
| Begriff | Definition |
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| Aussageverweigerungsrecht des Mediators | Ein Aussageverweigerungsrecht ist das Recht, in einem gerichtlichen Verfahren keine Angaben zum Sachverhalt machen zu müssen. Handelt es sich um das Recht eines Zeugen, wird von einem Zeugnisverweigerungsrecht gesprochen. Die Vertraulichkeit gehört zu den Grundprinzipien der Mediation. Durch die zugesicherte Vertraulichkeit soll verhindert werden, dass in einem potenziell nachfolgenden Gerichtsverfahren nach Scheitern des Mediationsverfahrens diverse Informationen, die in der Mediation offenbart worden sind, gegen die jeweils andere Partei verwendet werden können. Zu Beginn des Mediationsverfahrens verpflichten sich alle am Verfahren Beteiligten nach Maßgabe der gesetzlichen Möglichkeiten zur Vertraulichkeit. Der Mediator informiert die Medianden über den Umfang seiner Verschwiegenheitspflicht. Der Mediator ist nach § 4 Mediationsgesetz auch ohne explizite vertragliche Vereinbarung zur Verschwiegenheit verpflichtet. Ihm steht in Gerichtsverfahren ein Aussageverweigerungsrecht bzw. Zeugnisverweigerungsrecht zu, da er bei der Ausübung seines Berufes mit schutzwürdigen Geheimnissen in Kontakt kommt. Die Verschwiegenheitspflicht des Mediators entfällt nur dann, wenn alle Medianden ihn davon entbinden. In strafrechtlichen Verfahren ist die Möglichkeit des Aussageverweigerungsrechts oder Zeugnisverweigerungsrechts nicht immer gegeben. Bei Einführung des Mediationsgesetzes wurde auf die Anpassung der StPO Strafprozessordnung verzichtet. Hierin befindet sich in § 53 StPO eine Liste mit Berufs-Geheimnisträgern, denen ein Aussageverweigerungsrecht und Zeugnisverweigerungsrecht zugebilligt wird. Hierin werden Anwälte und Geistliche benannt, aber keine Mediatoren. Damit steht nur den Mediatoren, die im Grundberuf wie beispielsweise als Anwalt über ein Aussageverweigerungsrecht zurückgreifen können, die Möglichkeit der Aussageverweigerung zu. Mediatoren aus anderen Berufsgruppen haben dieses Recht nicht automatisch inne. Das Aussage- oder Zeugnisverweigerungsrecht des Mediators kann nicht nur als Recht betrachtet werden, sondern gleichzeitig auch als Pflicht. Das bedeutet, wenn die Medianden den Mediator von seiner Schweigepflicht entbinden, ist er zu einer Aussage verpflichtet. |
| Ausweicher | Der Konflikttyp Ausweicher beschreibt eine Person, die in Konfliktsituationen dazu neigt, Konfrontationen und Auseinandersetzungen zu vermeiden. Sie versucht, Konflikten aus dem Weg zu gehen und Probleme nicht anzusprechen, um eine Eskalation zu vermeiden. Diese Art der Konfliktbewältigung wird auch als "Fluchtverhalten" bezeichnet. Ein Ausweicher versucht oft, den Frieden zu wahren und die Harmonie in der Beziehung zu anderen aufrechtzuerhalten. Er scheut sich davor, seine eigenen Bedürfnisse und Meinungen zu äußern und gibt oft nach, um Konflikte zu vermeiden. Dies kann dazu führen, dass er sich selbst zurücknimmt und seine eigenen Interessen vernachlässigt. Im Kontext eines Mediationsverfahrens kann der Konflikttyp Ausweicher sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben. Einerseits kann ein Ausweicher dazu beitragen, die Spannungen zwischen den Konfliktparteien zu reduzieren und die Atmosphäre zu entspannen. Durch sein ruhiges und zurückhaltendes Verhalten kann er dazu beitragen, dass die Emotionen nicht zu hoch kochen und die Kommunikation zwischen den Parteien aufrechterhalten wird. Andererseits kann ein Ausweicher auch dazu beitragen, dass der Konflikt nicht wirklich gelöst