Glossar Mediation

Fachbegriffe der Mediatoren

Beginnen Sie Ihre Reise in die Welt der Mediation, kann der erste Kontakt mit spezifischem Vokabular durchaus herausfordernd sein. Es ist mir ein Anliegen, nicht mit schweren Termini zu prahlen, sondern vielmehr zu inspirieren, damit die Botschaften meiner digitalen Präsenz für Sie klar und verständlich sind. Gewiss, es finden sich einige Schlüsselworte, bei deren Erklärung ich fest davon überzeugt bin, dass sie Ihr Verständnis vertiefen werden. Mit großer Hoffnung blicke ich darauf, dass Sie der von mir mit Sorgfalt gepflegte und stetig erweiterte Bereich häufig gestellter Fragen dazu anregt, sich mit noch größerer Hingabe der Mediation zu widmen.
 
Zögern Sie nicht, sich bei zusätzlichen Unklarheiten oder Informationsbedarf über die angegebenen Kommunikationswege an mich zu wenden!

 

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BegriffDefinition
Bedürfnis

Nach der psychologischen Definition ist ein Bedürfnis das subjektive Empfinden eines Mangels, was mit dem Wunsch kombiniert wird, dieses Defizit auszugleichen oder zu beheben. Bedürfnisse sind individuell und variieren von Mensch zu Mensch. Sie ändern sich je nach Lebenssituation oder gesellschaftlichen Einflüssen und werden von Normen und Werten geprägt. Die Motivation beim Empfinden eines Bedürfnisses hat Einfluss auf die Selbstverwirklichung und Persönlichkeitsentwicklung. Ein stark ausgeprägtes Bedürfnis ist ein Verlangen. Umgangssprachlich wird ein Bedürfnis auch als Wunsch, Anliegen oder Anspruch umschrieben.

Bedürfnisse können zunächst in Individualbedürfnisse und Kollektivbedürfnisse unterschieden werden. Ein Individualbedürfnis kann vom Menschen selbst befriedigt werden; beispielsweise bei Hunger durch Essen oder Durst durch Trinken. Für die Befriedigung von Kollektivbedürfnissen bedarf es einer ganzen Gemeinschaft, Gruppe oder der Familie. Der Zusammenhalt der Familie kann zum Beispiel das Bedürfnis nach Sicherheit befriedigen.

Ein Bedürfnis lässt sich jedoch auch nach Dringlichkeit und Rang einteilen. Zu den dringenden Bedürfnissen gehören die Grundbedürfnisse, die bei vielen Menschen gleich sind; beispielsweise nach Entspannung, Ruhe, Respekt, Gesundheit und Fürsorge. Abweichend von den Grundbedürfnissen erscheinen Existenzbedürfnisse auch in Notlagen noch realisierbar, was für Nahrung, Wohnraum, Arbeit oder Medikamente gilt. Mit Luxusbedürfnissen sehnen sich Menschen nach Luxusgütern, während Kulturbedürfnisse den Wunsch nach Kreativität, Bildung oder Ästhetik beschreiben. Da Menschen ihre Bedürfnisse nicht immer sofort befriedigen können, müssen sie eine Wahl treffen oder Prioritäten setzen. Sie werden dann gedanklich in einer Rangordnung aufgeteilt.

Der bekannteste Forscher in Bereich der Bedürfnisse war der amerikanische Psychologe Abraham Maslow, der die Maslowsche Bedürfnispyramide entwickelt hat. Wenn Menschen ein Bedürfnis haben, ist es hilfreich, dieses Bedürfnis klar zu definieren. Beispiel: Wenn sich jemand auf der Arbeit durch eine hohe Lautstärke genervt fühlt, kann der Gedanke helfen, dass spätestens am Wochenende aktiv nach Ruhe und Entspannung gesucht werden kann.  Auch bei Konflikten kann die Klärung von Bedürfnissen ein wichtiger Schritt zur Lösung sein, was in der Mediation auch unterstützt wird. Die menschliche Strategie, ein Bedürfnis erfüllt zu bekommen, bietet häufig Konfliktpotenzial. Der eigene Willen (Bedürfnis) soll auf jeden Fall durchgesetzt werden. Hier ist die Erkenntnis des Bedürfnisses der erste Schritt in Richtung Verständnis und Konfliktlösung.

Beendigung der Mediation

Das Mediationsgesetz in § 7 legt klare Anforderungen an die Beendigung einer Mediation fest. Diese Anforderungen dienen dazu, einen strukturierten und geregelten Ablauf der Mediation zu gewährleisten und eine erfolgreiche Beilegung des Konflikts zu ermöglichen. Im Folgenden werden die wichtigsten Anforderungen an die Beendigung der Mediation gemäß § 7 des Mediationsgesetzes detailliert erläutert.

  1. Einvernehmliche Beendigung der Mediation
    Gemäß § 7 Absatz 1 des Mediationsgesetzes ist eine Mediation dann erfolgreich beendet, wenn die Parteien eine Einigung erzielt haben und diese schriftlich festgehalten haben. Dies bedeutet, dass die Beendigung der Mediation auf einer einvernehmlichen Lösung des Konflikts beruhen muss. Eine solche Lösung kann in Form eines Mediationsvertrags oder einer anderweitigen schriftlichen Vereinbarung zwischen den Parteien festgehalten werden.

  2. Beendigung durch einseitige Erklärung
    Neben der einvernehmlichen Beendigung kann die Mediation auch durch eine einseitige Erklärung einer Partei beendet werden. Gemäß § 7 Absatz 2 des Mediationsgesetzes kann eine Partei die Mediation jederzeit durch eine schriftliche Erklärung gegenüber der anderen Partei und dem Mediator beenden. Diese Erklärung muss jedoch begründet werden und darf nicht missbräuchlich erfolgen. Eine solche Beendigung durch einseitige Erklärung ist insbesondere dann sinnvoll, wenn eine Partei der Meinung ist, dass die Mediation nicht mehr zielführend ist oder die andere Partei nicht kooperativ ist.

  3. Beendigung durch den Mediator
    Auch der Mediator kann die Mediation gemäß § 7 Absatz 3 des Mediationsgesetzes jederzeit beenden. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn er der Meinung ist, dass die Mediation keine Aussicht auf Erfolg hat oder die Parteien nicht bereit sind, konstruktiv an der Lösung des Konflikts mitzuwirken. Der Mediator muss in diesem Fall jedoch die Gründe für die Beendigung der Mediation schriftlich darlegen und den Parteien mitteilen.

