indem sie bewusst manipuliert werden, um ihren Einfluss auf abhängige Variablen zu beobachten. Neben den unabhängigen und abhängigen Variablen gibt es auch Störfaktoren, die unerwünschte Effekte haben und die Validität beeinträchtigen können. Mediator- und Moderatorvariablen erklären bzw. beeinflussen die Beziehung zwischen den Variablen. Verfahrensvariablen gewährleisten die Validität und Zuverlässigkeit der Forschungsergebnisse, indem sie sicherstellen, dass Veränderungen in den abhängigen Variablen wirklich auf die Manipulationen der unabhängigen Variablen zurückgehen. Sie helfen auch, die Ergebnisse zu interpretieren und alternative Erklärungen auszuschließen.

Verfahrensvariablen in der Mediation
In der Mediation sind Verfahrensvariablen von großer Bedeutung, da sie den gesamten Mediationsprozess beeinflussen können. Sie können sowohl positiv als auch negativ auf den Prozess wirken und somit das Ergebnis der Mediation beeinflussen. Im Folgenden werden einige wichtige Verfahrensvariablen in der Mediation näher erläutert.

  • Die Kommunikation:
    Die Kommunikation ist eine der wichtigsten Verfahrensvariablen in der Mediation. Sie bezieht sich auf die Art und Weise, wie die Konfliktparteien miteinander kommunizieren. Eine offene und respektvolle Kommunikation kann dazu beitragen, dass die Parteien einander besser verstehen und somit zu einer Lösung des Konflikts beitragen. Eine aggressive und unkooperative Kommunikation hingegen kann den Prozess erschweren und zu einem negativen Ergebnis führen.
    Beispiel
    In einer Mediation zwischen einem Arbeitgeber und einem Arbeitnehmer kann eine offene und respektvolle Kommunikation dazu beitragen, dass beide Seiten ihre Standpunkte besser verstehen und gemeinsam nach einer Lösung suchen. Eine aggressive und unkooperative Kommunikation hingegen kann dazu führen, dass der Konflikt weiter eskaliert und keine Einigung erzielt werden kann.

  • Die Emotionen
    Emotionen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle in der Mediation. Sie können sowohl die Konfliktparteien als auch den Mediator beeinflussen. Starke Emotionen wie Wut, Trauer oder Angst können den Prozess erschweren und zu einer Blockade führen. Eine angemessene Emotionsregulation ist daher von großer Bedeutung, um eine konstruktive Lösung des Konflikts zu erreichen.
    Beispiel
    In einer Mediation zwischen einem Ehepaar, das sich scheiden lassen möchte, können starke Emotionen wie Wut oder Trauer den Prozess erschweren und zu einer Blockade führen. Eine angemessene Emotionsregulation kann dazu beitragen, dass die Parteien ihre Emotionen besser kontrollieren und somit konstruktiv an einer Lösung arbeiten können.

  • Die Vertraulichkeit
    Die Vertraulichkeit ist ein wichtiger Bestandteil in der Mediation und kann ebenfalls als Verfahrensvariable betrachtet werden. Sie bezieht sich auf die Vertraulichkeit der Gespräche und Informationen, die im Rahmen der Mediation ausgetauscht werden. Eine Verletzung der Vertraulichkeit kann das Vertrauen zwischen den Parteien und dem Mediator zerstören und somit den Prozess beeinträchtigen.
    Beispiel
    In einer Mediation zwischen zwei Nachbarn, die einen Streit um Lärmbelästigung haben, ist es wichtig, dass die Gespräche und Informationen vertraulich behandelt werden. Eine Verletzung der Vertraulichkeit kann dazu führen, dass das Vertrauen zwischen den Parteien und dem Mediator zerstört wird und somit eine Lösung des Konflikts erschwert wird.

  • Die Mediatorpersönlichkeit
    Die Persönlichkeit des Mediators kann ebenfalls als Verfahrensvariable betrachtet werden. Sie kann einen Einfluss auf die Beziehung zu den Konfliktparteien und somit auf den Verlauf und das Ergebnis der Mediation haben. Ein empathischer und neutraler Mediator kann dazu beitragen, dass die Parteien sich verstanden und respektiert fühlen und somit zu einer Lösung des Konflikts beitragen.
    Beispiel
    In einer Mediation zwischen einem Vermieter und einem Mieter kann die Persönlichkeit des Mediators eine wichtige Rolle spielen. Ein empathischer und neutraler Mediator kann dazu beitragen, dass beide Parteien sich verstanden und respektiert fühlen und somit zu einer Lösung des Konflikts beitragen. Ein unsensibler oder voreingenommener Mediator hingegen kann den Prozess erschweren und zu einem negativen Ergebnis führen.

 

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