wird. Durch sein Vermeidungsverhalten werden die eigentlichen Probleme nicht angesprochen und es kann zu einer oberflächlichen Einigung kommen, die langfristig keine Lösung darstellt. Zudem kann ein Ausweicher auch dazu beitragen, dass die Konfliktparteien ihre eigenen Bedürfnisse und Interessen nicht ausreichend kommunizieren und somit keine zufriedenstellende Lösung gefunden wird. Um den Einfluss des Konflikttyps Ausweicher auf ein Mediationsverfahren zu minimieren, ist es wichtig, dass die Mediatoren die Verhaltensweisen und Bedürfnisse aller Konfliktparteien genau beobachten und verstehen. Sie müssen erkennen, wenn ein Ausweicher dazu neigt, wichtige Themen zu umgehen und die Konfliktparteien dazu ermutigen, ihre Meinungen und Bedürfnisse offen auszutauschen. Durch gezielte Fragen und Techniken können Mediatoren auch den Ausweicher dazu bringen, seine eigenen Interessen zu vertreten und somit zu einer konstruktiven Lösung des Konflikts beizutragen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Konflikttyp Ausweicher im Mediationsverfahren sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben kann. Es ist wichtig, dass Mediatoren die Verhaltensweisen und Bedürfnisse aller Konfliktparteien genau beobachten und gezielt darauf eingehen, um eine effektive Konfliktlösung zu erreichen. Durch ein besseres Verständnis des Ausweichers und seiner Rolle im Konflikt können Mediatoren dazu beitragen, dass alle Parteien ihre Interessen und Bedürfnisse ausreichend kommunizieren und somit zu einer nachhaltigen Lösung des Konflikts beitragen. |
| Authentizität | Echtheit verkörpert die Wahrhaftigkeit eines Individuums. Es impliziert, dass eine Person gemäß ihrer eigenen moralischen Grundsätze und Überzeugungen lebt, anstatt sich für den Zuspruch anderer zu verstellen. Bei Menschen, die Authentizität ausstrahlen, befinden sich Gedanken, Handlungen und Emotionen in Harmonie. Sie signalisieren klar, dass sie ihre eigenen Fähigkeiten ebenso wie ihre Grenzen akzeptieren. Individuen mit einer echten Persönlichkeit sind sich ihrer Prinzipien und Begehren bewusst, sie leben danach und treten selbstbewusst dafür ein. Trotz ihrer Konstanz in der Selbsttreue zeigen sie die Fähigkeit, die Mitmenschen samt deren Überzeugungen zu respektieren. Die Herausforderung liegt nicht darin, Rollen abzulegen, sondern darin, sie anzunehmen und dennoch gemäß eigenen Überzeugungen zu wirken. Echte Persönlichkeiten verstehen, dass es immer Menschen geben wird, die sie für ihre Natürlichkeit schätzen und keine Verstellung nötig ist. Authentische Personen sind sich ihrer Emotionen, Begehren, Gedanken und Überzeugungen vollends bewusst. Sie verstehen ihre Vorzüge und Mängel und sind sich darüber im Klaren, welche Prinzipien sie vertreten. Zudem sind sie aufrichtig und neigen dazu, ihre Emotionen so wiederzugeben, wie sie wirklich sind. In der Regel akzeptieren sie auch die Folgen ihrer aufrichtigen Handlungen. Selbst wenn sie an Beliebtheit verlieren oder einigen Leuten weniger sympathisch erscheinen, werden sie das akzeptieren und dennoch standhaft bleiben.
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| Auto-responsive rhetorische Fragen | Auto-responsive rhetorische Fragen werden in professionellen Kommunikationskontexten wie Mediation und Coaching immer wichtiger. Sie schließen die erwünschte Antwort direkt in ihrer Formulierung ein und sind ein starkes Kommunikationsinstrument. Ihre Anwendung wurde als Schlüsselfaktor für den Erfolg von Mediationsverfahren identifiziert, die eine Erfolgsquote von 78 Prozent haben.