  4. Beendigung aufgrund fehlender Erfolgsaussichten
    Gemäß § 7 Absatz 4 des Mediationsgesetzes kann die Mediation auch dann beendet werden, wenn die Parteien trotz intensiver Bemühungen keine Einigung erzielen konnten und die Erfolgsaussichten der Mediation als gering einzuschätzen sind. In diesem Fall muss der Mediator den Parteien eine schriftliche Bescheinigung ausstellen, dass die Mediation erfolglos war.

  5. Beendigung bei Verstoß gegen die Mediationsgrundsätze
    Gemäß § 7 Absatz 5 des Mediationsgesetzes kann die Mediation auch dann beendet werden, wenn eine Partei gegen die Mediationsgrundsätze verstößt. Diese Grundsätze umfassen unter anderem die Vertraulichkeit, Freiwilligkeit und Neutralität des Mediationsverfahrens. Sollte eine Partei gegen diese Grundsätze verstoßen, kann der Mediator die Mediation beenden und die Parteien darüber informieren.

  6. Beendigung bei Verletzung der Vertraulichkeit
    Gemäß § 7 Absatz 6 des Mediationsgesetzes kann die Mediation auch dann beendet werden, wenn eine Partei die Vertraulichkeit des Mediationsverfahrens verletzt. Dies kann beispielsweise durch die Weitergabe von vertraulichen Informationen an Dritte geschehen. In diesem Fall kann der Mediator die Mediation beenden und die Parteien darüber informieren.

  7. Beendigung bei Nichterfüllung von Vereinbarungen
    Gemäß § 7 Absatz 7 des Mediationsgesetzes kann die Mediation auch dann beendet werden, wenn eine Partei vereinbarte Maßnahmen oder Handlungen nicht erfüllt. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn eine Partei zugesagt hat, bestimmte Dokumente bereitzustellen, dies jedoch nicht tut. Auch in diesem Fall kann der Mediator die Mediation beenden und die Parteien darüber informieren.

  8. Beendigung bei Nichteinhaltung von Fristen
    Gemäß § 7 Absatz 8 des Mediationsgesetzes kann die Mediation auch dann beendet werden, wenn eine Partei vereinbarte Fristen nicht einhält. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn eine Partei zugesagt hat, bis zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Entscheidung zu treffen, dies jedoch nicht tut. Auch in diesem Fall kann der Mediator die Mediation beenden und die Parteien darüber informieren.

  9. Beendigung durch gerichtliche Entscheidung
    Schließlich kann die Mediation auch durch eine gerichtliche Entscheidung beendet werden. Gemäß § 7 Absatz 9 des Mediationsgesetzes kann ein Gericht auf Antrag einer Partei oder von Amts wegen die Mediation beenden, wenn es der Meinung ist, dass die Mediation keine Aussicht auf Erfolg hat oder die Parteien nicht bereit sind, konstruktiv an der Lösung des Konflikts mitzuwirken.

Zusammenfassung
Das Mediationsgesetz in § 7 definiert, wie eine Mediation beendet werden kann: durch eine einvernehmliche Lösung, eine einseitige Erklärung einer Partei, den Mediator, bei fehlenden Erfolgsaussichten, Verstößen gegen die Mediationsgrundsätze, Verletzung der Vertraulichkeit, Nichterfüllung von Vereinbarungen, Nichteinhaltung von Fristen oder durch eine gerichtliche Entscheidung. In allen Fällen sind schriftliche Erklärungen oder Bescheinigungen erforderlich, um die Beendigung zu dokumentieren.

Synonyme - MediationsG § 7
Behavioristische Theorie

Die behavioristische Theorie ist eine psychologische Theorie, die sich mit dem Verhalten von Individuen beschäftigt. Sie geht davon aus, dass Verhalten durch äußere Reize und Umweltbedingungen beeinflusst wird und dass es durch Erfahrung und Lernen geformt werden kann. Diese Theorie wurde in den frühen 1900er Jahren von dem amerikanischen Psychologen John B. Watson entwickelt und hatte einen großen Einfluss auf die Psychologie des 20. Jahrhunderts.

Grundprinzipien der behavioristischen Theorie
Die behavioristische Theorie basiert auf einigen grundlegenden Prinzipien, die das Verhalten von Individuen erklären sollen. Dazu gehören:

  • Umweltbedingungen beeinflussen Verhalten
    Die behavioristische Theorie geht davon aus, dass Verhalten durch die Umweltbedingungen, in denen eine Person lebt, geformt wird. Das bedeutet, dass das Verhalten einer Person durch die Erfahrungen und Lernprozesse beeinflusst wird, die sie in ihrer Umwelt gemacht hat.

  • Verhalten wird durch Belohnungen und Bestrafungen verstärkt oder gehemmt
    Ein zentrales Konzept der behavioristischen Theorie ist die Verstärkung oder Hemmung von Verhalten durch Belohnungen und Bestrafungen. Wenn ein Verhalten durch eine Belohnung verstärkt wird, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass es wiederholt wird. Im Gegensatz dazu wird ein Verhalten durch Bestrafung gehemmt und die Wahrscheinlichkeit, dass es wieder auftritt, wird verringert.

  • Verhalten kann durch Konditionierung gelernt werden
    Die behavioristische Theorie betont die Bedeutung von Lernprozessen bei der Entwicklung von Verhalten. Eine wichtige Form des Lernens ist die Konditionierung, bei der ein bestimmter Reiz mit einer bestimmten Reaktion verknüpft wird. Es gibt zwei Arten der Konditionierung: die klassische Konditionierung, bei der ein neutraler Reiz mit einem unbedingten Reiz gekoppelt wird, und die operante Konditionierung, bei der ein Verhalten durch Belohnungen oder Bestrafungen verstärkt oder gehemmt wird.

Beispiele für die Anwendung der behavioristischen Theorie

  • Klassische Konditionierung
    Ein Beispiel für die klassische Konditionierung ist der Pawlowsche Hund. Der russische Psychologe Iwan Pawlow führte ein Experiment durch, bei dem er einen Hund mit Futter fütterte, während er gleichzeitig eine Glocke läutete. Nach mehreren Wiederholungen assoziierte der Hund das Läuten der Glocke mit dem Futter und begann zu sabbern, auch wenn kein Futter vorhanden war. Dies zeigt, wie ein neutraler Reiz (die Glocke) durch Wiederholung mit einem unbedingten Reiz (das Futter) gekoppelt werden kann und somit eine bestimmte Reaktion (das Sabbern) auslöst.

  • Operante Konditionierung
    Ein Beispiel für die operante Konditionierung ist das Verhalten von Kindern in der Schule. Wenn ein Kind für gute Noten gelobt wird, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass es sich weiterhin bemüht und gute Noten erzielt. Im Gegensatz dazu kann ein Kind, das für schlechte Noten bestraft wird, dazu neigen, weniger zu lernen und schlechtere Noten zu bekommen. Auf diese Weise wird das Verhalten des Kindes durch Belohnungen und Bestrafungen geformt.

  • Verhaltensmodifikation
    Die behavioristische Theorie hat auch Anwendung in der Verhaltensmodifikation gefunden, einer Technik zur Änderung von Verhalten durch Belohnungen und Bestrafungen. Zum Beispiel kann ein Therapeut die Verhaltensmodifikation verwenden, um eine Person davon abzuhalten, unerwünschtes Verhalten wie Rauchen oder übermäßiges Essen zu zeigen. Durch die Verstärkung von positivem Verhalten und die Bestrafung von negativem Verhalten kann die Person lernen, ihr Verhalten zu ändern.

Kritik an der behavioristischen Theorie
Obwohl die behavioristische Theorie einen großen Einfluss auf die Psychologie hatte, gibt es auch Kritik an ihr. Einige argumentieren, dass sie das innere Erleben und die kognitiven Prozesse von Individuen vernachlässigt und nur auf beobachtbares Verhalten fokussiert. Außerdem wird kritisiert, dass die Theorie zu mechanistisch ist und die Komplexität des menschlichen Verhaltens nicht vollständig erklären kann.

 

Beibringungsgrundsatz

Der Beibringungsgrundsatz besagt, dass eine Partei, die eine bestimmte Behauptung aufstellt, die Beweise dafür vorlegen muss, dass sie wahr ist. Er wird in der Regel angewendet, wenn eine Partei eine Tatsache behauptet, die nicht allgemein bekannt ist, und die andere Partei nicht in der Lage ist, sie zu widerlegen.

Dieser Grundsatz wird häufig in Zivilverfahren angewendet, bei denen eine Partei eine bestimmte Behauptung aufstellt. Beispielsweise kann ein Kläger in einem Zivilprozess eine Partei auffordern, eine bestimmte Behauptung zu beweisen. Wenn der Beklagte nicht in der Lage ist, die Behauptung zu widerlegen, kann der Kläger den Beibringungsgrundsatz anwenden.

Insoweit ist der Beibringungsgrundsatz ein wichtiges Prinzip des deutschen Rechts, das besagt, dass jeder Bürger verpflichtet ist, seine Rechte und Pflichten vor Gericht zu beweisen. Dieser Grundsatz stellt eine wichtige Grundlage für die Rechtsprechung dar, indem die Verantwortung für die Beweisführung beim Kläger liegt. Es ist nicht Aufgabe des Richters, die Beweise zu suchen oder zu sammeln.

 

Synonyme - Verhandlungsmaxime, Verhandlungsgrundsatz
Benachteiligung

Benachteiligung ist ein komplexes gesellschaftliches und rechtliches Phänomen, das in verschiedenen Lebensbereichen auftritt und weitreichende Konsequenzen haben kann. Die systematische Ungleichbehandlung von Personen oder Gruppen aufgrund bestimmter Merkmale stellt eine der zentralen Herausforderungen moderner Gesellschaften dar. 
Das Verständnis von Benachteiligung ist nicht nur für Juristen und Sozialwissenschaftler relevant, sondern spielt auch in der Mediation eine entscheidende Rolle. Mediatoren müssen erkennen können, wann strukturelle oder situative Benachteiligungen den Mediationsprozess beeinflussen und entsprechend reagieren. Diese Expertise ist essentiell, um faire und nachhaltige Konfliktlösungen zu entwickeln.

Definition und Grundlagen der Benachteiligung

  1. Rechtliche Definition von Benachteiligung
    1. Benachteiligung bezeichnet die unterschiedliche, schlechtere Behandlung einer Person oder Gruppe gegenüber anderen in vergleichbaren Situationen. Im deutschen Recht wird zwischen unmittelbarer und mittelbarer Benachteiligung unterschieden.
      • Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) definiert unmittelbare Benachteiligung als eine weniger günstige Behandlung aufgrund eines geschützten Merkmals.
      • Mittelbare Benachteiligung liegt vor, wenn scheinbar neutrale Vorschriften bestimmte Gruppen faktisch benachteiligen.
    2. Die rechtliche Systematik erfasst verschiedene Dimensionen der Benachteiligung. Diese Unterscheidung ist fundamental für das Verständnis der verschiedenen Erscheinungsformen und Bekämpfungsstrategien.
      • Strukturelle Benachteiligung entsteht durch gesellschaftliche Systeme und Institutionen, die bestimmte Gruppen systematisch schlechter stellen.
      • Individuelle Benachteiligung hingegen bezieht sich auf einzelne Handlungen oder Entscheidungen, die zu ungleicher Behandlung führen.
  2. Soziologische Perspektive auf Benachteiligung
    1. Aus soziologischer Sicht ist Benachteiligung ein multidimensionales Phänomen, das durch Machtstrukturen, gesellschaftliche Normen und historische Entwicklungen geprägt wird. Pierre Bourdieu's Konzept der verschiedenen Kapitalformen (ökonomisches, kulturelles, soziales und symbolisches Kapital) hilft dabei, die komplexen Mechanismen der Benachteiligung zu verstehen. Menschen mit geringerem Zugang zu diesen Kapitalformen erfahren systematische Nachteile in verschiedenen Lebensbereichen.
    2. Die Intersektionalitätstheorie, entwickelt von Kimberlé Crenshaw, erweitert das Verständnis von Benachteiligung erheblich. Sie zeigt auf, dass Menschen mehrere Identitätsmerkmale gleichzeitig besitzen können, die sich überschneiden und zu spezifischen Formen der Benachteiligung führen. Eine Frau mit Migrationshintergrund kann beispielsweise sowohl geschlechts- als auch herkunftsbezogene Benachteiligung erfahren, wobei sich diese Formen verstärken oder neue Qualitäten entwickeln können.