Definition und begriffliche Grundlagen auto-responsiver rhetorischer Fragen
Funktionsweise und linguistische Charakteristika
Anwendungsbereiche und praktische EinsatzfelderAuto-responsive rhetorische Fragen kommen in verschiedenen Kommunikationskontexten zum Einsatz und dienen als Mittel zur persuasiven und interaktiven Kommunikation. Sie werden in alltäglichen Gesprächen, professionellen Präsentationen, sowie in Mediation und Coaching angepasst verwendet.
Spezifische Bedeutung in Mediation und CoachingIn professionellen Kontexten wie Mediation und Coaching spielen auto-responsive rhetorische Fragen eine komplexe Rolle.
Nutzen und Potenziale auto-responsiver rhetorischer FragenDie systematische Analyse zeigt, dass auto-responsive rhetorische Fragen in der Kommunikation effektiv sind.
Grenzen und Risiken auto-responsiver rhetorischer FragenTrotz des Potenzials auto-responsiver rhetorischer Fragen müssen ihre Grenzen und Risiken kritisch betrachtet werden, um Verantwortung und Ethik zu wahren.
Handlungsempfehlungen für die professionelle Praxis
FazitAuto-responsive rhetorische Fragen sind ein wichtiges Werkzeug in der professionellen Kommunikation, das effektive Gesprächsführung fördern kann. Ihre erfolgreiche Anwendung in Bereichen wie Mediation und Coaching erfordert Reflexionsvermögen, fachliche Kompetenz und ethische Verantwortung. Gezielte Nutzung dieser Technik zusammen mit anderen Kommunikationsinstrumenten kann die Qualität professioneller Gespräche verbessern und Ziele erreichen helfen. |
| Autorität | Im Allgemeinen bezieht sich Autorität auf die Macht oder das Recht, Befehle zu erteilen, Entscheidungen zu treffen oder Regeln aufzustellen, die von anderen befolgt werden müssen. Autorität kann sowohl auf individueller als auch auf institutioneller Ebene existieren und ist ein wichtiger Bestandteil von sozialen Strukturen und Beziehungen. Die verschiedenen Arten von Autorität
Die Rolle von Autorität in der Gesellschaft
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| Bargaining | Der Verhandlungsprozess, in dem verschiedene Parteien um Bedingungen ringen, wird als Handeln bezeichnet. "Bargaining" aus der englischen Sprachwelt steht sowohl für das Aushandeln als auch für das Handeln. In der hier genutzten Verwendung bezieht sich der Ausdruck auf eine Theorie des Verhandelns, die darauf ausgerichtet ist, durch Verhandlungsstrategien zu einer ausgeglichenen Übereinkunft zu kommen. In diesem Bereich, der von Wettbewerbsstreben und Kompromissbereitschaft geprägt ist, erfolgt die Verhandlung, bei der zwei dominante Methoden zum Einsatz kommen: das integrative und das distributive Verhandeln, wobei Mischformen beider Methoden möglich sind. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema ist in Lehrplänen unter dem Punkt Verhandlungstechniken festgeschrieben.
Verhandeln im MediationsverfahrenDie Auswahl angemessener Verhandlungstechniken und Herangehensweisen hängt von der spezifischen Mediationssituation ab. Es gilt zu klären, ob eine reine Verteilung möglich ist oder ob der Gewinn vergrößert werden kann. Diese Entscheidung basiert auf den Ergebnissen der zweiten und dritten Phase, in denen die relevanten Themen und die Kriterien für die Lösung erarbeitet werden. Darauf folgend wird die Lösung in der vierten Phase auf Basis dieser Kriterien entwickelt, wobei oft die Gerechtigkeit der Verteilung im Vordergrund steht. Selbst wenn es schlussendlich nur um eine Verteilung geht, ist es ratsam, den Modus der Verteilung im Vorfeld festzulegen.