 

Wesentliche Aspekte der Benachteiligung

  1. Geschützte Merkmale und Diskriminierungsformen
    1. Das deutsche Antidiskriminierungsrecht schützt vor Benachteiligung aufgrund spezifischer Merkmale: Rasse oder ethnische Herkunft, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter und sexuelle Identität. Diese Aufzählung ist jedoch nicht abschließend, da gesellschaftliche Entwicklungen neue Formen der Benachteiligung hervorbringen können.
    2. Geschlechtsbezogene Benachteiligung manifestiert sich in verschiedenen Formen, von der direkten Ungleichbehandlung bis hin zu subtilen strukturellen Barrieren. 
  2. Institutionelle und systemische Benachteiligung
    1. Institutionelle Benachteiligung entsteht durch Regeln, Praktiken und Verfahren von Organisationen, die bestimmte Gruppen systematisch schlechter stellen. Dies kann bewusst oder unbewusst geschehen und ist oft tief in organisationalen Kulturen verwurzelt. Bildungseinrichtungen, Arbeitsplätze und staatliche Institutionen können durch ihre Strukturen und Prozesse Benachteiligung reproduzieren.
    2. Systemische Benachteiligung geht noch weiter und umfasst die Art, wie verschiedene gesellschaftliche Systeme zusammenwirken und Ungleichheiten verstärken. Das Zusammenspiel von Bildungs-, Arbeitsmarkt- und Wohnungssystem kann zu kumulativen Benachteiligungen führen, die einzelne Gruppen in prekäre Lebenslagen drängen. Die Analyse systemischer Benachteiligung erfordert eine ganzheitliche Betrachtung gesellschaftlicher Strukturen und ihrer Wechselwirkungen.

 

Zentrale Abgrenzungen bei Benachteiligung

  • Benachteiligung versus Diskriminierung
    • Obwohl die Begriffe oft synonym verwendet werden, bestehen wichtige Unterschiede zwischen Benachteiligung und Diskriminierung. Diskriminierung ist der Oberbegriff für verschiedene Formen der Ungleichbehandlung, während Benachteiligung spezifisch die negative Auswirkung dieser Behandlung beschreibt. Nicht jede Ungleichbehandlung führt automatisch zu einer Benachteiligung, und nicht jede Benachteiligung ist rechtlich relevant.
    • Die Rechtsprechung hat verschiedene Kriterien entwickelt, um zu bestimmen, wann eine Ungleichbehandlung als rechtlich relevante Benachteiligung zu bewerten ist. Dabei spielen Faktoren wie die Vergleichbarkeit der Situation, die Intensität der Beeinträchtigung und die Rechtfertigung der unterschiedlichen Behandlung eine zentrale Rolle. Diese Abgrenzung ist besonders in arbeitsrechtlichen Kontexten von Bedeutung.
  • Positive Maßnahmen und Bevorzugung
    • Eine besondere Herausforderung stellt die Abgrenzung zwischen unzulässiger Benachteiligung und zulässigen positiven Maßnahmen dar. Positive Diskriminierung oder Affirmative Action zielt darauf ab, historische oder strukturelle Benachteiligungen auszugleichen. Das deutsche Recht erlaubt solche Maßnahmen unter bestimmten Voraussetzungen, insbesondere zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Menschen mit Behinderungen.
    • Die Rechtfertigung positiver Maßnahmen erfordert eine sorgfältige Abwägung zwischen dem Ziel der Gleichstellung und dem Grundsatz der Gleichbehandlung. Zeitliche Begrenzung, Verhältnismäßigkeit und die Berücksichtigung individueller Qualifikationen sind wichtige Kriterien für die rechtliche Zulässigkeit solcher Programme. Diese Abwägung wird in der Rechtsprechung kontinuierlich weiterentwickelt.
  • Mittelbare versus unmittelbare Benachteiligung
    Die Unterscheidung zwischen mittelbarer und unmittelbarer Benachteiligung ist für die rechtliche Bewertung von Fällen entscheidend.
    • Unmittelbare Benachteiligung liegt vor, wenn eine Person aufgrund eines geschützten Merkmals schlechter behandelt wird als eine andere in einer vergleichbaren Situation. Diese Form ist meist offensichtlich und direkt nachweisbar.
    • Mittelbare Benachteiligung ist subtiler und entsteht durch scheinbar neutrale Regelungen, die faktisch bestimmte Gruppen benachteiligen. Ein klassisches Beispiel sind Mindestgrößenanforderungen für bestimmte Berufe, die Frauen statistisch häufiger ausschließen als Männer.
    • Der Nachweis mittelbarer Benachteiligung erfordert oft statistische Analysen und ist rechtlich komplexer zu handhaben.

 

Benachteiligung in der Mediation

  1. Erkennung von Benachteiligung im Mediationsprozess
    1. Mediatoren müssen sensibel für verschiedene Formen der Benachteiligung sein, die den Mediationsprozess beeinflussen können. Strukturelle Machtungleichgewichte zwischen den Parteien können zu unfairen Verhandlungsbedingungen führen und die Selbstbestimmung der schwächeren Partei einschränken. Dies kann sich in unterschiedlichen Kommunikationsstilen, ungleichen Ressourcen oder verschiedenen kulturellen Hintergründen manifestieren.
    2. Die Identifikation von Benachteiligung erfordert von Mediatoren eine hohe Sensibilität für nonverbale Signale, Kommunikationsmuster und Machtdynamiken. Sprachbarrieren, unterschiedliche Bildungsniveaus oder kulturelle Missverständnisse können zu unbeabsichtigter Benachteiligung führen. Professionelle Mediatoren entwickeln spezielle Techniken, um solche Ungleichgewichte zu erkennen und auszugleichen.
  2. Strategien zum Umgang mit Benachteiligung
    1. Wenn Benachteiligung in der Mediation erkannt wird, stehen verschiedene Interventionsmöglichkeiten zur Verfügung. Shuttle-Mediation, bei der der Mediator getrennt mit den Parteien arbeitet, kann hilfreich sein, wenn direkte Kommunikation durch Machtungleichgewichte erschwert wird. Die Einbeziehung von Dolmetschern, Rechtsberatern oder anderen Fachexperten kann strukturelle Nachteile ausgleichen.
    2. Empowerment-Techniken zielen darauf ab, die schwächere Partei zu stärken und ihre Verhandlungsposition zu verbessern. Dies kann durch Informationsvermittlung, Entwicklung von Kommunikationsfähigkeiten oder die Klärung von Rechten und Optionen geschehen. Gleichzeitig müssen Mediatoren darauf achten, ihre Neutralität zu wahren und nicht zu Anwälten einer Partei zu werden.
  3. Grenzen der Mediation bei schwerer Benachteiligung
    1. Mediation ist nicht in allen Fällen von Benachteiligung geeignet. Bei schweren Machtungleichgewichten, systematischer Unterdrückung oder wiederholten Rechtsverletzungen kann Mediation die Benachteiligung sogar verstärken. Häusliche Gewalt ist ein klassisches Beispiel für Situationen, in denen Mediation aufgrund der strukturellen Machtungleichgewichte kontraindiziert sein kann.
    2. Mediatoren müssen ethische Grenzen erkennen und gegebenenfalls die Mediation beenden oder an andere Verfahren verweisen. Die Sicherheit und das Wohlbefinden der Parteien haben Vorrang vor dem Wunsch, eine einvernehmliche Lösung zu finden. Diese Entscheidung erfordert professionelle Erfahrung und kontinuierliche Reflexion der eigenen Rolle und Verantwortung.
  4. Präventive Maßnahmen und Verfahrensgestaltung
    1. Professionelle Mediation kann durch entsprechende Verfahrensgestaltung Benachteiligung vorbeugen. Sorgfältige Vorabklärung der Machtverhältnisse, transparente Kommunikation über den Mediationsprozess und die Schaffung sicherer Räume für alle Parteien sind grundlegende präventive Maßnahmen. Die Aufklärung über Rechte und Alternativen zur Mediation gehört ebenfalls zu den professionellen Standards.
    2. Die Dokumentation des Mediationsprozesses und regelmäßige Reflexionsphasen helfen dabei, Benachteiligung frühzeitig zu erkennen und zu korrigieren. Supervision und kontinuierliche Fortbildung von Mediatoren in Fragen der Diversität und Antidiskriminierung sind essentiell für die Qualitätssicherung. Diese präventiven Ansätze tragen dazu bei, die Integrität des Mediationsprozesses zu wahren und faire Ergebnisse zu erzielen.

 

Fazit

Benachteiligung ist komplex und umfasst rechtliche und gesellschaftliche Aspekte. Ein Verständnis der verschiedenen Formen ist für die Bekämpfung von Ungleichbehandlung wichtig. Rechtliche Rahmenbedingungen in Deutschland bieten Schutz, ersetzen jedoch nicht sozialen Wandel. In der Mediation ist der Umgang mit Benachteiligung wichtig für die Verfahrensqualität. Mediatoren müssen Machtungleichgewichte ausgleichen, ohne Neutralität zu verlieren. Professionelle Standards und Sensibilisierung für Diversität und Diskriminierung sind entscheidend. Die Bekämpfung von Benachteiligung erfordert einen gesellschaftlichen Ansatz, der strukturelle Veränderungen, rechtliche Reformen und Bewusstseinsbildung verbindet. Das Ziel ist eine gerechte, inklusive Gesellschaft mit gleichen Chancen und Rechten für alle.

beratende Mediation

Die beratende Mediation ist ein Verfahren zur Konfliktlösung, das auf Freiwilligkeit und Selbstbestimmung der Konfliktparteien basiert. Sie dient dazu, Konflikte auf friedliche und konstruktive Weise zu lösen, indem eine neutrale dritte Person, der Mediator, die Kommunikation zwischen den Konfliktparteien fördert und unterstützt. Im Gegensatz zur klassischen Mediation, bei der der Mediator keine Ratschläge gibt, kann der Mediator bei der beratenden Mediation auch beratend tätig werden und den Parteien Lösungsvorschläge unterbreiten.

Die Rolle des Mediators
Der Mediator ist eine unparteiische und neutrale Person, die über eine spezielle Ausbildung und Erfahrung im Bereich der Konfliktlösung verfügt. Er hat die Aufgabe, die Kommunikation zwischen den Konfliktparteien zu verbessern und ihnen dabei zu helfen, ihre Interessen und Bedürfnisse zu identifizieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Der Mediator fungiert als Vermittler und begleitet die Parteien durch den gesamten Mediationsprozess.

Der Ablauf einer beratenden Mediation
Die beratende Mediation beginnt in der Regel mit einem Vorgespräch, in dem der Mediator die Konfliktparteien über den Ablauf und die Grundprinzipien der Mediation informiert. Anschließend folgt die eigentliche Mediation, bei der die Parteien ihre Sichtweisen und Anliegen darlegen können. Der Mediator unterstützt sie dabei, ihre Interessen zu erkennen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Am Ende des Prozesses werden die gefundenen Lösungen in einer schriftlichen Vereinbarung festgehalten.

Vorteile der beratenden Mediation
Die beratende Mediation bietet zahlreiche Vorteile gegenüber anderen Konfliktlösungsverfahren. Durch die aktive Beteiligung der Parteien und die Unterstützung des Mediators können Konflikte auf eine faire und einvernehmliche Art und Weise gelöst werden. Die Parteien haben die Möglichkeit, ihre Bedürfnisse und Interessen zu artikulieren und gemeinsam nach individuellen Lösungen zu suchen. Dadurch können langwierige und kostspielige Gerichtsverfahren vermieden werden.

Die Unterscheidung zwischen beratender Mediation und klassischer Mediation
Der Hauptunterschied zwischen beratender Mediation und klassischer Mediation liegt in der Rolle des Mediators:

  • Während der Mediator bei der beratenden Mediation aktiv Lösungsvorschläge einbringt, bleibt er bei der klassischen Mediation neutral und unterstützt die Konfliktparteien lediglich dabei, selbst eine Lösung zu finden. Dadurch kann die beratende Mediation schneller zu einer Einigung führen, da der Mediator gezielt auf die Bedürfnisse und Interessen der Konfliktparteien eingehen kann. Bei der klassischen Mediation hingegen sind die Konfliktparteien selbst für die Lösungsfindung verantwortlich und es kann mehr Zeit in Anspruch nehmen, bis eine Einigung erzielt wird.