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| Barnum-Effekt | Der Barnum-Effekt ist ein psychologisches Phänomen, das beschreibt, wie Menschen dazu neigen, vage und allgemeine Aussagen als persönlich auf sie zutreffend zu interpretieren. Es handelt sich dabei um eine Art Selbsttäuschung, bei der Individuen glauben, dass bestimmte Aussagen oder Beschreibungen auf sie zutreffen, obwohl sie in Wirklichkeit für eine Vielzahl von Menschen zutreffend sein könnten. Der Begriff "Barnum-Effekt" geht auf den berühmten Zirkusunternehmer und Showman P.T. Barnum zurück, der bekannt dafür war, Menschen mit seinen Shows und Attraktionen zu faszinieren und zu unterhalten. Er nutzte dabei auch geschickt die Tatsache aus, dass Menschen dazu neigen, sich in allgemeinen Aussagen wiederzufinden und diese als persönlich zutreffend zu interpretieren. Ein Beispiel dafür ist sein berühmtes Zitat: "Wir haben alle einen Engel in uns, nur manchmal lassen wir ihn nicht zum Vorschein kommen." In der Psychologie wird der Barnum-Effekt oft als Teil des sogenannten "Forer-Effekts" betrachtet, benannt nach dem Psychologen Bertram R. Forer, der in den 1940er Jahren eine Studie durchführte, bei der er seinen Studenten einen Persönlichkeitstest gab und ihnen anschließend individuelle Beschreibungen ihrer Persönlichkeit gab. In Wirklichkeit waren diese Beschreibungen jedoch für alle Studenten identisch und basierten auf Horoskopen. Dennoch bewerteten die Teilnehmer die Beschreibungen als sehr persönlich zutreffend. Der Barnum-Effekt hat auch einen Einfluss auf Mediationsverfahren, bei denen es darum geht, Konflikte zwischen Parteien zu lösen. Oftmals werden in Mediationen Techniken wie das "Brainstorming" oder das "Spiegeln" verwendet, bei denen die Parteien dazu aufgefordert werden, ihre Gedanken und Gefühle frei zu äußern. Dabei können vage oder allgemeine Aussagen gemacht werden, die von den anderen Parteien als persönlich zutreffend interpretiert werden können. Ein Beispiel dafür wäre, wenn eine Partei in einer Mediation sagt: "Ich fühle mich von dir oft nicht verstanden." Diese Aussage kann von der anderen Partei als persönlicher Angriff aufgefasst werden und zu weiteren Konflikten führen. In Wirklichkeit kann die Aussage jedoch auf viele verschiedene Situationen und Beziehungen zutreffen. Um den Barnum-Effekt in Mediationsverfahren zu vermeiden, ist es wichtig, dass die Parteien sich bewusst machen, dass vage oder allgemeine Aussagen nicht unbedingt persönlich gemeint sind. Es kann hilfreich sein, die Aussagen der anderen Partei zu hinterfragen und nach konkreten Beispielen zu fragen, um Missverständnisse zu vermeiden. Auch der Mediator kann durch gezielte Fragen dazu beitragen, dass die Parteien sich auf konkrete Situationen und Probleme fokussieren und so den Barnum-Effekt reduzieren. Insgesamt ist der Barnum-Effekt ein wichtiger Aspekt, der bei Mediationsverfahren berücksichtigt werden sollte. Indem die Parteien sich bewusst machen, dass vage oder allgemeine Aussagen nicht unbedingt persönlich gemeint sind, kann eine konstruktive Kommunikation gefördert werden und die Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Konfliktlösung erhöht werden. |
| BATNA | BATNA steht für "Best Alternative to a Negotiated Agreement" und beschreibt die beste Alternative, die eine Partei in einer Verhandlungssituation hat, falls keine Einigung erzielt werden kann. Es handelt sich also um den Plan B, den man in der Hinterhand hat, um im Falle des Scheiterns einer Verhandlung nicht ohne Optionen dazustehen. Die Bedeutung von BATNA in der Verhandlungsführung Die Rolle von BATNA in der Vorbereitung einer Verhandlung Die Bedeutung von BATNA in der Entscheidungsfindung Die Auswirkungen von BATNA auf den Verhandlungsverlauf Die Bedeutung von BATNA in der Konfliktlösung Zusammenfassung |