  • Ein weiterer Unterschied besteht in der Art der Kommunikation. Bei der beratenden Mediation ist der Mediator aktiver und führt die Gespräche, während er bei der klassischen Mediation eher als Moderator fungiert und die Konfliktparteien selbst miteinander sprechen lässt.

Ein Beispiel für die Anwendung der beratenden Mediation könnte eine Scheidung sein. Der Mediator, der sich auf Familienrecht spezialisiert hat, kann den Ehepartnern dabei helfen, eine faire und gerechte Lösung für die Aufteilung des Vermögens und das Sorgerecht für die Kinder zu finden. Er kann ihnen dabei konkrete Vorschläge unterbreiten, wie sie ihre Interessen und Bedürfnisse am besten berücksichtigen können.

Im Gegensatz dazu könnte die klassische Mediation bei einem Streit zwischen zwei Geschäftspartnern zum Einsatz kommen. Hier unterstützt der Mediator die Konfliktparteien dabei, ihre unterschiedlichen Standpunkte zu verstehen und eine gemeinsame Lösung zu erarbeiten, ohne dabei selbst Vorschläge zu machen. Die Konfliktparteien müssen selbst aktiv werden und ihre Interessen und Bedürfnisse kommunizieren, um zu einer Einigung zu gelangen.

Siehe auch: Beratende Mediation

beratender Mediator

Ein beratender Mediator ist eine Person, die als neutrale Vermittlerin oder Vermittler in Konfliktsituationen fungiert und den Parteien dabei hilft, eine einvernehmliche Lösung zu finden. Im Gegensatz zu einem klassischen Mediator, der lediglich als Vermittler agiert, bietet ein beratender Mediator zusätzlich auch Beratung und Unterstützung bei der Konfliktlösung an.

Die Rolle des beratenden Mediators
Ein beratender Mediator hat die Aufgabe, den Konfliktparteien dabei zu helfen, ihre Interessen und Bedürfnisse zu identifizieren und zu verstehen. Dabei ist es wichtig, dass der Mediator unparteiisch und neutral bleibt und keine eigenen Lösungsvorschläge unterbreitet. Stattdessen unterstützt er die Parteien dabei, selbst kreative Lösungen zu entwickeln, die für beide Seiten akzeptabel sind. Der beratende Mediator hilft dabei, die Kommunikation zwischen den Parteien zu verbessern und Konflikte auf eine konstruktive Art und Weise zu lösen.

Ein Beispiel zur Veranschaulichung
Zwei Geschäftspartner haben einen Konflikt über die Aufteilung von Gewinnen aus einem gemeinsamen Projekt. Beide Parteien haben unterschiedliche Vorstellungen und Interessen, die zu einer Blockade in den Verhandlungen führen. Ein beratender Mediator wird nun eingesetzt, um den Konflikt zu lösen. Zunächst hilft er den Parteien dabei, ihre Interessen und Bedürfnisse zu identifizieren und zu verstehen. Anschließend unterstützt er sie dabei, gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, die für beide Seiten akzeptabel sind. Der Mediator bietet dabei auch Beratung und Unterstützung an, um die Kommunikation zwischen den Parteien zu verbessern und die Blockade aufzulösen. Am Ende des Mediationsprozesses wird eine Einigung erzielt, die für beide Parteien zufriedenstellend ist und eine langfristige Zusammenarbeit ermöglicht.

Vorteile der beratenden Mediation
Die Beratungsfunktion eines beratenden Mediators bietet einige Vorteile gegenüber einer klassischen Mediation. Zum einen kann der Mediator durch seine zusätzliche Expertise und Erfahrung bei der Konfliktlösung unterstützen und somit zu einer schnelleren und effektiveren Lösung beitragen. Zum anderen kann er den Parteien dabei helfen, die Konfliktsituation aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und somit neue Lösungsansätze zu entwickeln. Zudem kann der Mediator durch seine Unterstützung dabei helfen, die Beziehung zwischen den Parteien langfristig zu verbessern und zukünftige Konflikte zu vermeiden.

Beratender Mediator vs. Klassischer Mediator

  • Unterschied 1: Die Rolle des Mediators
    Ein beratender Mediator hat im Vergleich zu einem klassischen Mediator eine etwas andere Rolle.
    Während ein klassischer Mediator als neutraler Vermittler zwischen den Parteien agiert, kann ein beratender Mediator auch eine beratende Funktion übernehmen. Das bedeutet, dass er oder sie den Parteien Vorschläge und Lösungsansätze unterbreiten kann, um den Konflikt zu lösen. Im Gegensatz dazu ist es die Aufgabe eines klassischen Mediators, die Parteien dabei zu unterstützen, selbst eine Lösung zu finden, ohne dabei eigene Vorschläge zu machen.
    Beispiel
    In einem Konflikt zwischen zwei Geschäftspartnern, bei dem es um die Aufteilung von Gewinnen geht, könnte ein beratender Mediator den Parteien verschiedene Modelle vorstellen und sie bei der Entscheidung unterstützen.
    Ein klassischer Mediator würde hingegen die Parteien dazu anleiten, gemeinsam eine faire Lösung zu erarbeiten, ohne dabei eigene Vorschläge zu machen.

  • Unterschied 2: Die Art der Kommunikation
    Ein weiterer Unterschied zwischen einem beratenden Mediator und einem klassischen Mediator liegt in der Art der Kommunikation.
    Während ein klassischer Mediator darauf fokussiert ist, die Kommunikation zwischen den Parteien zu verbessern und eine offene und konstruktive Gesprächsatmosphäre zu schaffen, kann ein beratender Mediator auch beratend eingreifen und die Kommunikation lenken. Dies kann besonders dann hilfreich sein, wenn die Parteien Schwierigkeiten haben, ihre Standpunkte klar zu kommunizieren oder wenn es zu Missverständnissen kommt.
    Beispiel
    In einem Konflikt zwischen einem Arbeitgeber und einem Arbeitnehmer könnte ein beratender Mediator die Kommunikation zwischen den beiden Parteien lenken und dabei helfen, Missverständnisse aufzuklären. Ein klassischer Mediator würde hingegen die Parteien dabei unterstützen, ihre Standpunkte klar zu kommunizieren und aufeinander einzugehen.