| Baumediation | Die Baumediation gilt heute als beliebtes außergerichtliches Streitlösungsverfahren im Bereich Planen und Bauen. Dies, zumal Baustreitigkeiten vor staatlichen Gerichten in der Regel lange dauern, nicht unerhebliche Kosten mit sich bringen und von viel internem Aufwand für die Vorbereitung des Prozesses abhängig sind. Ein Baustopp wegen eines Konflikts kostet viel Zeit und Geld. Vermieden werden können die Nachteile eines gerichtlichen Verfahrens durch die Einleitung einer Baumediation oder auch automatisch, wenn die jeweiligen Verträge bereits eine Mediationsklausel beinhalten. Eine Streitvermittlung bei Streitigkeiten im Bereich Planen und Bauen wird bei Konflikten durchgeführt, die beim Bauen und Planen entstehen können. Bauprojekte sind in der Regel sehr komplex und werden von einer hohen Anzahl an Beteiligten durchgeführt, was allein schon Konfliktpotenzial birgt. Des Weiteren werden Ausschreibungen und Verträge oft lücken- oder fehlerhaft formuliert und auch bei einzuhaltenden Terminen unvernünftig kalkuliert. Im Planungs- und Baubereich treffen viele Menschen mit unterschiedlichen Befindlichkeiten, Verständnissen und Ansprüchen aufeinander, was mit viel Raum für Konflikte verbunden ist. In der Baumediation geht es dann häufig um Honorare und Vergütungen oder um Mängel am Bauprojekt und die Frage, wer dafür in die Haftung genommen werden soll. Manchmal beschäftigt sich die Mediation auch um die Auslegung der vertraglichen Formulierungen und der Leistungsbestimmungen. Eine Baumediation kann in klassischer Weise oder als projektbegleitende Mediation umgesetzt werden, um sich anbahnende Konflikte zu vermeiden oder um Zwischenlösungen zu finden. Während der Bauphasen hat sich eine Mediation auch bewährt, um Bauzeitverlängerungen und die damit verbundenen Kosten zu reduzieren sowie um die Beziehungen zwischen allen beteiligten Schnittstellen zu verstärken. |
| Bedeutungsklärung | Bedeutungsklärung und -prozesse sind in der angewandten Psychologie, insbesondere in Mediation und Coaching, wichtig. Sie gründen auf kognitionspsychologischen Prinzipien und sind für Konfliktlösung und persönliche Entwicklung entscheidend. Kognitive Psychologie erforscht die menschliche Informationsverarbeitung und psychologische Abklärung beschäftigt sich mit bewussten Fragen und Entscheidungen, die oft mit Unsicherheiten und Ambivalenzen verbunden sind. Die bewusste Wahrnehmung und verbale Artikulation sind bei diesen Prozessen zentral.
Definition und theoretische Grundlagen der BedeutungsklärungsprozesseBedeutungsklärungsprozesse in der Mediation sind Verfahren zur Klärung und Untersuchung von individuellen Bedeutungen, die Konfliktparteien Ereignissen oder Handlungen zuschreiben. Diese basieren auf der Annahme, dass Menschen Informationen unterschiedlich interpretieren, was in Konflikten zu Missverständnissen führen kann. Die Grundlagen hierfür liegen in der konstruktivistischen Psychologie und der kognitiven Verhaltenstherapie, da jeder Mensch seine Wirklichkeit auf Basis eigener Erfahrungen, Werte und Denkmuster erschafft.
Kognitionspsychologische FundamenteDie Bedeutungsklärungsprozesse in der Mediation basieren auf kognitionspsychologischen Konzepten wie kognitiven Schemata, die unser Wissen organisieren und die Interpretation von Informationen beeinflussen. In Konflikten führen dysfunktionale Schemata oft zu verzerrten Wahrnehmungen. Die Attributionstheorie erklärt, wie Menschen Ursachen für Ereignisse suchen und zwischen internen und externen Gründen unterscheiden, wobei fehlerhafte Attributionen Konflikte verschärfen können. Der Bestätigungsfehler, die Neigung, Informationen so zu deuten, dass sie eigene Überzeugungen stärken, spielt ebenfalls eine wichtige Rolle in Konflikten und muss in Mediationen adressiert werden.
Funktionsweise der BedeutungsklärungsprozesseMediationsprozesse basieren auf einem strukturierten Vorgehen mit drei Phasen.