  • Unterschied 3: Die Zielsetzung der Mediation
    Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen einem beratenden Mediator und einem klassischen Mediator liegt in der Zielsetzung der Mediation. Während ein klassischer Mediator darauf abzielt, eine einvernehmliche Lösung zu finden, die für beide Parteien akzeptabel ist, kann ein beratender Mediator auch versuchen, eine für beide Parteien vorteilhafte Lösung zu erarbeiten. Dies bedeutet, dass ein beratender Mediator nicht nur auf die Bedürfnisse und Interessen der Parteien achtet, sondern auch auf die bestmögliche Lösung für beide Seiten.
    Beispiel
    In einem Scheidungskonflikt könnte ein beratender Mediator versuchen, eine Lösung zu finden, die nicht nur die Bedürfnisse und Interessen der Ehepartner berücksichtigt, sondern auch eine für beide Seiten vorteilhafte Regelung darstellt. Ein klassischer Mediator würde hingegen darauf abzielen, eine Lösung zu finden, die für beide Parteien akzeptabel ist, ohne dabei eine bestimmte Partei zu bevorzugen.

Gleichwohl es einige wichtige Unterschiede zwischen einem beratenden Mediator und einem klassischen Mediator gibt, ist es jedoch wichtig zu betonen, dass sowohl ein beratender Mediator als auch ein klassischer Mediator wertvolle Unterstützung bei der Lösung von Konflikten bieten können und beide Ansätze ihre Vor- und Nachteile haben. Die Wahl des geeigneten Mediationsansatzes hängt von der Art des Konflikts und den Bedürfnissen der Parteien ab.

Siehe auch: Beratende Mediation kombiniert Beratung mit Mediationsverfahren.

Beratung

Eine Beratung ist ein meist unverbindliches Gespräch mit dem Ziel, Rat zu erteilen. Sie erfolgt traditionell mündlich, doch durch die moderne Technologie sind auch elektronische Beratungen üblich geworden. Im Beratungsprozess teilt der Ratsuchende Informationen mit dem Berater, welcher sein Fachwissen einsetzt, um einen Ratschlag zu geben. Der Ratsuchende kann diesen Ratschlag nutzen, um seine Entscheidungen zu überdenken. Anders als bei einer Belehrung, hat der Ratsuchende die Freiheit zu entscheiden, wie er mit dem erhaltenen Rat umgeht. Das Ziel der Beratung kann auch sein, den Ratsuchenden zu einer bestimmten Handlung oder Unterlassung zu motivieren.

Was gibt es für Beratungen durch einen Mediator?
Ein Mediator ist eine neutrale und unparteiische Person, die bei der Lösung von Konflikten zwischen zwei oder mehreren Parteien hilft. Der Mediator unterstützt die Parteien dabei, ihre Differenzen beizulegen, indem er ihnen hilft, miteinander zu kommunizieren, ihre Bedürfnisse und Interessen zu verstehen und gemeinsam eine Lösung zu finden. Hier sind einige der häufigsten Arten von Beratungen, die ein Mediator anbieten kann:

  • Konfliktberatung:
    Der Mediator kann bei Konflikten zwischen verschiedenen Parteien beratend tätig werden. Dabei geht es darum, die Ursachen des Konflikts zu identifizieren und gemeinsam mit den Beteiligten Lösungsstrategien zu erarbeiten.

  • Kommunikationsberatung:
    Eine der Hauptaufgaben des Mediators ist es, die Kommunikation zwischen den Konfliktparteien zu verbessern. Er kann dabei helfen, Missverständnisse aufzuklären, die Kommunikationsebene zu verändern und die Gesprächsführung zu moderieren.

  • Interessen- und Bedürfnisberatung:
    Der Mediator unterstützt die Beteiligten dabei, ihre Interessen und Bedürfnisse zu erkennen und zu benennen. Er hilft dabei, diese in den Fokus zu rücken und gemeinsam mit den Konfliktparteien nach Lösungen zu suchen, die diesen gerecht werden.

  • Rechtsberatung:
    In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, dass der Mediator auch über rechtliche Aspekte informiert und berät. Dabei geht es jedoch nicht darum, Rechtsauskünfte zu erteilen, sondern vielmehr darum, die rechtlichen Rahmenbedingungen zu erklären und mögliche Konsequenzen aufzuzeigen.

  • Emotions- und Konfliktmanagement:
    Oftmals sind Emotionen ein entscheidender Faktor bei Konflikten. Der Mediator kann dabei helfen, diese zu erkennen, zu benennen und konstruktiv damit umzugehen. Er unterstützt die Beteiligten dabei, ihre Emotionen zu kontrollieren und zu einem konstruktiven Umgang mit dem Konflikt beizutragen.

  • Moderation und Strukturierung:
    Der Mediator übernimmt die Rolle einer neutralen und unparteiischen Moderatorin oder eines Moderators. Er sorgt für eine strukturierte Gesprächsführung und achtet darauf, dass alle Beteiligten zu Wort kommen und ihre Standpunkte ausreichend dargelegt werden können.

  • Zukunftssicherung:
    Ein weiterer wichtiger Aspekt der Mediation ist die Zukunftssicherung. Der Mediator unterstützt die Konfliktparteien dabei, langfristige und nachhaltige Lösungen zu finden, die auch in Zukunft Bestand haben und zu einer dauerhaften Verbesserung der Situation führen.