Neuropsychologische GrundlagenModerne Neurowissenschaften zeigen auf, dass bei Mediationen verschiedene Gehirnregionen involviert sind, darunter der
Diese Erkenntnisse ermöglichen Mediatoren, ihre Methoden besser anzupassen und die kognitiven Fähigkeiten der Parteien effektiver einzusetzen.
Bezug zu Coaching und verwandten DisziplinenBedeutungsklärungsprozesse in der Mediation ähneln dem systemischen Coaching, da beide mit konstruktivistischen Prinzipien arbeiten und Techniken zur kognitiven Umstrukturierung verwenden. Sie fokussieren auf subjektive Bedeutungszuschreibungen, nutzen zirkuläre Fragetechniken, entwickeln alternative Perspektiven und sind ressourcenorientiert. Der Hauptunterschied liegt darin, dass Coaching auf persönliche Entwicklung und Zielerreichung abzielt, während Mediation Konflikte löst und Beziehungen repariert. Mediationsmethoden teilen auch Grundlagen mit therapeutischen Ansätzen wie der kognitiven Verhaltenstherapie, bleiben aber lösungsorientiert und verzichten auf tiefenpsychologische Interventionen.
Praktische Anwendung in der MediationBedeutungsklärungsprozesse sind essenziell für den Mediationsprozess, da sie dazu beitragen, Positionen und Interessen zu klären und Lösungen zu entwickeln. Dafür werden in der Mediation Reframing-Techniken eingesetzt, um Bedeutungen zu klären und alternative, positive Sichtweisen zu fördern. Übungen zum Perspektivwechsel helfen, Empathie zu entwickeln, indem die Situation aus der Sicht anderer betrachtet wird. Metakognitive Reflexion unterstützt die Parteien dabei, über ihre Denkprozesse nachzudenken und fördert nachhaltige Verhaltensänderungen. Mediation als BedeutungsklärungsprozessMediation wird als Eisberg dargestellt, bei dem die offensichtlichen Streitpunkte nur die Spitze darstellen, während die tieferen Motive und Anliegen verborgen bleiben. Diese Methode unterscheidet sich von anderen Verfahren durch die Analyse dieser Tiefenstruktur und die aktive Rolle der Beteiligten. Mediation bietet nachhaltige Konfliktlösungen, Erkenntnisgewinne, die Entwicklung umfassender Lösungspakete und kann die Beziehung der Konfliktparteien langfristig verbessern.
Nutzen und Vorteile der BedeutungsklärungsprozesseMediation und Bedeutungsklärungsprozesse führen zu nachhaltigen Lösungen in Konflikten, da sie über oberflächliche Kompromisse hinaus echtes Verständnis zwischen den Parteien fördern. Sie haben auch eine präventive Wirkung, indem sie die Konfliktlösungskompetenzen der Beteiligten verbessern.
Professionelle GrenzenDie Unterscheidung zwischen Mediation, Coaching und Psychotherapie ist wesentlich!
Handlungsempfehlungen für die PraxisEmpirische Studien und Theorien führen zu praxisnahen Handlungsempfehlungen für verschiedene Zielgruppen, die sowohl individuelle als auch organisatorische Aspekte berücksichtigen.
FazitBedeutungsklärungsprozesse sind in der angewandten Psychologie wichtig und unterstützen die Informationsverarbeitung bei Menschen. Sie dienen der Konfliktlösung, indem sie auf konstruktivistischen und kognitionspsychologischen Prinzipien beruhen und helfen, individuelle Interpretationen zu klären. In der Mediation werden diese Prozesse genutzt, um Missverständnisse zu klären und nachhaltige Lösungen zu finden, beispielsweise durch Reframing-Techniken und Perspektivwechsel. Diese wissenschaftlich fundierten Ansätze ermöglichen tiefgreifende Konfliktlösungen und werden durch ihre Integration in Mediation und Coaching weiterentwickelt. Durch kontinuierliche Verbesserungen und professionelle Ausbildung kann die Qualität der Mediation gesteigert und zu einer friedlicheren Konfliktkultur beigetragen werden. |