Welche Themen lassen sich in einer Mediationsberatung ausführlich besprechen?
Faktisch kann der Mediator bei nahezu allen Konflikten und Streitigkeiten tätig werden, bei denen die Parteien bereit sind, miteinander zu kommunizieren und nach einer gemeinsamen Lösung zu suchen. Durch seine neutrale und unabhängige Position kann er dazu beitragen, dass Konflikte auf eine konstruktive Art und Weise gelöst werden und alle Beteiligten zufriedenstellende Ergebnisse erzielen. Hier sind einige Beispiele:

  • Konflikte am Arbeitsplatz, z.B. zwischen Kollegen oder mit Vorgesetzten
  • Trennung und Scheidung, insbesondere wenn es um die Regelung von Unterhalt, Sorgerecht oder Vermögensaufteilung geht
  • Nachbarschaftsstreitigkeiten, z.B. wegen Lärm, Grenzüberschreitungen oder Baumaßnahmen
  • Erbstreitigkeiten, z.B. bei der Verteilung des Nachlasses oder der Auseinandersetzung von gemeinsamen Immobilien
  • Konflikte in Familien, z.B. zwischen Eltern und Kindern oder Geschwistern
  • Streitigkeiten im Bereich des Verbraucher- oder Nachbarschaftsrechts, z.B. bei Mängeln an gekauften Produkten oder bei Streitigkeiten mit Vermietern
  • Auseinandersetzungen im Bereich des Bau- und Architektenrechts, z.B. bei Mängeln an Bauvorhaben oder Streitigkeiten mit Handwerkern
  • Konflikte im Bereich des Gesundheitswesens, z.B. zwischen Patienten und Ärzten oder Krankenkassen
  • Streitigkeiten im Bereich des Wirtschafts- und Handelsrechts, z.B. bei Vertragsverletzungen oder Wettbewerbsstreitigkeiten
  • Konflikte im Bereich des öffentlichen Rechts, z.B. bei der Durchsetzung von Ansprüchen gegenüber Behörden oder bei Planungs- und Umweltstreitigkeiten.

Weitere Informationen:

Zusammenfassung
Eine Beratung ist ein Gespräch mit dem Ziel, Ratschläge zu geben, die meist mündlich oder auch elektronisch stattfindet. Der Berater nutzt sein Fachwissen, um dem Ratsuchenden bei Entscheidungen zu helfen, ohne ihn zu belehren. Ein Mediator als neutraler Berater unterstützt bei der Konfliktlösung durch Verbesserung der Kommunikation, Erkennen und Benennen von Interessen und Bedürfnissen, sowie durch Emotions- und Konfliktmanagement. Er hilft auch, rechtliche Rahmenbedingungen zu verstehen und nachhaltige Lösungen zu erarbeiten. Mediatoren können in verschiedenen Bereichen wie Arbeitsplatzkonflikten, Familienstreitigkeiten oder Rechtsstreitigkeiten vermitteln und tragen dazu bei, dass Konflikte konstruktiv gelöst werden.

Synonyme - Konsultation
berufliche Selbst

Das berufliche Selbst beschreibt die individuelle Wahrnehmung und Identität einer Person in Bezug auf ihre berufliche Rolle und Tätigkeit. Es umfasst die persönlichen Fähigkeiten, Stärken, Werte, Ziele und Motivationen, die eine Person im beruflichen Kontext ausmachen. Das berufliche Selbst ist somit ein wichtiger Bestandteil der Persönlichkeit und beeinflusst maßgeblich das Verhalten, die Entscheidungen und die Zufriedenheit einer Person in ihrem Beruf.

Die Entstehung des beruflichen Selbst
Das berufliche Selbst entwickelt sich im Laufe des Lebens einer Person und wird durch verschiedene Einflüsse geprägt. Dazu zählen unter anderem die familiäre und soziale Umgebung, Bildung und Ausbildung, Erfahrungen im Berufsleben sowie persönliche Interessen und Neigungen. Auch die gesellschaftlichen Erwartungen und Normen haben einen Einfluss auf die Entstehung des beruflichen Selbst.

Die Bedeutung des beruflichen Selbst
Das berufliche Selbst ist von großer Bedeutung für die berufliche Entwicklung und Zufriedenheit einer Person. Es dient als Orientierung und Leitfaden bei der Wahl des Berufs, der Karriereplanung und der Entscheidung für bestimmte Tätigkeiten. Eine Person, die sich ihres beruflichen Selbst bewusst ist, kann ihre Fähigkeiten und Stärken gezielt einsetzen und somit ihre beruflichen Ziele erreichen. Zudem trägt ein stark ausgeprägtes berufliches Selbst zu einer höheren Motivation und Zufriedenheit im Beruf bei.

Beispiele für das berufliche Selbst
Ein Beispiel für das berufliche Selbst ist eine Person, die sich durch ihre kommunikativen Fähigkeiten, ihre Kreativität und ihre Teamfähigkeit auszeichnet. Sie hat bereits in verschiedenen beruflichen Situationen festgestellt, dass sie durch diese Eigenschaften erfolgreich ist und sich in ihrer Rolle als Kommunikationsmanagerin wohl fühlt. Ihr berufliches Selbst beinhaltet somit diese Fähigkeiten und Eigenschaften, die sie in ihrem Beruf gezielt einsetzt und die sie als Teil ihrer Identität betrachtet.

Berufsmediation

Berufsmediation ist eine Form der Konfliktbearbeitung, die sich auf den beruflichen Kontext bezieht. Es ist ein Verfahren, das dazu beiträgt, dass zwei oder mehr Parteien, die in einem beruflichen Konflikt stehen, eine Lösung finden. Die Berufsmediation kann in vielen Fällen eine effektive und kostengünstige Alternative zu Gerichtsverfahren oder anderen Formen der Konfliktlösung sein.

Berufsmediation ist ein Verfahren, das eine neutrale Person (den Mediator) einsetzt, um zwischen den Parteien zu vermitteln. Der Mediator hört beiden Parteien zu und versucht, eine Lösung zu finden, die beiden Seiten zufriedenstellt. Der Mediator ist ein neutraler und unparteiischer Vermittler, der versucht, die Konfliktparteien dazu zu bewegen, eine einvernehmliche Lösung zu finden. Der Mediator kann auch versuchen, den Konflikt zu verstehen und zu analysieren, um eine Lösung zu finden, die für alle Beteiligten akzeptabel ist.

Berufsmediation kann in vielen Bereichen eingesetzt werden, einschließlich Arbeitskonflikte, die durch Entlassungen, Kündigungen, Umgruppierungen, Gehaltserhöhungen, Arbeitszeiten, Arbeitsabläufe, Arbeitsbedingungen, Arbeitssicherheit, Arbeitsplatzgestaltung und andere Probleme verursacht werden. Es kann auch eingesetzt werden, um Streitigkeiten über Arbeitsverträge, Arbeitsrechtsfragen, Arbeitsplatzmobbing, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz und andere Themen beizulegen.

 

© 2026 Frank Hartung Ihr Mediator bei Konflikten in Familie, Erbschaft, Beruf, Wirtschaft und Schule

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